Wachstumsscreening: Vorbereitung auf den Test
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Wachstumsscreening ist eine einfache Untersuchung, bei der Ärzte messen, ob ein Kind normal wächst. Dabei werden Größe, Gewicht und manchmal auch das Knochenalter überprüft. Ziel ist es, frühzeitig zu erkennen, ob eine Wachstumsstörung vorliegt, die behandelt werden muss.
Wichtige Fakten
- Das Screening ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
- Es wird meist bei Vorsorgeuntersuchungen für Kinder durchgeführt.
- Früherkennung hilft, mögliche Ursachen rechtzeitig zu behandeln.
Ja, Wachstumsscreenings sind in Deutschland ein Standardteil der Kinder- und Jugendmedizin. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen angeboten.
Das Screening betrifft vor allem Kinder und Jugendliche. Es wird jedoch auch bei Erwachsenen eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Wachstumsstörung besteht, etwa bei bestimmten Hormonerkrankungen.
Symptome
- ⚠Wenn das Kind plötzlich gar nicht mehr wächst oder sogar an Größe verliert.
- ⚠Wenn zusätzlich starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Erbrechen auftreten.
Häufige Symptome
- Das Kind ist deutlich kleiner oder größer als Gleichaltrige.
- Das Wachstum verlangsamt sich oder kommt ganz zum Stillstand.
- Im Verhältnis zum Körper sind Arme oder Beine ungewöhnlich kurz oder lang.
Symptome bei Kindern
- Vermehrter Durst oder häufiges Wasserlassen (kann auf eine Hormonstörung hinweisen).
- Verzögerte oder zu frühe Pubertät.
- Auffällige Müdigkeit oder Leistungsabfall in der Schule.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen ist ein Wachstumsscreening unüblich, da das Wachstum abgeschlossen ist. Auffälligkeiten im Erwachsenenalter können auf andere Erkrankungen hinweisen, die separat abgeklärt werden müssen.
Ursachen
Hauptursachen
- Hormonelle Störungen, z. B. ein Mangel an Wachstumshormonen.
- Erbliche Faktoren – Eltern sind selbst kleinwüchsig.
- Chronische Erkrankungen wie Nieren- oder Darmerkrankungen, die das Wachstum beeinträchtigen.
Risikofaktoren
- Frühgeburt oder sehr niedriges Geburtsgewicht.
- Bestimmte Syndrome (z. B. Turner-Syndrom).
- Einnahme von Medikamenten, die das Wachstum hemmen können (z. B. Kortison über längere Zeit).
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Kind innerhalb von sechs Monaten kaum oder gar nicht gewachsen ist.
- Wenn das Kind unter starken Schmerzen oder Schluckbeschwerden leidet.
- Bei plötzlicher Wachstumsverlangsamung oder -stopp.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei den regulären Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen) für Kinder und Jugendliche.
- Wenn Sie sich generell Sorgen um das Wachstum Ihres Kindes machen.
Diagnose
Der Arzt misst zunächst die Körpergröße und das Gewicht und trägt die Werte in eine Wachstumskurve ein. Falls Auffälligkeiten auftreten, können weitere Tests folgen, z. B. eine Blutuntersuchung oder eine Röntgenaufnahme der linken Hand zur Bestimmung des Knochenalters.
Mögliche Untersuchungen
- Körpergröße und Gewicht messen
- Blutuntersuchung auf Hormone (z. B. Wachstumshormon, Schilddrüsenwerte)
- Röntgen der linken Hand zur Knochenalterbestimmung
- Bei Bedarf: MRT des Gehirns (um die Hirnanhangsdrüse zu beurteilen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Messungen sind für Ihr Kind völlig schmerzfrei. Bei einer Blutabnahme kann Ihr Kind kurz einen Pieks spüren. Das Röntgen dauert nur Sekunden. Insgesamt ist der Termin meist in 15 bis 30 Minuten erledigt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Wachstumsstörung. In vielen Fällen ist keine Behandlung nötig, weil das Kind sich im Normbereich entwickelt. Bei Hormonmangel kann der Arzt eine Hormontherapie empfehlen. Wichtig ist, dass die Therapie immer individuell angepasst wird.
Selbsthilfe zu Hause
- Sorgen Sie für eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin D und Kalzium.
- Fördern Sie regelmäßige Bewegung – am besten an der frischen Luft.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf, da der Körper im Schlaf Wachstumshormone ausschüttet.
Medizinische Behandlungen
Falls eine Hormonstörung vorliegt, kann der Arzt eine Behandlung mit künstlichen Wachstumshormonen (Somatropin) oder anderen Hormonen verschreiben. Die Therapie wird meist über einen längeren Zeitraum durchgeführt und regelmäßig kontrolliert. Auch bei Grunderkrankungen wie einer Schilddrüsenunterfunktion steht eine medikamentöse Behandlung zur Verfügung. Die genaue Therapie wird immer individuell mit den Eltern und dem Kind besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind bei Wachstumsstörungen nur sehr selten nötig, z. B. wenn eine Verengung der Hirnanhangsdrüse oder ein Tumor vorliegt. Dies wird dann von spezialisierten Ärzten (z. B. Neurochirurgen) durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Bei den meisten Kindern verändert sich der Alltag durch ein Wachstumsscreening nicht. Falls eine Behandlung nötig ist, müssen Sie und Ihr Kind regelmäßig zu Kontrollterminen. Die Hormontherapie erfolgt oft durch tägliche Injektionen, die nach einer Einweisung auch zu Hause gegeben werden können.
Tipps für den Alltag
- Geben Sie Ihrem Kind viel Zuwendung – seien Sie geduldig bei Herausforderungen.
- Tauschen Sie sich mit anderen betroffenen Familien aus, z. B. in Selbsthilfegruppen.
- Achten Sie auf eine gute Mundhygiene, da manche Hormontherapien das Zahnfleisch beeinflussen können.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Milchprodukten unterstützt das Wachstum. Ausreichend Bewegung – mindestens eine Stunde pro Tag – ist ebenfalls wichtig. Vermeiden Sie Übergewicht, da dies die Hormonproduktion beeinträchtigen kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wachstumsstörungen können bei Kindern zu Unsicherheit oder Hänseleien führen. Achten Sie auf Anzeichen wie Rückzug oder Traurigkeit und suchen Sie bei Bedarf psychologische Unterstützung. Gespräche mit dem Kind über seine Gefühle sind sehr wertvoll.
Vorbeugung
Die meisten Ursachen für Wachstumsstörungen lassen sich nicht verhindern. Ein gesunder Lebensstil kann jedoch dazu beitragen, dass Ihr Kind sein bestmögliches Wachstum erreicht. Das Screening selbst dient der Früherkennung, nicht der Vorbeugung.
Impfungen
Impfungen haben keinen direkten Einfluss auf das Wachstum. Allerdings verhindern sie schwere Krankheiten, die das Wachstum beeinträchtigen könnten. Halten Sie daher den Impfplan Ihres Kindes ein.
Früherkennungsprogramme
Das Wachstumsscreening ist Teil der Vorsorgeuntersuchungen nach den Empfehlungen der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Es wird in der Regel ab dem Säuglingsalter bis zur Jugend durchgeführt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhaft verminderte Endgröße (Kleinwuchs).
- Verzögerte oder ausbleibende Pubertät.
- Psychische Belastungen durch das Anderssein.
Langzeitprognose
Mit frühzeitiger Erkennung und Behandlung sind die Aussichten in den meisten Fällen sehr gut. Viele Kinder erreichen eine normale oder nahezu normale Endgröße. Auch die psychische Unterstützung hilft, das Selbstbewusstsein zu stärken. Ihr Arzt wird Sie umfassend beraten und Ihnen Hoffnung geben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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