Brustselbstuntersuchung: Eigenkontrolle zu Hause
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Brustselbstuntersuchung ist eine regelmäßige, eigenständige Kontrolle der Brüste auf Veränderungen. Dabei geht es darum, Ihren Körper gut zu kennen, damit Sie ungewöhnliche Veränderungen frühzeitig bemerken. Es ersetzt keine ärztliche Vorsorge, kann aber helfen, Auffälligkeiten zwischen den Arztbesuchen zu erkennen.
Wichtige Fakten
- Führen Sie die Selbstuntersuchung einmal im Monat durch – am besten eine Woche nach Ihrer Menstruation, wenn die Brüste weniger empfindlich sind.
- Die Untersuchung umfasst sowohl das Abtasten als auch das Betrachten der Brüste im Spiegel.
- Nicht jeder Knoten oder jede Veränderung ist bösartig – die meisten sind gutartig. Dennoch sollte jede neue Veränderung ärztlich abgeklärt werden.
Ja, in Deutschland praktizieren viele Frauen die Brustselbstuntersuchung. Sie wird von Ärzten und Organisationen wie der Deutschen Krebshilfe als Teil der Brustgesundheit empfohlen.
Sie betrifft vor allem Frauen ab 20 Jahren, kann aber auch für Männer sinnvoll sein, da auch Männer Brustkrebs bekommen können. Die Häufigkeit einer Brustkrebserkrankung nimmt mit dem Alter zu.
Symptome
- Plötzlich auftretende, starke Schmerzen in der Brust, die in den Arm ausstrahlen
- Atemnot oder Brustschmerzen, die auf einen Herzinfarkt hindeuten könnten (diese Symptome sind kein typisches Zeichen von Brustkrebs, erfordern aber sofortige Notruf 112)
- ⚠Jeder neu entdeckte Knoten oder jede Verhärtung in der Brust oder Achselhöhle
- ⚠Hautveränderungen wie Rötung, Grübchen oder offene Stellen an der Brust
- ⚠Plötzlich einseitige Schwellung oder Größenänderung der Brust
- ⚠Blutiger oder eitriger Ausfluss aus der Brustwarze
- ⚠Neu aufgetretene oder veränderte Einziehung der Brustwarze
Häufige Symptome
- Ein neuer Knoten oder eine Verdickung in der Brust oder Achselhöhle
- Veränderung der Brustgröße oder -form
- Dellen oder Einziehungen der Haut (wie eine Apfelsine)
- Hautrötungen, Schuppungen oder Grübchenbildung
- Einziehen der Brustwarze oder veränderte Form
- Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze (besonders, wenn es nur eine Seite betrifft)
- Schwellung oder Wärmegefühl in der Brust
Symptome bei Kindern
- Brustveränderungen bei Kindern sind sehr selten. Sollte ein Kind einen Knoten oder andere Auffälligkeiten zeigen, ist ein Arztbesuch zur Abklärung notwendig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter wird die Brusthaut dünner und die Drüsen werden durch Fett ersetzt. Veränderungen wie Knoten oder Hautveränderungen sollten auch bei älteren Menschen ärztlich beurteilt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Die meisten Veränderungen bei der Selbstuntersuchung sind gutartig – zum Beispiel Zysten, Fibroadenome oder hormonell bedingte Schwellungen.
- Bei bösartigen Veränderungen (Brustkrebs) entstehen unkontrollierte Zellwucherungen im Brustgewebe.
Risikofaktoren
- Alter (das Risiko steigt ab 50 Jahren deutlich)
- Familiäre Belastung (Brustkrebs bei Mutter, Schwester oder Tochter)
- Bestimmte erbliche Genveränderungen (BRCA1/BRCA2)
- Hormonelle Faktoren (frühe erste Periode, späte Wechseljahre, keine oder späte Schwangerschaft)
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Alkoholkonsum
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie einen neuen Knoten oder eine Verdickung ertasten, die sich anders anfühlt als das umgebende Gewebe.
- Wenn Sie Hautveränderungen wie Rötung, Dellen oder Grübchen bemerken.
- Wenn die Brustwarze plötzlich eingezogen ist oder sich verändert.
- Wenn Sie blutigen oder klaren Flüssigkeitsausfluss aus einer Brustwarze feststellen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nehmen Sie regelmäßig an der gesetzlichen Krebsfrüherkennung für Frauen teil (ab 30 Jahren Tastuntersuchung durch den Frauenarzt, ab 50 Jahren Mammographie alle zwei Jahre).
- Besprechen Sie bei Ihrem jährlichen Frauenarztbesuch auch Ihre Selbstuntersuchungstechnik und etwaige Fragen.
Diagnose
Zunächst führt der Arzt oder die Ärztin eine ausführliche Tastuntersuchung (Palpation) der Brust und der Achselhöhlen durch. Danach werden bildgebende Verfahren eingesetzt, um verdächtige Stellen genauer zu beurteilen.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung durch den Frauenarzt
- Mammographie (Röntgen der Brust)
- Ultraschall (Sonographie) der Brust
- Magnetresonanztomographie (MRT) bei besonderen Fragestellungen
- Biopsie (Gewebeprobe) bei auffälligen Befunden – dabei wird eine kleine Menge Gewebe entnommen und im Labor untersucht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzarm und dauern je nach Verfahren 15 bis 30 Minuten. Bei einer Mammographie wird die Brust für einige Sekunden zwischen zwei Platten leicht zusammengedrückt – das kann unangenehm sein, ist aber notwendig für ein klares Bild. Bei einer Biopsie erhalten Sie eine örtliche Betäubung. Ihr Arzt wird Ihnen jeden Schritt erklären und Sie über die Ergebnisse informieren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Art der Veränderung. Bei gutartigen Befunden ist oft keine Therapie nötig. Wird Brustkrebs diagnostiziert, erstellt das Behandlungsteam einen individuellen Plan, der verschiedene Verfahren kombinieren kann.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie die Selbstuntersuchung einmal monatlich durch – am besten zur gleichen Zeit im Zyklus.
- Achten Sie beim Betrachten und Abtasten auf beide Brüste und die Achselhöhlen.
- Notieren Sie Auffälligkeiten und suchen Sie bei anhaltenden Veränderungen einen Arzt auf.
Medizinische Behandlungen
Zu den medizinischen Behandlungen bei Brustkrebs gehören unter anderem Operationen (Brust erhaltend oder Entfernung der Brust), Strahlentherapie, Chemotherapie, Hormontherapie sowie zielgerichtete Therapien. Welche Kombination infrage kommt, hängt von Tumorart, Ausbreitung und persönlichen Faktoren ab. Ihr Arzt wird alle Optionen mit Ihnen besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei bestätigtem Brustkrebs ist eine Operation oft der erste Schritt. Je nach Größe und Lage des Tumors kann die Brust erhalten bleiben (brusterhaltende Operation) oder eine vollständige Entfernung der Brust (Mastektomie) notwendig sein. Auch die Achsellymphknoten können mit entfernt werden. Die Entscheidung trifft der Patient gemeinsam mit dem Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Die regelmäßige Brustselbstuntersuchung sollte Teil Ihrer monatlichen Routine sein – machen Sie sie zu einer festen Gewohnheit, z. B. beim Duschen oder Anziehen. Notieren Sie, was sich normal anfühlt, und bleiben Sie aufmerksam, aber nicht ängstlich.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig – mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen.
- Halten Sie ein gesundes Körpergewicht.
- Trinken Sie Alkohol nur in Maßen (maximal ein Glas pro Tag).
- Vermeiden Sie Rauchen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig rotem Fleisch kann das Brustkrebsrisiko senken. Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen unterstützt das Immunsystem und hilft, Hormone im Gleichgewicht zu halten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Selbstuntersuchung kann bei manchen Frauen Ängste auslösen – die Sorge, etwas zu finden, ist verständlich. Es kann helfen, mit einer vertrauten Person oder einer professionellen Beratungsstelle zu sprechen. Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen kann ebenfalls entlasten.
Vorbeugung
Brustkrebs lässt sich nicht vollständig verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken durch regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Vermeidung von Übergewicht und mäßigen Alkoholkonsum. Die Früherkennung durch Selbstuntersuchung und ärztliche Vorsorge verbessert die Heilungschancen erheblich.
Früherkennungsprogramme
Ab 30 Jahren haben Frauen in Deutschland Anspruch auf die jährliche Tastuntersuchung der Brust durch den Frauenarzt. Zwischen 50 und 69 Jahren wird alle zwei Jahre zur Mammographie eingeladen – diese Untersuchung kann Tumore bereits in sehr frühen Stadien entdecken. Fragen Sie Ihre Krankenkasse oder Ihren Frauenarzt nach den genauen Vorsorgeuntersuchungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn auffällige Veränderungen nicht ärztlich abgeklärt werden, kann ein bösartiger Tumor unerkannt wachsen und sich auf andere Körperregionen ausbreiten (Metastasen).
- Eine späte Diagnose macht die Behandlung aufwändiger und verringert die Heilungschancen.
Langzeitprognose
Die Prognose bei Brustkrebs hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Durch Früherkennung und moderne Behandlungen überleben heute über 80% der Patientinnen die Erkrankung langfristig. Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Eigenuntersuchung hilft dabei, Veränderungen zeitnah zu bemerken und ärztlich abklären zu lassen – ein wichtiger Schritt für Ihre Gesundheit.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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