IBS blood test explained
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Reizdarmsyndrom (IBS) ist eine häufige Funktionsstörung des Darms. Das bedeutet, dass der Darm äußerlich gesund aussieht, aber dennoch Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder veränderter Stuhlgang auftreten. Ein Bluttest kann allein keine IBS-Diagnose stellen, aber er hilft, andere Erkrankungen wie Zöliakie oder Entzündungen auszuschließen.
Wichtige Fakten
- IBS ist eine Funktionsstörung, keine organische Schädigung.
- Bluttests dienen vor allem dem Ausschluss anderer Erkrankungen.
- Die Diagnose stützt sich auf die Symptome nach den Rom-Kriterien.
Ja, IBS ist sehr häufig. Schätzungsweise 5–15 % der Menschen in Deutschland sind betroffen. Viele Betroffene suchen jedoch keinen Arzt auf.
IBS kann in jedem Alter auftreten, ist aber häufiger bei jüngeren Erwachsenen und doppelt so häufig bei Frauen wie bei Männern.
Symptome
- Starke, plötzliche Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
- Fieber und Schüttelfrost
- ⚠Anhaltende Erbrechen, sodass keine Flüssigkeit aufgenommen werden kann
- ⚠Sehr häufiger Durchfall mit Flüssigkeitsverlust
Häufige Symptome
- Bauchschmerzen oder Krämpfe, die nach dem Stuhlgang besser werden
- Blähungen und Völlegefühl
- Durchfall, Verstopfung oder beides im Wechsel
- Veränderte Stuhlkonsistenz und -häufigkeit
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen, oft um den Bauchnabel herum
- Übelkeit oder Appetitlosigkeit
- Verstopfung oder Durchfall ohne erkennbare Ursache
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ähnliche Symptome wie bei jüngeren Erwachsenen
- Häufiger begleitet von Verstopfung oder Stuhlinkontinenz
- Verwechslungsgefahr mit anderen Darmerkrankungen wie Divertikulitis
Ursachen
Hauptursachen
- Störung der Darmbewegung (Motilität)
- Überempfindlichkeit der Nerven im Darm (viszerale Hypersensitivität)
- Veränderte Kommunikation zwischen Gehirn und Darm
- Vorherige Darminfektionen oder Antibiotikaeinnahme
Risikofaktoren
- Junges Erwachsenenalter
- Weibliches Geschlecht
- Psychische Belastung wie Stress oder Angststörungen
- Genetische Veranlagung
- Ungesunde Ernährung und wenig Bewegung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber oder nächtliche Durchfälle
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bauchschmerzen oder Stuhlunregelmäßigkeiten, die länger als 4 Wochen anhalten
- Wenn die Symptome den Alltag deutlich beeinträchtigen
Diagnose
Die Diagnose wird anhand Ihrer Symptome gestellt (Rom-Kriterien). Bluttests spielen eine wichtige Rolle, um andere Erkrankungen wie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Schilddrüsenstörungen auszuschließen. Ein spezifischer Bluttest für IBS existiert nicht.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest: Blutbild, Entzündungswerte (CRP), Zöliakie-Antikörper, Schilddrüsenwerte
- Stuhltest: auf Entzündungsmarker wie Calprotectin
- Bei Bedarf: Atemtest auf Laktose-/Fruktoseintoleranz
- Koloskopie: nur bei Alarmzeichen oder nach einem bestimmten Alter
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihr Arzt wird zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen. Dann folgen Bluttests, um andere Erkrankungen auszuschließen. Falls diese unauffällig sind, wird die IBS-Diagnose wahrscheinlich. In den meisten Fällen ist keine weitere Bildgebung nötig.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, Ihre Symptome zu lindern und Ihre Lebensqualität verbessern. Es gibt keine Standardtherapie – Ihr Arzt wird einen auf Sie abgestimmten Plan empfehlen.
Selbsthilfe zu Hause
- Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation
- Regelmäßige körperliche Bewegung – mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen
- Ausreichend Schlaf und ein fester Tagesrhythmus
- Ernährungstagebuch führen, um Auslöser zu erkennen
Medizinische Behandlungen
Je nach vorherrschenden Beschwerden können Medikamente zur Linderung von Schmerzen, Durchfall oder Verstopfung eingesetzt werden. Auch krampflösende Mittel oder Medikamente, die die Darmbewegung beeinflussen, kommen infrage. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie geeignete Behandlung. Keine Eigenmedikation mit rezeptfreien Mitteln ohne ärztliche Absprache.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei reinem IBS nicht notwendig. Nur wenn im Rahmen der Abklärung eine andere Erkrankung wie Darmkrebs oder ein entzündlicher Darm gefunden wird, kann ein Eingriff nötig werden.
Leben mit der Erkrankung
IBS kann den Alltag belasten, aber mit der richtigen Strategie lassen sich die Symptome meist gut kontrollieren. Planen Sie regelmäßige Mahlzeiten und gehen Sie Stresssituationen bewusst an.
Tipps für den Alltag
- Ernährung: Führen Sie eine FODMAP-arme Diät unter Anleitung einer Ernährungsfachkraft durch
- Bewegung: moderate Ausdauerübungen wie Spaziergänge, Radfahren oder Schwimmen
- Entspannung: autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Achtsamkeit
Ernährung und Bewegung
Bevorzugen Sie leichte, ballaststoffreiche Kost, aber achten Sie auf Verträglichkeit. Manche Menschen reagieren empfindlich auf Hülsenfrüchte, Zwiebeln oder Weizen. Eine Ernährung mit kleinen, häufigen Mahlzeiten kann hilfreich sein. Regelmäßige Bewegung fördert die Darmtätigkeit und reduziert Stress.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
IBS und psychische Gesundheit hängen eng zusammen. Viele Betroffene leiden unter Angst oder Depressionen. Es ist wichtig, auch psychische Belastungen anzusprechen. Kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, den Umgang mit den Symptomen zu verbessern. Bei akuten Krisen stehen rund um die Uhr psychosoziale Unterstützungsdienste zur Verfügung (z. B. Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222).
Vorbeugung
IBS lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können das Risiko verringern, indem Sie auf eine ausgewogene Ernährung achten, Stress managen und ausreichend Bewegung in den Alltag einbauen. Nach einer Darminfektion kann eine frühzeitige probiotische Unterstützung hilfreich sein – sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen IBS.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening auf IBS ist nicht üblich. Bei anhaltenden Symptomen ist jedoch eine ärztliche Abklärung wichtig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starke Einschränkung der Lebensqualität durch chronische Schmerzen und Verdauungsprobleme
- Soziale Ängste und Vermeidungsverhalten
- Mangelernährung, wenn viele Lebensmittel gemieden werden
Langzeitprognose
IBS ist eine chronische Erkrankung, die aber gut behandelbar ist. Die meisten Menschen finden durch eine Kombination aus Ernährungsumstellung, Stressbewältigung und gegebenenfalls Medikamenten eine deutliche Besserung. Die Prognose ist insgesamt gut – die Beschwerden können über die Jahre nachlassen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- International Foundation for Functional Gastrointestinal Disorders (IFFGD)
Lokale Organisationen
- Deutsche Reizdarm-Stiftung · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.