incontinence blood test explained
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Blutuntersuchung bei Inkontinenz ist ein Labortest, bei dem eine kleine Menge Blut aus Ihrer Vene entnommen wird. Dabei wird geprüft, ob bestimmte Grunderkrankungen wie Harnwegsinfekte, Diabetes oder Nierenprobleme vorliegen, die zu unkontrolliertem Urinverlust führen können. Die Blutabnahme ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
Wichtige Fakten
- Die Blutuntersuchung allein kann Inkontinenz nicht diagnostizieren, aber sie hilft, mögliche Ursachen zu finden.
- Sie wird oft zusammen mit einer Urinprobe (Urintest) und einer körperlichen Untersuchung durchgeführt.
- Ergebnisse liegen meist innerhalb weniger Tage vor und werden mit Ihnen besprochen.
Ja, Inkontinenz betrifft viele Menschen – etwa jeder dritte Erwachsene hat zeitweise damit zu kämpfen. Eine Blutuntersuchung ist ein häufiger Schritt, um die Ursache zu klären.
Inkontinenz kann Menschen jeden Alters betreffen, vor allem aber ältere Erwachsene, Frauen nach einer Schwangerschaft oder Geburt, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder neurologischen Störungen (z. B. Multiple Sklerose).
Symptome
- Sie können Ihr Wasser plötzlich gar nicht mehr lassen (Harnverhalt) – rufen Sie den Notruf 112 oder suchen Sie die nächste Notaufnahme auf.
- Starke Unterleibsschmerzen oder Fieber in Verbindung mit Inkontinenz – könnte auf eine Nierenbeckenentzündung hinweisen.
- ⚠Blut im Urin (sichtbar rot oder bräunlich) – bitte noch am selben Tag zum Arzt.
- ⚠Plötzlich auftretende Inkontinenz nach einem Sturz oder Unfall – mögliche Verletzung der Wirbelsäule oder des Beckenbodens.
- ⚠Inkontinenz mit Schmerzen beim Wasserlassen oder häufigem, schmerzhaften Harndrang – möglicherweise ein akuter Harnwegsinfekt.
Häufige Symptome
- Unwillkürlicher Urinverlust bei Husten, Niesen, Lachen oder Sport (Belastungsinkontinenz)
- Plötzlicher, starker Harndrang, der nicht rechtzeitig zur Toilette führt (Dranginkontinenz)
- Nächtliches Einnässen (Enuresis nocturna)
- Ständiges Tröpfeln oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können
Symptome bei Kindern
- Häufiges Einnässen tagsüber oder nachts nach dem 5. Lebensjahr
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Ungewöhnlicher Durst oder vermehrtes Wasserlassen – dies könnte auf Diabetes hinweisen und wird über Blutuntersuchungen abgeklärt
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Plötzlicher Beginn von Inkontinenz ohne erkennbaren Grund
- Verwirrtheit oder Desorientierung in Kombination mit Inkontinenz (möglicher Hinweis auf einen Harnwegsinfekt)
- Hautreizungen oder Wundsein im Bereich der Genitalien
- Stürze auf dem Weg zur Toilette
Ursachen
Hauptursachen
- Harnwegsinfekte (Blasenentzündung)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) – erhöhter Blutzucker führt zu vermehrtem Urin
- Nierenerkrankungen oder eingeschränkte Nierenfunktion
- Neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder Schlaganfall
- Hormonelle Veränderungen (z. B. in den Wechseljahren)
- Überaktive Blase (Reizblase) ohne organische Ursache
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre
- Übergewicht (erhöht den Druck auf die Blase)
- Mehrere Schwangerschaften oder schwere Geburten
- Chronische Verstopfung
- Rauchen (begünstigt chronischen Husten und Bindegewebsschwäche)
- Bestimmte Medikamente (z. B. harntreibende Mittel oder Beruhigungsmittel – sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie glauben, dass ein Medikament Ihre Inkontinenz verschlimmert)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich keine Kontrolle mehr über Ihre Blase haben und das Gefühl haben, die Blase nicht entleeren zu können.
- Wenn die Inkontinenz mit starkem Fieber, Rückenschmerzen oder Blut im Urin einhergeht.
- Nach einem Sturz oder Unfall, bei dem Sie sich den Rücken oder das Becken verletzt haben könnten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie bei wiederholtem oder anhaltendem Urinverlust mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Gynäkologin (Frauen) / Ihrem Urologen (Männer).
- Wenn die Inkontinenz Ihren Alltag beeinträchtigt – z. B. Sie vermeiden soziale Aktivitäten oder schämen sich.
- Wenn Sie nachts regelmäßig aufwachen, weil Sie Wasser lassen müssen (Nykturie).
Diagnose
Die Diagnose von Inkontinenz beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) über Ihre Symptome, Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten. Danach folgt meist eine körperliche Untersuchung, eine Urinprobe und eine Blutuntersuchung. Ihr Arzt kann auch einen Blasentagebuch (Notieren, wann und wie viel Urin abgeht) und spezielle Tests wie eine Blasendruckmessung (Urodynamik) anordnen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: misst Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff), Blutzucker (Diabetes-Test), Entzündungswerte (CRP) und Hormonspiegel (z. B. bei Frauen das Anti-Müller-Hormon).
- Urintest: untersucht auf Blut, Eiweiß, Zucker und Bakterien.
- Restharnbestimmung: nach dem Wasserlassen wird per Ultraschall geprüft, wie viel Urin in der Blase bleibt.
- Urodynamik: Messung von Blasen- und Harnröhrendruck bei gefüllter Blase.
- Zystoskopie: eine Kamerauntersuchung der Harnblase (nur bei bestimmten Fragestellungen).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Blutabnahme sitzen Sie bequem, der Arzt oder die Arzthelferin sucht eine geeignete Vene an Ihrem Arm. Es wird eine kleine Kanüle eingeführt, das Blut läuft in ein Röhrchen – das Ganze dauert nicht länger als eine Minute. Danach drücken Sie kurz mit einem Tupfer auf die Einstichstelle. Die Ergebnisse bespricht Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen im nächsten Termin.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Inkontinenz. Oft helfen schon einfache Maßnahmen wie Beckenbodentraining, Veränderung der Trinkgewohnheiten oder Blasentraining. Wenn eine Grunderkrankung vorliegt (z. B. Diabetes oder Harnwegsinfekt), wird diese zuerst behandelt. Medikamente oder Operationen kommen nur infrage, wenn konservative Methoden nicht ausreichen.
Selbsthilfe zu Hause
- Beckenbodengymnastik: tägliches Anspannen und Entspannen der Beckenbodenmuskulatur (lernen Sie die Übungen idealerweise bei einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten).
- Trinkmenge anpassen: Trinken Sie über den Tag verteilt etwa 1,5 bis 2 Liter, aber vermeiden Sie große Mengen auf einmal – vor allem abends.
- Blasentraining: Gehen Sie zu festen Zeiten auf die Toilette, auch ohne Druck – dehnen Sie die Abstände langsam.
- Verstopfung vermeiden: Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und genug trinken helfen, den Druck auf die Blase zu verringern.
- Vermeiden Sie Reizstoffe wie Koffein, Alkohol und scharfe Gewürze – sie können die Blase reizen.
Medizinische Behandlungen
Wenn Selbsthilfe nicht ausreicht, kommen verschiedene Behandlungsansätze infrage. Dazu gehören Medikamente, die die Blasenmuskulatur entspannen oder den Schließmuskel stärken (Ihr Arzt wird das passende Präparat auswählen – nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Verordnung ein). Lokale Östrogentherapie (Cremes oder Zäpfchen) kann bei Frauen nach den Wechseljahren helfen. Auch Elektrostimulation des Beckenbodens oder Biofeedback-Verfahren sind möglich.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur selten durchgeführt – zum Beispiel, wenn eine ausgeprägte Senkung der Blase (Zystozele) vorliegt oder der Beckenboden sehr schwach ist. Ihr Arzt wird alle Vor- und Nachteile genau mit Ihnen besprechen, bevor eine OP empfohlen wird.
Leben mit der Erkrankung
Mit Inkontinenz zu leben erfordert manchmal kleine Anpassungen, aber Sie können weiterhin ein aktives Leben führen. Planen Sie Toilettenpausen ein, tragen Sie bequeme Kleidung, die sich leicht öffnen lässt, und nutzen Sie bei Bedarf Inkontinenzprodukte (Einlagen, Vorlagen – fragen Sie Ihre Apotheke oder Ihren Arzt nach geeigneten Produkten).
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig – Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren stärken den Beckenboden, ohne zu stark zu belasten.
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht – Übergewicht erhöht den Druck auf die Blase.
- Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und reduzieren Sie Stress – auch seelische Belastung kann Inkontinenz verstärken.
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder engen Freunden – das nimmt Druck raus.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten beugt Verstopfung vor und hält das Gewicht stabil. Vermeiden Sie übermäßig salzige Speisen, da sie Durst und damit häufigeres Wasserlassen fördern. Beckenbodengymnastik ist die wichtigste Übung – lernen Sie sie bei einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Inkontinenz kann Scham, Frustration oder Angst vor peinlichen Situationen auslösen. Viele Betroffene ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück. Das ist verständlich, aber es gibt Hilfe. Scheuen Sie sich nicht, psychologische Unterstützung zu suchen – ein offenes Gespräch mit Ihrem Arzt oder einer Selbsthilfegruppe kann sehr entlastend sein.
Vorbeugung
Nicht jede Form der Inkontinenz ist vermeidbar, aber Sie können Ihr Risiko senken: Halten Sie ein gesundes Körpergewicht, trainieren Sie regelmäßig den Beckenboden, vermeiden Sie Verstopfung, trinken Sie ausreichend, aber nicht zu viel auf einmal, und gehen Sie rechtzeitig zum Arzt, sobald Sie erste Anzeichen bemerken.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Früherkennungsuntersuchung für Inkontinenz. Sprechen Sie bei Ihrem Gesundheits-Check-up (z. B. ab 35 Jahren alle zwei Jahre) Ihren Hausarzt auf eventuelle Beschwerden an. Bei Frauen gehört die Frage nach Inkontinenz zur gynäkologischen Vorsorge.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautinfektionen im Genitalbereich durch ständige Feuchtigkeit (z. B. Pilzinfektionen oder Wundsein)
- Harnwegsinfekte, die auf die Nieren aufsteigen können (Nierenbeckenentzündung)
- Stürze und Knochenbrüche, wenn der Toilettendrang besonders eilig ist (vor allem nachts)
- Soziale Isolation und Depression durch Scham und Vermeidungsverhalten
Langzeitprognose
Die meisten Formen der Inkontinenz lassen sich gut behandeln oder zumindest deutlich verbessern. Mit der richtigen Diagnose und Therapie können die meisten Menschen ihren Alltag wieder weitgehend normal gestalten. Geben Sie sich Zeit – oft ist es ein Prozess, der Geduld erfordert, aber es lohnt sich, Hilfe zu suchen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.