kidney stone blood test explained
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Bluttest bei Nierensteinen ist eine Untersuchung, bei der Ihr Arzt eine Blutprobe nimmt, um die Arbeit Ihrer Nieren zu prüfen und herauszufinden, ob besondere Stoffe im Blut erhöht sind, die Nierensteine begünstigen. Mit diesem Test kann man zum Beispiel den Kalzium- oder Harnsäurespiegel messen.
Wichtige Fakten
- Nierensteine entstehen, wenn bestimmte Mineralien im Urin kristallisieren und feste Steine bilden.
- Ein Bluttest hilft, die Ursache für die Steine zu finden – etwa zu viel Kalzium oder Harnsäure.
- Die Behandlung richtet sich nach Größe, Lage und Zusammensetzung der Steine.
Ja, Nierensteine sind in Deutschland recht häufig. Etwa jeder zehnte Mensch bekommt mindestens einmal im Leben einen Nierenstein.
Nierensteine können Menschen jeden Alters betreffen, am häufigsten sind jedoch Erwachsene zwischen 30 und 60 Jahren. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Symptome
- Starke, anhaltende Nierenschmerzen, die sich nicht bessern
- Fieber und Schüttelfrost (möglicher Hinweis auf eine Nierenbeckenentzündung)
- Sie können kein Wasser lassen (Harnverhalt)
- Blut im Urin in großen Mengen oder mit Klumpen
- ⚠Neu auftretende oder sich verschlimmernde Schmerzen, aber ohne Fieber
- ⚠Blut im Urin, aber nur leicht und ohne Schmerzen
- ⚠Wiederholte Übelkeit oder Erbrechen
Häufige Symptome
- Starke, krampfartige Schmerzen im unteren Rücken oder in der Flanke (Nierenkolik)
- Schmerzen, die in den Unterleib oder die Leiste ausstrahlen
- Blut im Urin (rosa, rot oder braun gefärbt)
- Häufiger Harndrang, trüber oder übelriechender Urin
- Übelkeit und Erbrechen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Nierensteine unklare Bauchschmerzen, häufiges Wasserlassen oder Bettnässen verursachen.
- Manche Kinder haben Fieber oder wirken ungewöhnlich unruhig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft weniger typische Schmerzen, dafür eher allgemeine Beschwerden wie Verwirrtheit oder Schwäche.
- Harnwegsinfektionen mit Fieber treten häufiger auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Zu wenig trinken, sodass der Urin zu konzentriert ist.
- Eine Ernährung mit sehr viel Salz, Oxalat (z. B. in Spinat, Rhabarber, Nüssen) oder purinreichen Lebensmitteln (z. B. Innereien, Fleisch).
- Stoffwechselstörungen, die den Kalzium-, Harnsäure- oder Zystinspiegel im Urin erhöhen.
Risikofaktoren
- Übergewicht oder Diabetes
- Entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn)
- Bestimmte Medikamente (z. B. gegen HIV oder bestimmte Diuretika) – fragen Sie Ihren Arzt
- Harnwegsinfektionen oder vergrößerte Prostata
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzliche, starke Schmerzen in der Flanke oder im Rücken haben.
- Bei Fieber, Schüttelfrost oder wenn Sie sehr wenig Urin ausscheiden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie haben schon einmal einen Nierenstein gehabt und möchten wissen, ob ein Bluttest neue Hinweise gibt.
- Sie haben häufiger Nierensteine und wollen die Ursache abklären lassen.
Diagnose
Ein Nierenstein wird meist durch eine Kombination aus Bluttest, Urintest und bildgebenden Verfahren (wie Ultraschall oder Computertomografie) festgestellt. Der Bluttest ist dabei ein wichtiger Bestandteil, um die Nierenfunktion zu prüfen und mögliche Ursachen für die Steine zu finden.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest: Misst Kreatinin (Nierenfunktion), Elektrolyte, Harnsäure, Kalzium und Phosphat – nach den AWMF-Leitlinien.
- Urinuntersuchung: Prüft auf Blut, Infektionen und ausgeschiedene Kristalle.
- Bildgebung: Ultraschall oder CT zeigt die Lage, Größe und Anzahl der Steine.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Bluttest ist eine einfache Blutabnahme aus der Armvene. Sie müssen nicht nüchtern sein, Ihr Arzt wird Ihnen aber sagen, ob Sie etwas beachten sollen. Die Ergebnisse liegen meist nach ein bis zwei Tagen vor.
Behandlung
Die Behandlung hängt von Größe, Art und Lage des Steins ab sowie davon, ob er Beschwerden verursacht. Viele kleine Steine gehen von alleine ab. Bei größeren oder schmerzhaften Steinen helfen spezielle Verfahren, den Stein zu zertrümmern oder zu entfernen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel (mindestens 2,5 bis 3 Liter pro Tag), um den Urin zu verdünnen und Steine auszuspülen.
- Bewegung und Wärme (z. B. Wärmflasche) können die Schmerzen lindern.
- Ernährung umstellen: weniger Salz, weniger Oxalat (z. B. aus Spinat) und weniger Purine (aus Fleisch und Innereien).
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die das Abgehen des Steins erleichtern (z. B. Schmerzmittel oder entspannende Präparate für die Harnwege). Bei bestimmten Steinarten können auch Medikamente eingesetzt werden, um die Bildung neuer Steine zu verhindern – Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die passende Option.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn der Stein zu groß ist, um von selbst abzugehen, oder wenn er eine Harnwegsinfektion oder einen Harnstau verursacht, wird der Stein meist mittels Stoßwellentherapie (ESWL) oder einer endoskopischen Operation entfernt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Nierenstein können Sie meist ganz normal leben. Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken und auf Ihre Ernährung zu achten. Manche Menschen haben ein erhöhtes Risiko für erneute Steine – regelmäßige Kontrollen beim Arzt helfen, frühzeitig gegenzusteuern.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend Wasser oder ungesüßte Kräutertees.
- Reduzieren Sie Salz in Speisen und vermeiden Sie sehr oxalatreiche Lebensmittel in großen Mengen.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, um die Durchblutung der Nieren zu fördern.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, wenig Fleisch und ausreichend Kalzium (z. B. aus Milchprodukten) beugt neuen Steinen vor. Sport ist erlaubt, aber vermeiden Sie starke Dehydrierung (z. B. durch Schwitzen) – gleichen Sie den Flüssigkeitsverlust aus.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Menschen haben nach einem Nierenstein Angst vor erneuten Schmerzen. Das ist verständlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Bei anhaltender Belastung können psychologische Unterstützung oder die Telefonseelsorge helfen (kostenlos, 24h: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222).
Vorbeugung
Ja, die Bildung neuer Nierensteine lässt sich durch viel Trinken, eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil oft verhindern. Bei wiederholten Steinen kann der Arzt eine gezielte Vorbeugung mit Ihren Blut- und Urinwerten abstimmen.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie bereits einen Nierenstein hatten, empfehlen die AWMF-Leitlinien regelmäßige Kontrollen des Blutbildes, der Nierenfunktion und des Urins, um die Steinbildung frühzeitig zu erkennen und neue Steine zu vermeiden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nierensteine können den Harnleiter blockieren und zu einem schmerzhaften Harnstau führen.
- Ein unbehandelter Harnstau kann die Nierenfunktion langfristig schädigen (Nierenversagen).
- Bakterien können sich im gestauten Urin ansiedeln und eine schwere Nierenbeckenentzündung (Urosepsis) auslösen.
Langzeitprognose
Die Prognose ist in den allermeisten Fällen gut. Die meisten Steine gehen von alleine ab oder lassen sich erfolgreich behandeln. Mit den richtigen Vorsorgemaßnahmen und einer regelmäßigen ärztlichen Begleitung können Sie die Beschwerden deutlich reduzieren und neuen Steinen vorbeugen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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