Vorbereitung auf das Lymphödem-Screening
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Lymphödem-Screening ist eine Untersuchung, bei der frühzeitig Anzeichen von Lymphödemen erkannt werden. Ein Lymphödem ist eine Schwellung, die entsteht, wenn die Lymphflüssigkeit nicht richtig abfließt. Das Screening hilft, rechtzeitig mit einer Behandlung zu beginnen.
Wichtige Fakten
- Das Screening ist schmerzfrei und dauert etwa 20–30 Minuten.
- Es wird oft bei Menschen nach Krebsoperationen oder Bestrahlungen empfohlen.
- Eine frühe Erkennung verbessert die Behandlungschancen deutlich.
Lymphödeme sind nicht selten. Schätzungsweise 3–5 von 100 Menschen in Deutschland sind betroffen. Besonders häufig treten sie nach Brustkrebs- oder Prostatakrebsbehandlungen auf.
Das Screening richtet sich an Menschen mit erhöhtem Risiko, z. B. nach Krebsoperationen, Bestrahlungen oder Verletzungen des Lymphsystems. Auch bei angeborenen (primären) Lymphödemen kann ein Screening sinnvoll sein.
Symptome
- Plötzliche, starke Schwellung einer ganzen Gliedmaße, die sehr schmerzhaft ist
- Atemnot oder Engegefühl in der Brust (kann auf eine Lungenembolie hinweisen)
- ⚠Rötung, Überwärmung oder Fieber – das kann auf eine Infektion (Erysipel) hindeuten.
- ⚠Wenn sich die Schwellung innerhalb weniger Stunden deutlich verschlimmert.
Häufige Symptome
- Schwellungen an Arm oder Bein, die nicht wieder verschwinden
- Ein Spannungsgefühl oder Druck in der betroffenen Gliedmaße
- Hautveränderungen wie Verdickungen oder Verhärtungen
- Verminderte Beweglichkeit oder Schweregefühl
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann ein Lymphödem angeboren sein. Achten Sie auf ungleichmäßige Schwellungen an Armen oder Beinen.
- Schwierigkeiten beim Anziehen von Schuhen oder Kleidung auf einer Seite.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen bemerken oft erst spät eine leichte Schwellung. Hautveränderungen oder wiederkehrende Entzündungen können Zeichen sein.
- Vermehrtes Schwitzen oder nässende Haut in den Falten.
Ursachen
Hauptursachen
- Primäres Lymphödem: angeborene Fehlbildung des Lymphsystems, die oft erst in der Pubertät oder im Erwachsenenalter auffällt.
- Sekundäres Lymphödem: entsteht durch Schädigung des Lymphsystems, z. B. durch Krebsoperationen, Bestrahlungen, Verletzungen oder Infektionen.
Risikofaktoren
- Krebsbehandlungen, insbesondere Entfernung von Lymphknoten
- Bestrahlung im Bereich der Lymphknoten
- Übergewicht oder Bewegungsmangel
- Wiederkehrende Hautinfektionen (Erysipel)
- Vererbung (bei primären Lymphödemen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher, schmerzhafter Schwellung nach einer Operation oder Bestrahlung
- Wenn die Haut rot und heiß wird oder Sie Fieber bekommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie nach einer Krebsbehandlung regelmäßig Kontrollen wünschen
- Bei anhaltenden, leichten Schwellungen, die nicht von selbst zurückgehen
- Wenn in Ihrer Familie primäre Lymphödeme bekannt sind
Diagnose
Das Screening beginnt mit einem Gespräch über Ihre Beschwerden und Risikofaktoren. Anschließend misst der Arzt oder die Ärztin den Umfang des Armes oder Beines an mehreren Stellen. Auch ein spezieller Lymphflusstest (Lymphszintigrafie) oder eine Ultraschalluntersuchung können eingesetzt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Umfangmessung (Maßbandmessung)
- Lymphszintigrafie (Untersuchung des Lymphflusses mit schwach radioaktiver Substanz)
- Bioimpedanzspektroskopie (Messung des Gewebewassers)
- Ultraschall (zur Abgrenzung von anderen Schwellungen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei. Sie müssen lediglich Kleidung ablegen, die die betroffene Stelle bedeckt. Vor der Lymphszintigrafie sollten Sie ausreichend trinken. Ihr Arzt gibt Ihnen genaue Anweisungen. Nach dem Screening können Sie sofort wieder Ihren Alltag aufnehmen.
Behandlung
Wird ein Lymphödem festgestellt, beginnt die Behandlung mit der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE). Dazu gehören manuelle Lymphdrainage, Kompressionsstrümpfe, Bewegung und Hautpflege. Ziel ist es, die Schwellung zu reduzieren und ein Fortschreiten zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Tragen Sie konsequent Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsbandagen, wie verordnet.
- Bewegen Sie sich regelmäßig – z. B. Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren.
- Pflegen Sie Ihre Haut täglich mit rückfettenden Lotionen, um Rissen und Infektionen vorzubeugen.
- Vermeiden Sie enge Kleidung oder Schmuck, der abschnürt.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung beschränkt sich in der Regel auf die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Infektionen. Bei Bedarf kann Ihr Arzt entzündungshemmende Medikamente oder Antibiotika verschreiben. Eine spezifische medikamentöse Therapie gegen das Lymphödem selbst ist nicht verfügbar. Operationen kommen nur in schweren Fällen infrage.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur erwogen, wenn die konservative Therapie nicht ausreicht. Dazu gehören Verfahren wie die lymphovaskuläre Anastomose (Verbindung von Lymphbahnen mit Blutgefäßen) oder Fettabsaugung (Liposuktion) bei chronischen Lymphödemen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Lymphödem lässt es sich gut leben, wenn Sie die Therapie konsequent umsetzen. Planen Sie Zeit für die tägliche Lymphdrainage und Kompression ein. Achten Sie auf kleine Verletzungen und Sonnenschutz, um Hautentzündungen zu vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie immer Ihre Kompressionsversorgung.
- Vermeiden Sie Übergewicht, da es die Schwellung verstärken kann.
- Bewegen Sie sich moderat, aber regelmäßig.
- Lassen Sie sich nicht die Blutdruckmessung am betroffenen Arm durchführen (falls Armlymphödem).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft, das Gewicht zu halten. Bewegung wie Gehen, Radfahren oder Wassergymnastik fördert den Lymphfluss. Fragen Sie Ihren Arzt oder Physiotherapeuten nach einem individuellen Übungsprogramm.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Lymphödem kann belastend sein – vor allem, wenn die Schwellung auffällt oder die Behandlung zeitaufwändig ist. Viele Betroffene fühlen sich unsicher oder traurig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie eine psychologische Beratung, wenn Sie sich belastet fühlen. Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Ein primäres Lymphödem lässt sich nicht verhindern. Ein sekundäres Lymphödem nach Krebsbehandlungen kann durch eine frühe Aufklärung und regelmäßiges Screening oft vermieden oder abgemildert werden. Schützen Sie Ihre Haut vor Verletzungen und Infektionen.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe impfen, da Infekte das Lymphsystem schwächen können. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob weitere Impfungen sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiges Screening wird empfohlen, wenn Sie ein erhöhtes Risiko haben – z. B. nach Lymphknotenentfernung. Die Häufigkeit bespricht Ihr Arzt mit Ihnen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Schwellung, die zu Bewegungseinschränkungen führt
- Wiederkehrende Hautinfektionen (Erysipel)
- Hautveränderungen (Fibrose, Verhärtungen, Warzen)
- Selten: Lymphangiosarkom (eine bösartige Wucherung) – bei sehr langer unbehandelten Lymphödemen
Langzeitprognose
Mit einer konsequenten Behandlung lässt sich ein Lymphödem meist gut kontrollieren. Die meisten Betroffenen führen ein normales Leben. Je früher Sie mit der Therapie beginnen, desto besser sind die Aussichten. Auch wenn eine vollständige Heilung oft nicht möglich ist, können Sie die Beschwerden deutlich lindern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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