Menopause: Welche Tests führt die Fachärztin oder der Facharzt durch?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Menopause ist der Zeitpunkt im Leben einer Frau, an dem die Regelblutung für immer aufhört. Sie tritt normalerweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein. Der Körper stellt die Produktion von Eierstöcken und bestimmten Hormonen um. Diese Umstellung kann verschiedene Beschwerden verursachen. Um den genauen Stand der Wechseljahre zu bestimmen, können Fachärztinnen und Fachärzte (Gynäkologinnen/Gynäkologen) bestimmte Tests durchführen.
Wichtige Fakten
- Die Wechseljahre sind ein natürlicher Lebensabschnitt, keine Krankheit.
- Der Test auf das follikelstimulierende Hormon (FSH) im Blut kann Hinweise auf die Menopause geben.
- Eine Hormonbestimmung ist nicht immer nötig, aber hilfreich bei unklaren Fällen oder vor Therapieentscheidungen.
- Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und die AWMF-Leitlinie empfehlen eine individuelle Beratung vor Tests.
Ja, jede Frau durchlebt irgendwann die Wechseljahre. Etwa 50 Millionen Frauen weltweit sind aktuell in der Perimenopause oder Menopause.
Betroffen sind alle Frauen, meist zwischen 45 und 55 Jahren. Bei manchen beginnt der Übergang früher (vor dem 40. Lebensjahr spricht man von vorzeitiger Menopause), bei anderen später.
Symptome
- Sehr starke Blutungen, die Sie nicht unter Kontrolle bekommen
- Plötzliche, starke Schmerzen im Unterbauch oder Rücken
- Bewusstlosigkeit oder Kollaps
- ⚠Anhaltende, ungewöhnlich starke oder verlängerte Blutungen
- ⚠Blutungen nach der Menopause (mehr als 12 Monate keine Blutung)
- ⚠Schwere depressive Verstimmung oder Suizidgedanken – bitte wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder die psychiatrische Notaufnahme
Häufige Symptome
- Unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen
- Hitzewallungen und Nachtschweiß
- Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit
- Trockenheit der Scheide
- Nachlassende Libido (sexuelles Verlangen)
Symptome bei Kindern
- Nicht zutreffend – die Menopause tritt bei Kindern nicht auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Frauen nach der Menopause können Langzeitfolgen wie Osteoporose (Knochenschwund) oder erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko auftreten. Tests in dieser Phase dienen der Früherkennung.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Wechseljahre sind ein natürlicher Alterungsprozess. Die Eierstöcke stellen nach und nach die Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron ein.
Risikofaktoren
- Rauchen kann die Menopause um 1–2 Jahre früher eintreten lassen.
- Eine Operation zur Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) oder der Eierstöcke (Ovarektomie) kann eine plötzliche Menopause auslösen.
- Bestimmte Krebsbehandlungen (Chemotherapie, Bestrahlung) können die Eierstockfunktion vorzeitig beenden.
- Eine familiäre Vorgeschichte einer frühen Menopause erhöht das Risiko.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie starke, schmerzhafte oder ungewöhnlich häufige Blutungen haben.
- Bei Blutungen nach der Menopause (mehr als 1 Jahr nach der letzten Blutung).
- Wenn Sie unter starken depressiven Verstimmungen oder Angstzuständen leiden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Regelblutungen über mehrere Monate hinweg unregelmäßig werden und Sie Fragen zu den Wechseljahren haben.
- Wenn typische Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Scheidentrockenheit Sie im Alltag belasten.
- Im Rahmen der jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung.
Diagnose
Die Diagnose der Menopause wird in der Regel klinisch gestellt, also aufgrund Ihrer Beschwerden und Ihres Alters. Ein Test ist nicht immer erforderlich. Bei Unsicherheit, z. B. bei früher oder später Menopause, oder vor einer Hormontherapie, kann die Ärztin/der Arzt eine Blutuntersuchung durchführen.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf follikelstimulierendes Hormon (FSH): Ein erhöhter FSH-Wert (über 25–30 IE/l) weist auf eine fortgeschrittene Perimenopause hin.
- Östradiol-Bestimmung (die aktive Form von Östrogen) im Blut: Ein niedriger Östradiolspiegel bestätigt die verminderte Eierstockfunktion.
- Möglichweise Bestimmung der Schilddrüsenwerte (TSH, T3, T4), da Schilddrüsenerkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen können.
- Bei Verdacht auf vorzeitige Menopause (unter 40 Jahre): zusätzliche Hormontests, auch auf Anti-Müller-Hormon (AMH), um die Eierstockreserve abzuschätzen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutabnahme erfolgt meist am dritten bis fünften Zyklustag (wenn noch eine Blutung stattfindet) oder bei unregelmäßigen Blutungen an einem beliebigen Tag. Die Ergebnisse liegen meist nach 1–2 Tagen vor. Die Ärztin/der Arzt bespricht die Werte mit Ihnen und erklärt, ob eine Behandlung sinnvoll ist.
Behandlung
Die Behandlung der Wechseljahrsbeschwerden richtet sich nach den individuellen Symptomen und dem Wunsch der Frau. Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehören nichtmedikamentöse Maßnahmen, pflanzliche Mittel, Hormonersatztherapie (HET) und andere Ansätze. Eine Behandlung ist nicht zwingend nötig, aber bei starken Beschwerden empfehlenswert.
Selbsthilfe zu Hause
- Lernen Sie Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training.
- Achten Sie auf einen kühlen Schlafraum, Baumwollbettwäsche und Schichten beim Anziehen gegen Hitzewallungen.
- Bewegung an der frischen Luft, regelmäßiger Sport und ausreichend Schlaf helfen gegen Stimmungsschwankungen.
- Bei Scheidentrockenheit: Verwendung von Gleitmitteln oder Feuchtigkeitscremes auf Wasserbasis (ohne Hormone).
- Verzichten Sie auf Zigaretten und reduzieren Sie Alkohol und Koffein.
Medizinische Behandlungen
Falls Selbsthilfemaßnahmen nicht ausreichen, kann die Ärztin/der Arzt eine Hormonersatztherapie (HET) vorschlagen. Dabei werden niedrig dosierte Hormone (Östrogen, eventuell Gestagen) zugeführt. Die HET kann als Tabletten, Pflaster, Gel oder Creme verordnet werden. Sie ist individuell anzupassen. Auch nicht-hormonelle Medikamente (z. B. bestimmte Antidepressiva, Antiepileptika) können gegen Hitzewallungen helfen. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt beraten – eine HET ist nicht für jede Frau geeignet.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, z. B. wenn die Gebärmutter oder die Eierstöcke aufgrund einer Erkrankung (Myome, bösartige Veränderungen) entfernt werden müssen. Die Entfernung der Eierstöcke führt zur sofortigen Menopause.
Leben mit der Erkrankung
Die Wechseljahre sind eine Übergangszeit, die einige Jahre dauern kann. Sie können aktiv mit Ihrem Körper umgehen: Beobachten Sie, welche Maßnahmen Ihnen guttun, und sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung: 30 Minuten pro Tag, z. B. Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen oder Krafttraining.
- Stress abbauen durch Entspannungstechniken, Hobbys oder Gespräche mit Freundinnen und Freunden.
- Ausreichend Schlaf: 7–8 Stunden pro Nacht, bei Schlafstörungen feste Zubettgehzeiten und ein ruhiges Schlafzimmer.
- Auf Rauchen verzichten und Alkohol nur in Maßen genießen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen unterstützt Ihren Körper. Kalzium (z. B. aus Milchprodukten, grünem Blattgemüse, Mineralwasser) und Vitamin D (Sonnenlicht) sind wichtig für die Knochengesundheit. Bewegung an der frischen Luft stärkt auch die Psyche.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die hormonelle Umstellung kann die Stimmung beeinflussen. Viele Frauen fühlen sich gereizt, traurig oder ängstlich. Das ist normal, aber wenn diese Gefühle länger anhalten oder den Alltag beeinträchtigen, suchen Sie sich Hilfe. Auch Gespräche mit anderen Frauen in der gleichen Lebensphase können sehr entlastend sein.
Vorbeugung
Die Menopause selbst kann nicht verhindert werden – sie ist ein natürlicher Lebensabschnitt. Aber Sie können dazu beitragen, dass die Übergangszeit leichter verläuft und Langzeitfolgen wie Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermieden werden.
Impfungen
Impfungen wie gegen Grippe, COVID-19 oder Gürtelrose sind in den Wechseljahren weiterhin wichtig, um Infektionen vorzubeugen – besprechen Sie mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt, welche Auffrischungen für Sie empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Nehmen Sie die empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen wahr: jährlicher Pap-Abstrich (Zervixkarzinom), Mammographie-Screening (Brustkrebs) ab dem 50. Lebensjahr, Darmkrebsvorsorge und Knochendichtemessung bei Risiko. Die Wechseljahre sind ein guter Zeitpunkt, um Ihre Vorsorge zu optimieren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Osteoporose (Knochenschwund): Durch den Östrogenabfall nimmt die Knochendichte schneller ab – das Risiko für Knochenbrüche steigt.
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Unbehandelte starke Beschwerden können die Lebensqualität und die psychische Gesundheit beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Die Wechseljahre sind kein Grund zur Sorge – die meisten Frauen kommen gut durch diese Phase. Mit einem gesunden Lebensstil, regelmäßiger Bewegung und bei Bedarf medizinischer Unterstützung können Sie die Zeit aktiv und positiv gestalten. Langzeitrisiken lassen sich durch Vorsorge und einen gesunden Lebensstil deutlich verringern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026
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