nephritis specialist tests overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nephritis ist eine Entzündung der Nieren. Die Nieren sind zwei bohnenförmige Organe im unteren Rücken, die das Blut filtern und Abfallstoffe mit dem Urin ausscheiden. Bei einer Nephritis schwellen die Nieren an und können nicht mehr richtig arbeiten.
Wichtige Fakten
- Nephritis kann plötzlich (akut) oder über lange Zeit (chronisch) auftreten.
- Unbehandelt kann eine Nierenentzündung zu dauerhaften Nierenschäden führen.
- Mit frühzeitiger Diagnose und Behandlung ist die Prognose oft gut.
Nephritis ist nicht sehr häufig, aber auch nicht selten. In Deutschland sind etwa 3 bis 5 von 10.000 Menschen betroffen. Die genaue Häufigkeit hängt von der jeweiligen Form ab.
Nephritis kann Menschen jeden Alters betreffen. Bestimmte Formen treten häufiger bei Kindern (z. B. Glomerulonephritis nach Infekten) oder bei Erwachsenen (z. B. Lupusnephritis bei jungen Frauen) auf.
Symptome
- Plötzlich gar kein Urin mehr (Nierenversagen)
- Kurzatmigkeit oder Atemnot
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfälle
- Sehr hoher Blutdruck (ab 180/120 mmHg)
- ⚠Blut im Urin, das Sie mit bloßem Auge sehen können
- ⚠Starke Schwellungen im Gesicht oder an den Beinen
- ⚠Übelkeit und Erbrechen, die nicht aufhören
- ⚠Fieber über 39 °C mit Schüttelfrost
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Geschwollene Knöchel, Beine oder Hände (Ödeme)
- Schaumiger Urin (ein Zeichen für Eiweiß im Urin)
- Blut im Urin (rötlicher oder dunkler Urin)
- Hoher Blutdruck
- Wenig Urin oder häufiger Harndrang
Symptome bei Kindern
- Fieber und Schüttelfrost
- Appetitlosigkeit und Übelkeit
- Blasses Aussehen
- Schmerzen im Rücken oder Bauch
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Konzentrationsschwierigkeiten
- Unerklärliche Müdigkeit
- Schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Wenig Urin oder trotzdem häufige Toilettengänge
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen: z. B. nach einer Streptokokken-Infektion (wie Scharlach) oder einer Virusinfektion
- Autoimmunerkrankungen: Das Immunsystem greift fälschlicherweise die Nieren an (z. B. bei Lupus oder IgA-Nephritis)
- Bestimmte Medikamente oder Gifte, die die Nieren reizen
- Durchblutungsstörungen der Nieren (z. B. bei schwerem Bluthochdruck)
Risikofaktoren
- Vorherige Nierenerkrankungen
- Familienangehörige mit Nierenerkrankungen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Infektionen – besonders bei Kindern
- Bestimmte rheumatische Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Blut im Urin, das Sie mit bloßem Auge sehen
- Wenn Sie plötzlich weniger als 500 ml Urin am Tag haben
- Bei starker Kurzatmigkeit oder Schwellungen im Gesicht
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie anhaltende Müdigkeit oder Schwellungen an den Beinen bemerken
- Wenn Ihr Urin trüb oder schaumig wird
- Wenn Ihr Blutdruck zu Hause wiederholt erhöht ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose durch eine Kombination aus Gespräch, körperlicher Untersuchung und speziellen Tests. Nephritis wird oft von Fachärzten für Nierenkrankheiten (Nephrologen) untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Urintests: Mit einem Teststreifen wird nach Eiweiß, Blut oder Entzündungszellen gesucht. Auch die Urinmenge wird gemessen.
- Blutuntersuchung: Kreatinin und Harnstoff zeigen, wie gut die Nieren filtern. Auch Entzündungswerte (CRP) und Autoantikörper werden geprüft.
- Ultraschall der Nieren: So können Größe, Form und Durchblutung der Nieren beurteilt werden.
- Nierenbiopsie: Unter örtlicher Betäubung wird mit einer dünnen Nadel ein kleines Stück Nierengewebe entnommen. Das wird im Labor untersucht, um die genaue Ursache der Entzündung zu finden.
- Blutdruckmessung: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann auf eine Nierenschädigung hinweisen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist unkompliziert. Für den Ultraschall müssen Sie mit voller Blase kommen. Bei der Nierenbiopsie werden Sie kurz im Krankenhaus oder einer Praxis überwacht. Die Ergebnisse der Biopsie liegen nach einigen Tagen vor.
Behandlung
Die Behandlung einer Nephritis richtet sich nach der Ursache. Ziel ist es, die Entzündung zu stoppen und die Nierenfunktion zu schützen. Oft ist eine Kombination aus Medikamenten und Änderungen im Lebensstil nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend (fragen Sie Ihren Arzt, wie viel für Sie optimal ist)
- Vermeiden Sie entzündungsfördernde Substanzen wie Rauchen und Alkohol
- Reduzieren Sie Kochsalz in Ihrer Ernährung (max. 5–6 g pro Tag)
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck (zu Hause oder in der Apotheke)
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung kann entzündungshemmende Medikamente wie Kortison sowie Arzneimittel zur Blutdrucksenkung umfassen. Bei Autoimmun-Nephritis werden oft Immunsuppressiva eingesetzt – diese dämpfen das Immunsystem. Antibiotika kommen nur zum Einsatz, wenn eine bakterielle Infektion die Ursache ist. Ihr Arzt wird die genaue Therapie mit Ihnen besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen nötig, z. B. wenn ein Nierenabszess (Eiteransammlung) entsteht oder wenn die Nieren vollständig versagen und eine Dialyse (Blutwäsche) begonnen werden muss. Eine Nierentransplantation kann im Endstadium einer chronischen Nephritis erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Bei einer chronischen Nephritis ist es wichtig, den Alltag an die Erkrankung anzupassen. Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Symptome und Blutdruckwerte. Nehmen Sie Medikamente regelmäßig ein. Vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten an Tagen, an denen Sie sich müde fühlen.
Tipps für den Alltag
- Bewegung: Leichte Ausdaueraktivitäten wie Spazierengehen oder Schwimmen sind meist gut – fragen Sie Ihren Arzt.
- Ernährung: Meist wird eine salzarme, eiweißangepasste Kost empfohlen. Ein Ernährungsberater kann helfen.
- Gewichtskontrolle: Übergewicht belastet die Nieren.
- Vermeiden Sie nierenbelastende Medikamente wie bestimmte Schmerzmittel (NSAR) – fragen Sie vorher Ihren Arzt.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf ausgewogene Mahlzeiten mit wenig Salz und gesunden Fetten. Verzichten Sie auf stark verarbeitete Lebensmittel. Bewegung hilft, den Blutdruck zu senken und das Wohlbefinden zu steigern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Nierenerkrankung kann Ängste und depressive Verstimmungen auslösen. Es ist normal, sich manchmal überfordert zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einem Psychologen zu sprechen. Bei akuten Gedanken an Selbstverletzung wenden Sie sich sofort an die Telefonseelsorge (112) oder eine psychiatrische Notaufnahme.
Vorbeugung
Eine Nephritis ist nicht immer vermeidbar, aber Sie können Ihr Risiko senken: Behandeln Sie Infektionen rechtzeitig, Impfungen sind wichtig (z. B. gegen Grippe und Pneumokokken), und vermeiden Sie übermäßigen Gebrauch von Schmerzmitteln.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe, Pneumokokken und gegebenenfalls gegen Hepatitis B impfen. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Bei Risikogruppen (z. B. Diabetes, Bluthochdruck) wird regelmäßig ein Urintest auf Eiweiß und ein Bluttest auf Nierenwerte empfohlen. Ihr Hausarzt kann das durchführen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Nierenschwäche (Niereninsuffizienz), die bis zur Dialysepflicht führen kann
- Bluthochdruck, der Herz und Gefäße schädigt
- Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) bis hin zu Lungenödemen
- Elektrolytstörungen (z. B. zu viel Kalium im Blut), die lebensbedrohlich sein können
Langzeitprognose
Die Aussichten hängen von der Ursache ab. Bei einer akuten, gut behandelbaren Nephritis (z. B. nach Infektion) erholen sich die Nieren oft vollständig. Bei chronischen Formen kann die Erkrankung mit modernen Medikamenten und Anpassungen im Lebensstil über viele Jahre stabil gehalten werden. Im Falle eines Nierenversagens stehen Dialyse und Nierentransplantation als Behandlungen zur Verfügung. Viele Menschen mit Nephritis führen ein erfülltes Leben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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