neuropathy specialist tests overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Neuropathie ist eine Schädigung der peripheren Nerven – also der Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Diese Nerven leiten Signale zwischen dem Körper und dem Gehirn weiter. Bei einer Neuropathie werden diese Signale gestört, was zu Beschwerden wie Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen führen kann.
Wichtige Fakten
- Neuropathie tritt häufig als Folge von Diabetes auf (diabetische Neuropathie).
- Die Symptome beginnen oft in den Füßen und Händen und können sich ausbreiten.
- Eine frühzeitige Behandlung der Ursache kann die Beschwerden lindern und das Fortschreiten verlangsamen.
Ja, Neuropathie ist relativ häufig. Schätzungsweise jeder zehnte Mensch über 40 Jahre ist davon betroffen. Bei Menschen mit Diabetes liegt die Rate noch höher.
Neuropathie kann Menschen jeden Alters betreffen, tritt aber häufiger bei älteren Erwachsenen auf. Besonders gefährdet sind Menschen mit Diabetes, chronischen Nierenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder Vitaminmangel.
Symptome
- Plötzliche Lähmung eines Arms oder Beins
- Akute Atemnot oder Schluckbeschwerden
- Starke, plötzlich auftretende Schmerzen in der Brust oder im Bauch
- ⚠Neue oder sich verschlimmernde Symptome an Händen oder Füßen
- ⚠Verletzungen an den Füßen, die nicht heilen
- ⚠Starke Schmerzen, die den Alltag beeinträchtigen
Häufige Symptome
- Kribbeln oder „Ameisenlaufen“ in Händen und Füßen
- Taubheitsgefühl oder verminderte Empfindlichkeit
- Brennende oder stechende Schmerzen
- Muskelschwäche, besonders in den Beinen
- Probleme mit dem Gleichgewicht oder der Koordination
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind die Symptome ähnlich, oft aber weniger ausgeprägt. Achten Sie auf Fußschmerzen, häufiges Stolpern oder Schwierigkeiten beim Schreiben.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben häufiger ein vermindertes Schmerzempfinden, was das Risiko für Verletzungen erhöht. Auch Gleichgewichtsstörungen und Stürze sind typisch.
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetes (diabetische Neuropathie)
- Alkoholmissbrauch (alkoholische Neuropathie)
- Vitaminmangel, besonders Vitamin B12
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Guillain-Barré-Syndrom)
- Infektionen (z. B. Gürtelrose oder Borreliose)
Risikofaktoren
- Diabetes oder Prädiabetes
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Rauchen
- Chronischer Alkoholkonsum
- Bestimmte Medikamente (z. B. Chemotherapie)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Schwäche oder Lähmungserscheinungen
- Bei Verletzungen an den Füßen, die nicht abheilen
- Bei starken Schmerzen, die auf keine Schmerzmittel ansprechen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltendem Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen in Händen/Füßen
- Wenn Sie oft stolpern oder Ihr Gleichgewicht verlieren
- Wenn Sie Diabetes haben und neue Symptome an den Füßen bemerken
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine Kombination aus Anamnese (Beschreibung Ihrer Symptome), körperlicher Untersuchung und speziellen Tests. Bei Verdacht auf Neuropathie überweist er Sie oft an einen Neurologen (Nervenarzt).
Mögliche Untersuchungen
- Nervenleitgeschwindigkeit (NLG): Misst, wie schnell elektrische Signale durch die Nerven laufen.
- Elektromyographie (EMG): Prüft die elektrische Aktivität der Muskeln.
- Bluttests: Suchen nach Diabetes, Vitaminmangel oder anderen Ursachen.
- Hautbiopsie: Entnahme einer winzigen Hautprobe zur Untersuchung der Nervenfasern.
- Liquoruntersuchung (Nervenwasserpunktion): Nur bei bestimmten Verdachtsfällen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Tests sind schmerzfrei oder nur leicht unangenehm. Bei der NLG oder EMG können Sie ein kurzes Stromgefühl oder Muskelzucken spüren. Die Ergebnisse helfen, die Art der Neuropathie zu bestimmen und die beste Behandlung zu finden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und den Symptomen. Ziel ist es, die Grunderkrankung zu behandeln, Schmerzen zu lindern und Folgeschäden zu vermeiden. Ein individueller Behandlungsplan wird mit Ihrem Arzt besprochen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung, z. B. Spazierengehen oder Schwimmen, verbessert die Durchblutung.
- Fußpflege: Tägliches Untersuchen und Eincremen der Füße beugt Verletzungen vor.
- Vermeiden Sie Alkohol und Rauchen, da beides die Nerven schädigen kann.
Medizinische Behandlungen
Ärzte können verschiedene Therapien verschreiben, darunter Medikamente gegen Nervenschmerzen (z. B. Antidepressiva oder Antiepileptika), Physiotherapie zur Kräftigung der Muskeln und Ergotherapie für den Alltag. Bei starken Schmerzen kommen manchmal lokale Betäubungspflaster oder eine transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) zum Einsatz. Bitte fragen Sie Ihren Arzt nach den für Sie geeigneten Optionen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig, z. B. bei einem eingeengten Nerv (Karpaltunnelsyndrom) oder bei bestimmten Formen der Neuropathie, die durch Druck auf die Nerven entstehen.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie besonders auf Ihre Füße: Tragen Sie gut passende Schuhe, schneiden Sie Nägel gerade und suchen Sie täglich nach Wunden oder Druckstellen. Vermeiden Sie extreme Temperaturen und benutzen Sie Handläufe, um Stürze zu vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Bleiben Sie aktiv, aber überfordern Sie sich nicht.
- Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation kann helfen.
- Sprechen Sie offen mit Familie und Freunden über Ihre Einschränkungen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Nervenfunktion. Besonders wichtig sind B-Vitamine (z. B. aus Hülsenfrüchten, Nüssen und grünem Blattgemüse). Bewegung erhalten Sie Muskelkraft und Gleichgewicht – Ihr Arzt oder Physiotherapeut kann ein individuelles Programm empfehlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen oder Einschränkungen können zu Angst, Niedergeschlagenheit oder Depression führen. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen – psychologische Unterstützung ist ein wichtiger Teil der Behandlung.
Vorbeugung
In vielen Fällen lässt sich eine Neuropathie verhindern oder hinauszögern. Dazu gehört die gute Behandlung von Diabetes, die Vermeidung von Alkoholexzessen, eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig.
Früherkennungsprogramme
Bei Menschen mit Diabetes empfehlen die Ärztlichen Leitlinien eine regelmäßige Fußuntersuchung und einen einfachen Test auf Berührungsempfindlichkeit. Bei bestimmten Erkrankungen wie Rheuma kann der Arzt ebenfalls Vorsorgetests anordnen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fußgeschwüre (offene Wunden), die schwer heilen
- Infektionen, die bis zum Knochen reichen können (Osteomyelitis)
- Amputationen von Zehen, Füßen oder Beinen
- Stürze und Knochenbrüche durch Gleichgewichtsprobleme
Langzeitprognose
Die Aussichten hängen von der Ursache ab. Viele Formen der Neuropathie lassen sich gut behandeln, sodass die Symptome nachlassen oder sich nicht verschlimmern. Auch wenn eine vollständige Heilung nicht immer möglich ist, kann eine frühzeitige Therapie die Lebensqualität deutlich verbessern. Mit einer guten Selbstfürsorge und ärztlicher Betreuung können die meisten Betroffenen ein aktives Leben führen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.