Der Panik-Bluttest: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Panik-Bluttest ist eine Blutuntersuchung, mit der Ihr Arzt körperliche Ursachen für Ihre Panikattacken ausschließen kann. Zum Beispiel Schilddrüsenüberfunktion, niedriger Blutzucker oder Herzprobleme. Der Test misst verschiedene Werte wie Hormone oder Elektrolyte.
Wichtige Fakten
- Der Test selbst ist schmerzlos und dauert nur wenige Minuten.
- Er hilft, eine Panikstörung von anderen Erkrankungen zu unterscheiden.
- Ein negatives Ergebnis bedeutet nicht, dass Ihre Symptome eingebildet sind – sie können dennoch durch Angst ausgelöst werden.
Ja, dieser Test wird häufig durchgeführt, wenn Menschen mit plötzlichen Angst- oder Paniksymptomen zum Arzt kommen.
Er betrifft vor allem Erwachsene, die unter wiederkehrenden Panikattacken leiden, sowie Menschen mit unklaren körperlichen Beschwerden wie Herzrasen oder Atemnot.
Symptome
- Starke Brustschmerzen, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen
- Plötzliche starke Atemnot oder Erstickungsgefühl
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall
- Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid
- ⚠Erste Panikattacke mit Brustschmerz oder Atemnot, die Sie noch nie hatten
- ⚠Panikattacken, die länger als 30 Minuten anhalten
- ⚠Symptome, die mit Fieber oder Verwirrtheit einhergehen
Häufige Symptome
- Plötzlich auftretende starke Angst oder Furcht
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Schweißausbrüche oder Zittern
- Kurzatmigkeit oder Engegefühl in der Brust
- Gefühl zu ersticken
- Übelkeit oder Bauchschmerzen
- Schwindel oder Benommenheit
- Gefühl der Unwirklichkeit oder Angst zu sterben
Symptome bei Kindern
- Kinder können Panikattacken mit Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Wutanfällen zeigen.
- Sie klagen oft über Übelkeit oder haben das Gefühl, „verrückt zu werden“.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene erleben möglicherweise eher Brustschmerz oder Atemnot.
- Sie neigen dazu, körperliche Symptome stärker zu betonen, was den Verdacht auf eine Herzerkrankung lenken kann.
Ursachen
Hauptursachen
- Panikstörung – eine Angststörung mit wiederkehrenden, unerwarteten Attacken
- Körperliche Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Herzrhythmusstörungen oder Unterzuckerung
- Starker Stress oder traumatische Erlebnisse
- Genetische Veranlagung – Panikstörung kann in Familien gehäuft auftreten
Risikofaktoren
- Familienangehörige mit Angststörungen
- Große Lebensveränderungen (z. B. Umzug, Jobwechsel, Trennung)
- Chronischer Stress oder Überlastung
- Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (z. B. hohe Ängstlichkeit)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei der ersten Panikattacke, vor allem wenn sie mit Brustschmerz oder Atemnot einhergeht
- Wenn Sie sich ohnmächtig fühlen oder das Bewusstsein verlieren
- Wenn Panikattacken Ihre täglichen Aktivitäten stark einschränken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Panikattacken öfter als einmal pro Woche auftreten
- Wenn Sie befürchten, eine ernsthafte körperliche Krankheit zu haben
- Wenn Sie trotz Selbsthilfemaßnahmen keine Besserung spüren
Diagnose
Der Arzt führt zunächst ein ausführliches Gespräch über Ihre Symptome (Anamnese) und fragt nach Auslösern, Dauer und Häufigkeit. Dann folgt eine körperliche Untersuchung, bei der auch Blut abgenommen wird. Mit dem Bluttest werden Werte wie Schilddrüsenhormone (TSH), Blutzucker, Elektrolyte und manchmal auch Stresshormone gemessen.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest (z. B. kleines Blutbild, TSH, Glukose, Elektrolyte, Kortisol)
- Elektrokardiogramm (EKG) zum Ausschluss von Herzrhythmusstörungen
- Eventuell Langzeit-EKG oder Belastungs-EKG
- Bei Bedarf Schilddrüsenultraschall oder Hormontests
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie bekommen eine Blutprobe aus der Armvene entnommen – das tut kurz weh, ist aber schnell vorbei. Davor und danach können Sie normal essen und trinken. Die Ergebnisse liegen meist innerhalb weniger Tage vor. Der Arzt bespricht die Befunde mit Ihnen und erklärt, ob Ihre Symptome eher durch eine körperliche Ursache oder eine Panikstörung bedingt sind.
Behandlung
Die Behandlung einer Panikstörung umfasst in der Regel eine Kombination aus Psychotherapie und unterstützenden Maßnahmen. Ziel ist es, die Angst zu verstehen, Auslöser zu erkennen und Bewältigungsstrategien zu erlernen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Entspannungsübungen wie tiefe Bauchatmung oder progressive Muskelentspannung
- Ausdauersport (z. B. Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen) – mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen
- Vermeidung von Koffein, Alkohol und Nikotin, da diese Panikattacken auslösen können
- Ausreichend Schlaf – 7–9 Stunden pro Nacht
Medizinische Behandlungen
Bei mittelschweren bis schweren Panikstörungen können Medikamente helfen, die die Häufigkeit und Stärke der Attacken verringern. Dazu gehören bestimmte Antidepressiva oder angstlösende Mittel (Benzodiazepine), die aber nur kurzfristig eingesetzt werden sollten. Die genaue Medikation wird immer individuell vom Arzt festgelegt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Vor- und Nachteile.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit einer Panikstörung bedeutet, die eigenen Warnsignale zu erkennen und frühzeitig gegenzusteuern. Viele Menschen lernen, ihre Attacken vorherzusehen und durch Atemtechniken zu entschärfen. Ein Tagebuch über Auslöser und Symptome kann helfen, Muster zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Feste Tagesabläufe geben Sicherheit und Struktur
- Regelmäßiger Sport baut Stress ab und verbessert die Stimmung
- Achten Sie auf ausreichend soziale Kontakte – isolieren Sie sich nicht
- Vermeiden Sie übermäßige Bildschirmzeit und lesen Sie lieber oder verbringen Sie Zeit in der Natur
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihren Körper. Vermeiden Sie stark zuckerhaltige oder verarbeitete Lebensmittel. Bewegung an der frischen Luft wirkt zusätzlich angstlösend – schon ein täglicher Spaziergang kann helfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Panikattacken sind beängstigend, aber sie sind behandelbar. Viele Menschen fühlen sich durch die Symptome isoliert oder stigmatisiert. Es ist wichtig zu verstehen, dass Sie nicht allein sind: Rund 4 % der Menschen in Deutschland erleben irgendwann eine Panikattacke. Mit der richtigen Behandlung können die meisten ein normales Leben führen.
Vorbeugung
Eine Panikstörung lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können das Risiko senken, indem Sie Stress frühzeitig abbauen, ausreichend schlafen und sich regelmäßig bewegen. Wenn Sie erste Symptome bemerken, suchen Sie frühzeitig Hilfe – das kann eine Chronifizierung verhindern.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening auf Panikstörung in der Allgemeinbevölkerung wird nicht empfohlen. Wenn Sie jedoch häufiger unerklärliche Angstzustände haben, lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten – er kann gegebenenfalls an einen Psychotherapeuten überweisen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Panikstörung mit immer häufigeren Attacken
- Sozialer Rückzug und Vermeidungsverhalten (z. B. Angst vor öffentlichen Plätzen – Agoraphobie)
- Depressive Verstimmungen oder Alkohol- und Medikamentenmissbrauch zur Selbstberuhigung
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch dauerhaften Stress
Langzeitprognose
Die Prognose bei Panikstörungen ist insgesamt gut. Mit einer frühzeitigen Behandlung – zum Beispiel einer kognitiven Verhaltenstherapie – können 70–90 % der Betroffenen eine deutliche Besserung erreichen. Auch ohne vollständige Heilung lässt sich die Lebensqualität meist deutlich verbessern. Bleiben Sie zuversichtlich und scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Telefonseelsorge · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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