Tests bei Panikstörung: Was ein Facharzt untersucht
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Panikstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der plötzlich starke Angstanfälle (Panikattacken) auftreten. Ein Facharzt für Psychiatrie oder Psychotherapie führt verschiedene Tests durch, um andere körperliche Ursachen auszuschließen und die Diagnose zu sichern.
Wichtige Fakten
- Panikattacken treten plötzlich auf und erreichen innerhalb von Minuten einen Höhepunkt.
- Die Diagnose wird nach einem ausführlichen Gespräch und körperlichen Untersuchungen gestellt.
- Eine Behandlung mit Psychotherapie (z. B. kognitiver Verhaltenstherapie) ist sehr wirksam.
Panikstörungen sind relativ häufig. Etwa 2–3 % der Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens davon betroffen.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen, beginnt aber meist im jungen Erwachsenenalter (18–35 Jahre). Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Symptome
- Starke Brustschmerzen, die auf einen Herzinfarkt hindeuten könnten
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Schwere Atemnot, die nicht nachlässt
- ⚠Wiederholte Panikattacken, die den Alltag stark beeinträchtigen
- ⚠Vermeidungsverhalten (z. B. nicht mehr vor die Tür gehen)
- ⚠Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid
Häufige Symptome
- Plötzliche, starke Angst oder Unwohlsein
- Herzrasen oder Herzklopfen
- Schwitzen und Zittern
- Atemnot oder Erstickungsgefühl
- Übelkeit oder Bauchschmerzen
- Schwindel oder Benommenheit
- Gefühl der Entfremdung (wie neben sich stehen)
- Angst zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen häufig über Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen.
- Sie vermeiden bestimmte Situationen (z. B. Schule, Sport) aus Angst vor einer Panikattacke.
- Weinen oder Klammern an Bezugspersonen kann vorkommen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Körperliche Beschwerden wie Brustenge oder Schwindel stehen im Vordergrund.
- Panikattacken können mit Alterserkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Problemen) verwechselt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Genetische Veranlagung: Panikstörung tritt in Familien gehäuft auf.
- Stressige Lebensereignisse wie Trennungen, Verluste oder Arbeitsbelastung.
- Veränderungen im Gehirn: Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin sind fehlreguliert.
- Traumatische Erlebnisse (z. B. Missbrauch, Unfälle) können Auslöser sein.
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung (Eltern oder Geschwister mit Angststörungen)
- Schwierige Kindheitserfahrungen oder Misshandlung
- Andere psychische Erkrankungen (z. B. Depression, generalisierte Angststörung)
- Chronischer Stress oder Überforderung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Panikattacken mit Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht einhergehen – rufen Sie 112.
- Wenn Sie Suizidgedanken haben – suchen Sie sofort eine psychiatrische Notaufnahme auf oder rufen Sie die Telefonseelsorge an.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Panikattacken mehrfach auftreten und Sie sich ängstigen, erneut eine zu bekommen.
- Wenn Sie beginnen, bestimmte Orte oder Situationen zu vermeiden.
- Wenn die Beschwerden länger als einen Monat anhalten.
Diagnose
Der Facharzt führt ein ausführliches Gespräch (Anamnese), untersucht Sie körperlich und schließt andere Erkrankungen aus. Nach den Kriterien der AWMF-Leitlinie wird die Diagnose gestellt, wenn die Panikattacken wiederholt auftreten und Sie sich ständig Sorgen vor der nächsten Attacke machen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Abhören, Blutdruckmessen)
- Elektrokardiogramm (EKG) – Herzrhythmus prüfen
- Blutuntersuchung (Schilddrüsenwerte, Blutzucker, Elektrolyte)
- Fragebögen zur Angstsymptomatik (z. B. Panikfragebögen)
- Ggf. Langzeit-EKG oder Belastungs-EKG, um Herzprobleme auszuschließen
- Ggf. psychologische Testverfahren
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie genau zu Ihren Symptomen, Auslösern und Ihrer Vorgeschichte befragen. Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern insgesamt ein bis zwei Stunden. Sie erhalten danach eine Erklärung der Befunde und einen Behandlungsvorschlag.
Behandlung
Die Behandlung einer Panikstörung besteht in der Regel aus Psychotherapie (vor allem kognitiver Verhaltenstherapie) und gegebenenfalls Medikamenten. Ziel ist es, die Angst zu verringern und Ihnen zu helfen, Ihren Alltag wieder unbeschwert zu meistern. Ihr Arzt wird mit Ihnen einen individuellen Plan erstellen.
Selbsthilfe zu Hause
- Lernen Sie Atem- und Entspannungstechniken (z. B. Bauchatmung, progressive Muskelentspannung).
- Bewegen Sie sich regelmäßig – Ausdauersport kann die Angst reduzieren.
- Vermeiden Sie übermäßigen Koffein-, Alkohol- und Nikotinkonsum.
- Tauschen Sie sich mit vertrauten Menschen über Ihre Ängste aus.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Psychotherapie verschreiben (z. B. kognitive Verhaltenstherapie). In manchen Fällen werden Arzneimittel eingesetzt, die stimmungsaufhellend oder angstlösend wirken. Diese Medikamente müssen immer ärztlich verordnet und begleitet werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie passende Option.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind bei Panikstörung nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Mit der richtigen Behandlung können die meisten Menschen mit Panikstörung ein erfülltes Leben führen. Lernen Sie, Warnsignale früh zu erkennen und Bewältigungsstrategien anzuwenden. Vermeiden Sie nicht die Situationen, die Angst auslösen – das verstärkt die Furcht langfristig.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie einen geregelten Tagesablauf mit festen Schlaf- und Essenszeiten ein.
- Planen Sie regelmäßige Auszeiten und Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten.
- Suchen Sie den Kontakt zu Familie und Freunden – soziale Unterstützung ist wichtig.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Regelmäßiger Sport (mindestens 30 Minuten pro Tag) kann die Stimmung heben und das Angstniveau senken. Langes Sitzen oder Isolation verstärken dagegen oft die Beschwerden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Panikstörung kann Ihr Selbstvertrauen schwächen und zu Vermeidungsverhalten führen, was den Alltag stark einschränkt. Oft treten auch depressive Verstimmungen auf. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig Hilfe zu suchen und die Behandlung konsequent umzusetzen.
Vorbeugung
Eine Panikstörung lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können das Risiko senken, indem Sie Stress reduzieren, frühzeitig auf Warnsignale achten und eine gesunde Lebensweise pflegen. Eine frühzeitige Behandlung verhindert oft eine Chronifizierung der Angst.
Komplikationen
Unbehandelt
- Soziale Isolation und Rückzug aus dem Alltag
- Entwicklung einer Depression oder anderer Angststörungen
- Missbrauch von Alkohol oder Beruhigungsmitteln
- Berufliche oder schulische Probleme bis hin zur Arbeitsunfähigkeit
Langzeitprognose
Mit einer adäquaten Behandlung ist die Prognose sehr gut. Viele Menschen werden vollständig beschwerdefrei oder lernen, die Symptome so zu kontrollieren, dass sie kaum noch belasten. Nehmen Sie die ersten Schritte und suchen Sie professionelle Hilfe – es lohnt sich.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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