PCOS symptoms blood test explained
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine häufige Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei produzieren die Eierstöcke mehr männliche Hormone als normal. Dadurch können der Zyklus unregelmäßig werden und sich kleine Flüssigkeitsbläschen (Zysten) in den Eierstöcken bilden. Ein Bluttest kann die Hormonwerte messen und so bei der Diagnose helfen.
Wichtige Fakten
- PCOS ist die häufigste Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter.
- Die Diagnose erfolgt meist durch Blutuntersuchungen und Ultraschall.
- PCOS ist nicht heilbar, aber die Symptome lassen sich gut behandeln.
Ja, PCOS ist sehr häufig. Etwa 5 bis 10 von 100 Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen. Das entspricht rund jeder zehnten Frau.
PCOS betrifft hauptsächlich Frauen im gebärfähigen Alter, also etwa zwischen 15 und 45 Jahren. Es kann aber auch bei Jugendlichen und älteren Frauen vorkommen. Die Störung tritt unabhängig von Herkunft oder Lebensstil auf.
Symptome
- Starke Unterleibsschmerzen, die plötzlich auftreten
- Ohnmachtsanfall oder starker Schwindel
- Sehr starke, nicht aufhörende Blutung (mehr als alle 1–2 Stunden eine Binde oder ein Tampon)
- ⚠Starke Schmerzen im Unterbauch, die nicht weggehen
- ⚠Fieber mit Unterleibsschmerzen
- ⚠Plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen
Häufige Symptome
- Unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen
- Vermehrte Körper- und Gesichtsbehaarung (Hirsutismus)
- Akne oder fettige Haut
- Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Abnehmen
- Ausdünnendes Kopfhaar (androgenetische Alopezie)
- Fruchtbarkeitsprobleme (erschwerte Empfängnis)
- Dunkle, dicke Hautstellen an Nacken, Achseln oder Leisten (Acanthosis nigricans)
Symptome bei Kindern
- Frühe Pubertätszeichen (Schamhaare, Brustwachstum) vor dem 8. Lebensjahr
- Starke Akne, auch schon in jungen Jahren
- Übergewicht oder schnelle Gewichtszunahme
- Unregelmäßige Perioden schon bei Jugendlichen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren können einige Symptome wie Akne oder Behaarung nachlassen
- Blutfettstörungen und erhöhter Blutdruck treten häufiger auf
- Das Risiko für Diabetes Typ 2 steigt mit dem Alter
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt.
- Eine Vererbung spielt eine Rolle – PCOS tritt oft in Familien gehäuft auf.
- Eine Insulinresistenz: Der Körper reagiert nicht richtig auf das Hormon Insulin, was zu erhöhten Insulinspiegeln führt und die Hormonproduktion beeinflusst.
- Eine Überproduktion männlicher Hormone (Androgene) in den Eierstöcken.
Risikofaktoren
- Übergewicht oder Adipositas (erhöht die Insulinresistenz)
- Familiäre Vorbelastung (PCOS bei Mutter, Schwester oder Tante)
- Ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung und unausgewogener Ernährung
- Bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ 2
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei sehr starken oder plötzlichen Unterleibsschmerzen
- Bei sehr starken Blutungen (Wechsel alle 1–2 Stunden über mehrere Stunden)
- Bei Anzeichen einer Schwangerschaftskomplikation (falls Schwangerschaft möglich)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Zyklus unregelmäßig ist oder die Periode mehr als 3 Monate ausbleibt
- Wenn Sie trotz regelmäßigen Zyklus länger als 12 Monate nicht schwanger werden
- Wenn Sie starke Akne oder übermäßige Körperbehaarung stört
- Wenn Sie unter Gewichtszunahme ohne erkennbaren Grund leiden
Diagnose
Die Diagnose PCOS wird anhand von drei Kriterien gestellt (Rotterdam-Kriterien): unregelmäßige oder ausbleibende Eisprünge, erhöhte männliche Hormone im Blut oder deren Anzeichen wie Akne oder Behaarung, und das Vorhandensein vieler kleiner Zysten im Ultraschall. Für die Diagnose müssen mindestens zwei dieser drei Kriterien erfüllt sein. Der Bluttest ist ein wichtiger Bestandteil, um die Hormonwerte zu messen und andere Erkrankungen auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest: Messung von männlichen Hormonen (z. B. Testosteron, Androstendion), LH und FSH, Geschlechtshormon-bindendem Globulin (SHBG), eventuell Prolaktin, Schilddrüsenwerten und Nüchternblutzucker/Insulin.
- Ultraschall der Eierstöcke: Suche nach vielen kleinen Follikeln (perlschnurartig) und Verdickung der Eierstockkapsel.
- Ausschluss anderer Ursachen: z. B. Schilddrüsenfunktionsstörung, erhöhtes Prolaktin, angeborene Nebennierenrindenhyperplasie.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch beginnt mit einem Gespräch über Ihre Symptome und Ihre Familienanamnese. Dann folgt eine körperliche Untersuchung. Der Bluttest wird meist morgens nüchtern durchgeführt. Die Blutabnahme dauert nur wenige Minuten. Die Ergebnisse liegen oft nach ein bis zwei Tagen vor. Der Ultraschall wird vaginal durchgeführt (über die Scheide) und ist schmerzfrei. Manchmal sind mehrere Besuche nötig, um den Zyklus zu beurteilen.
Behandlung
PCOS lässt sich nicht heilen, aber die Symptome sind gut behandelbar. Die Behandlung richtet sich nach Ihren Wünschen (z. B. Kinderwunsch, Reduzierung von Akne oder Behaarung) und umfasst oft eine Kombination aus Lebensstiländerung, Medikamenten und manchmal einer Operation. Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan erstellen.
Selbsthilfe zu Hause
- Gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß
- Regelmäßige Bewegung (mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche)
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht – schon 5 % Gewichtsverlust können den Zyklus verbessern
- Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst Hormonpräparate (z. B. die Pille) zur Regulierung des Zyklus und Reduzierung von Akne/Behaarung. Bei Kinderwunsch können Medikamente eingesetzt werden, die den Eisprung auslösen. Bei Insulinresistenz wird manchmal ein Medikament empfohlen, das die Insulinwirkung verbessert (Metformin ist ein häufig genanntes, aber hier ohne Namen). Zusätzlich gibt es Medikamente gegen Akne und Hautveränderungen. Alle Medikamente sollten nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (laparoskopische Ovarialbohrung) kann in seltenen Fällen in Betracht gezogen werden, wenn Medikamente nicht wirken und ein Kinderwunsch besteht. Dabei werden kleine Löcher in die Eierstockoberfläche gebrannt, um die Hormonproduktion zu reduzieren. Dies ist ein kleiner Eingriff unter Vollnarkose.
Leben mit der Erkrankung
PCOS begleitet Sie oft ein Leben lang, aber mit der richtigen Behandlung können die meisten Frauen ein normales Leben führen. Wichtig sind regelmäßige Arztbesuche, um Veränderungen früh zu erkennen. Viele Frauen haben einen regelmäßigen Zyklus unter Therapie und können auch schwanger werden. Die Symptome wie Akne und Behaarung lassen sich gut kontrollieren.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht – selbst kleine Reduktionen helfen.
- Bewegen Sie sich regelmäßig – das verbessert die Insulinempfindlichkeit.
- Vermeiden Sie stark zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel.
- Planen Sie Entspannungszeiten ein – Stress kann die Hormone zusätzlich belasten.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit niedrigem glykämischen Index (z. B. Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse) kann den Blutzucker stabilisieren. Kombinieren Sie Ausdauertraining (z. B. Gehen, Radfahren) mit Krafttraining (z. B. leichte Gewichte). Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PCOS kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen – durch sichtbare Symptome wie Akne und Behaarung sowie durch Fruchtbarkeitsängste. Viele Frauen fühlen sich unsicher oder entwickeln depressive Verstimmungen. Es ist wichtig, mit einer Vertrauensperson oder einem Therapeuten zu sprechen. Psychologische Unterstützung ist ein normaler Teil der Behandlung.
Vorbeugung
PCOS lässt sich nicht sicher verhindern, da die genetische Veranlagung eine große Rolle spielt. Ein gesunder Lebensstil kann jedoch das Risiko senken und den Verlauf günstig beeinflussen. Besonders die Vermeidung von Übergewicht und regelmäßige Bewegung beugen einer Insulinresistenz vor.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen PCOS. Alle Routine-Impfungen (z. B. Grippe, HPV) sollten aber wahrgenommen werden, da sie allgemein die Gesundheit stärken.
Früherkennungsprogramme
Wenn PCOS in der Familie vorkommt, können regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt sinnvoll sein. Ein Blutzuckertest und Blutdruckmessung sollten jährlich durchgeführt werden, um frühzeitig Folgeerkrankungen wie Diabetes zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann PCOS zu dauerhaft ausbleibenden Monatsblutungen und Unfruchtbarkeit führen.
- Es besteht ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Langfristig kann sich eine Gebärmutterschleimhautveränderung (Endometriumhyperplasie) entwickeln, die das Krebsrisiko erhöht.
- Psychische Belastungen wie Depressionen und Angststörungen treten häufiger auf.
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Behandlung und einem gesunden Lebensstil haben die meisten Frauen mit PCOS eine gute Prognose. Die Symptome lassen sich meist gut kontrollieren, und viele Frauen können mit ärztlicher Hilfe schwanger werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen senken das Risiko für langfristige gesundheitliche Probleme. Ein erfülltes Leben mit PCOS ist möglich.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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