PCOS symptoms specialist tests overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) ist eine häufige Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die Eierstöcke produzieren etwas mehr männliche Hormone (Androgene) als normal. Das kann den Eisprung stören und zu Zysten (kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen) in den Eierstöcken führen. PCOS ist nicht ansteckend und keine lebensbedrohliche Erkrankung.
Wichtige Fakten
- PCOS betrifft etwa 5–10 % der Frauen im gebärfähigen Alter.
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber Vererbung und Insulinresistenz spielen eine Rolle.
- PCOS kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, ist aber gut behandelbar.
- Eine gesunde Lebensweise (Ernährung, Bewegung) hilft oft, die Symptome zu lindern.
Ja, PCOS ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen. Schätzungsweise jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter ist betroffen.
PCOS tritt vor allem bei Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren auf. Es kann auch bei Mädchen in der Pubertät erste Anzeichen zeigen. Männer können kein PCOS haben.
Symptome
- Plötzliche, starke Unterleibsschmerzen, die nicht nachlassen (kann auf ein verdrehtes Ovar oder eine geplatzte Zyste hinweisen – dann sofort Notruf 112!)
- Anzeichen einer schweren Infektion (Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen) bei bestehenden Zysten
- ⚠Sehr starke, anhaltende Schmerzen im Unterleib, aber ohne Notfallzeichen
- ⚠Ungewöhnlich starke oder langanhaltende Blutungen (mehr als 7 Tage oder sehr viel Blut)
- ⚠Plötzliche Sehstörungen oder Kopfschmerzen (seltene Komplikation durch erhöhte Insulinspiegel)
Häufige Symptome
- Unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen (weniger als 8 Perioden pro Jahr)
- Erhöhte Körperbehaarung (Hirsutismus) – zum Beispiel im Gesicht, auf der Brust oder am Bauch
- Akne (besonders im Gesicht, auf dem Rücken oder im Brustbereich)
- Verdünnung oder Haarausfall am Kopf (androgenetische Alopezie)
- Übergewicht oder Schwierigkeiten, Gewicht zu verlieren
- Dunkle, dickere Hautstellen (Acanthosis nigricans) – oft im Nacken, in den Achselhöhlen oder in der Leiste
- Fruchtbarkeitsprobleme (ungewollte Kinderlosigkeit)
Symptome bei Kindern
- Frühe oder verspätete erste Regelblutung
- Starkes Übergewicht (Adipositas) im Kindesalter
- Vermehrte Körperbehaarung oder Akne, die über die normale Pubertät hinausgeht
- Unregelmäßige Perioden schon in den ersten Jahren nach der Menarche
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ähnliche Symptome wie bei jüngeren Frauen, aber oft weniger ausgeprägt
- Bei Frauen nach den Wechseljahren können die Symptome nachlassen, da die Eierstöcke weniger Hormone produzieren
- Langzeitfolgen wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden wichtiger
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Es gibt eine erbliche Veranlagung – PCOS tritt häufig in Familien auf.
- Eine Insulinresistenz (die Körperzellen reagieren weniger empfindlich auf Insulin) kann die Hormonproduktion verändern.
- Ein Ungleichgewicht von Hormonen – die Eierstöcke produzieren zu viele Androgene (männliche Geschlechtshormone).
Risikofaktoren
- Übergewicht oder starkes Übergewicht (Adipositas)
- Familiäre Vorbelastung (Mutter oder Schwester mit PCOS)
- Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung
- Bestimmte ethnische Gruppen (z. B. Frauen mit südasiatischer Abstammung haben ein höheres Risiko)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke, plötzliche Unterleibsschmerzen (sofort 112 rufen)
- Anzeichen einer Infektion wie Fieber, Schüttelfrost oder Übelkeit
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Periode unregelmäßig ist oder ganz ausbleibt
- Wenn Sie schon seit über einem Jahr versuchen, schwanger zu werden, aber es klappt nicht
- Wenn Sie vermehrt Körperbehaarung, Akne oder Haarausfall bemerken
- Wenn Sie den Verdacht haben, PCOS zu haben – auch ohne Beschwerden
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt gestellt. Sie basiert auf Ihrer Krankengeschichte, einer körperlichen Untersuchung, Blutuntersuchungen und manchmal einem Ultraschall (Sonografie). Die deutschen AWMF-Leitlinien empfehlen, dass mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt sein müssen: unregelmäßiger Eisprung, erhöhte Androgene im Blut, und/oder viele kleine Follikel in den Eierstöcken im Ultraschall.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese (ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden, Zyklus, Familienanamnese)
- Körperliche Untersuchung (Größe, Gewicht, Blutdruck, Hautveränderungen, Behaarung)
- Blutuntersuchung: Hormonstatus (LH, FSH, Testosteron, Androstendion, DHEA-S, Östradiol)
- Nüchternblutzucker und Insulinspiegel (um Insulinresistenz zu erkennen)
- Ultraschall (Sonografie) der Eierstöcke, um Zysten oder vergrößerte Eierstöcke zu sehen
- Gegebenenfalls Schilddrüsenwerte oder Prolaktinspiegel (um andere Ursachen auszuschließen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen zunächst einige Fragen stellen: zu Ihrem Menstruationszyklus, zu möglichen Symptomen wie Akne oder vermehrter Behaarung, und zu Ihrer Familiengeschichte. Danach folgt eine Blutabnahme, die meist am Morgen nach dem Schlaf erfolgen sollte. Ein Ultraschall ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Die Ergebnisse liegen meist innerhalb weniger Tage vor. Bei der Diagnose müssen andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen (wie Schilddrüsenunterfunktion oder Störungen der Nebennierenrinde) ausgeschlossen werden.
Behandlung
PCOS ist nicht heilbar, aber die Symptome lassen sich gut behandeln. Die Therapie richtet sich nach Ihren Beschwerden und Ihrem Kinderwunsch. Gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt können Sie die beste Behandlung für Sie wählen.
Selbsthilfe zu Hause
- Gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß
- Regelmäßige Bewegung, mindestens 150 Minuten pro Woche (z. B. Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen)
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht (schon 5–10 % weniger Körpergewicht können die Symptome verbessern)
- Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, den Hormonhaushalt auszugleichen und die Symptome zu lindern. Dazu können hormonelle Verhütungsmittel (zum Beispiel die Antibabypille) eingesetzt werden, um den Zyklus zu regulieren und die Haut zu verbessern. Bei Kinderwunsch werden Medikamente eingesetzt, die den Eisprung anregen (Ovulationsinduktoren). Auch Medikamente, die die Insulinresistenz verbessern (wie Metformin), können helfen – diese werden von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verschrieben. Die genaue Medikation wird immer individuell abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in seltenen Fällen infrage, zum Beispiel wenn andere Behandlungen nicht wirken oder wenn Sie starke Schmerzen durch große Zysten haben. Dabei kann eine laparoskopische Ovarialdrillung (kleine Löcher in die Eierstöcke) durchgeführt werden, um die Hormonproduktion zu senken. Diese Operation ist jedoch nicht mehr die erste Wahl und wird nur nach sorgfältiger Abwägung empfohlen.
Leben mit der Erkrankung
PCOS ist eine chronische Erkrankung, die aber mit einer guten Lebensweise und gegebenenfalls Medikamenten meist gut in den Griff zu bekommen ist. Viele Frauen haben nur leichte Symptome und führen ein ganz normales Leben. Wichtig ist, regelmäßig Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt aufzusuchen, um mögliche Langzeitfolgen frühzeitig zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst – Stressmanagement hilft, die Symptome zu lindern.
- Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Freude macht, und bleiben Sie am Ball.
- Vernetzen Sie sich mit anderen Betroffenen – es gibt Selbsthilfegruppen und Online-Foren.
- Planen Sie regelmäßige ärztliche Kontrollen (Blutzucker, Blutdruck, Cholesterin) – PCOS erhöht das Risiko für Stoffwechselerkrankungen.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung mit wenig Zucker und raffinierten Kohlenhydraten kann helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und die Insulinresistenz zu verbessern. Setzen Sie auf Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst in Maßen, gesunde Fette und ausreichend Eiweiß. Bewegung ist ein wichtiger Baustein: Schon 30 Minuten Bewegung am Tag (z. B. zügiges Gehen) senken den Blutzucker und fördern die Gewichtsabnahme.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PCOS kann das seelische Wohlbefinden belasten. Viele Frauen fühlen sich wegen der Hautveränderungen, des Haarwuchses oder der Fruchtbarkeitsprobleme unsicher oder traurig. Es ist normal, sich manchmal überfordert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber – sie können Ihnen weiterhelfen. Bei starken Stimmungsschwankungen, Angst oder Depressionen ist es wichtig, professionelle Hilfe zu suchen. Rufen Sie bei akuter seelischer Not die Telefonseelsorge (kostenlos, 24 Stunden) unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 an.
Vorbeugung
PCOS lässt sich nicht sicher verhindern, da die Veranlagung erblich ist. Allerdings können Sie durch einen gesunden Lebensstil (gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Vermeidung von Übergewicht) das Risiko für schwere Symptome und Folgeerkrankungen senken.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf PCOS. Wenn in Ihrer Familie PCOS vorkommt, können Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt über eine frühzeitige Untersuchung sprechen – insbesondere, wenn bei Ihnen Symptome auftreten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Diabetes Typ 2 (durch anhaltende Insulinresistenz)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (erhöhtes Risiko durch hohes Cholesterin und Bluthochdruck)
- Fettleber (nicht durch Alkohol) – eine Leberverfettung durch Stoffwechselstörungen
- Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf, besonders bei Übergewicht)
- Gebärmutterschleimhautkrebs (durch fehlende regelmäßige Abbruchblutungen – das Risiko ist aber insgesamt niedrig)
- Unfruchtbarkeit (auch wenn viele Frauen mit PCOS auf natürlichem Wege schwanger werden oder mit Behandlung)
Langzeitprognose
Die Prognose bei PCOS ist bei guter Behandlung und Lebensweise sehr gut. Die meisten Symptome lassen sich lindern, und viele Frauen mit PCOS werden schwanger – entweder auf natürlichem Wege oder mit medizinischer Hilfe. Es ist wichtig, die Erkrankung ernst zu nehmen und regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen, um Langzeitfolgen zu vermeiden. Mit der richtigen Unterstützung können Sie ein erfülltes und gesundes Leben führen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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