Übersicht über Becken-Untersuchungen beim Facharzt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Becken-Untersuchungen sind eine Reihe von Tests, mit denen Ärzte die Organe und Strukturen im unteren Bauchbereich (Becken) überprüfen. Dazu gehören die Blase, der Darm, die Gebärmutter (bei Frauen), die Prostata (bei Männern) und die umliegenden Muskeln und Nerven. Die Untersuchungen helfen, Beschwerden wie Schmerzen, Inkontinenz oder Verdauungsprobleme besser zu verstehen.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei oder nur leicht unangenehm.
- Je nach Beschwerden können verschiedene Tests nötig sein, wie Ultraschall, Blasenspiegelung oder Stuhltests.
- Die Ergebnisse helfen dem Arzt, eine genaue Diagnose zu stellen und einen Behandlungsplan zu erstellen.
Beckenbeschwerden sind weit verbreitet – etwa jede dritte Frau und jeder fünfte Mann hat im Laufe des Lebens Probleme im Beckenbereich. Die Untersuchungen werden daher häufig durchgeführt.
Menschen jeden Alters können Beckenprobleme haben. Besonders betroffen sind Frauen nach Schwangerschaften, Männer mit Prostataveränderungen und ältere Menschen mit Blasen- oder Darmschwäche.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im Becken oder Unterbauch
- Blut im Urin oder Stuhl
- Fieber mit Beckenschmerzen
- Unfähigkeit zu urinieren (Harnverhalt)
- ⚠Anhaltende Schmerzen, die den Alltag beeinträchtigen
- ⚠Plötzliche Verschlechterung der Inkontinenz
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust
Häufige Symptome
- Schmerzen im Unterbauch oder Becken
- Häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Inkontinenz (unfreiwilliger Harn- oder Stuhlverlust)
- Verstopfung oder Durchfall, die nicht verschwinden
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Druckgefühl im Becken
Symptome bei Kindern
- Einnässen nach dem 5. Lebensjahr
- Schmerzen beim Stuhlgang
- Häufige Bauchschmerzen ohne erkennbare Ursache
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nachlassende Kontrolle über Blase oder Darm
- Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
Ursachen
Hauptursachen
- Schwäche der Beckenbodenmuskulatur
- Entzündungen (z. B. Blasenentzündung, Prostatitis)
- Hormonelle Veränderungen (z. B. in den Wechseljahren)
- Verletzungen oder Operationen im Beckenbereich
- Chronische Darmerkrankungen (z. B. Reizdarm)
Risikofaktoren
- Schwangerschaft und Geburt
- Übergewicht
- Schwere körperliche Arbeit oder Sport mit hoher Belastung
- Rauchen (schwächt das Bindegewebe)
- Chronischer Husten oder Verstopfung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche, starke Beckenschmerzen
- Blut im Urin oder Stuhl
- Fieber mit Schmerzen im Becken
- Seit mehr als 12 Stunden kein Urin lassen können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wiederkehrende Schmerzen oder Druckgefühl
- Inkontinenz, die den Alltag stört
- Veränderungen beim Wasserlassen oder Stuhlgang über mehrere Wochen
Diagnose
Der Arzt beginnt mit einem Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihre Krankengeschichte. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der er den Bauch und das Becken abtastet. Je nach Verdacht werden weitere Tests angeordnet.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (Schallkopf auf dem Bauch oder vaginal/anal eingeführt)
- Urintest (z. B. auf Infektionen oder Blut)
- Blutuntersuchung (z. B. auf Entzündungswerte oder Hormone)
- Blasenspiegelung (dünner Schlauch mit Kamera in die Harnröhre)
- Darmspiegelung (bei Verdacht auf Darmerkrankungen)
- Magnetresonanztomographie (MRT) für detaillierte Bilder des Beckens
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist ohne große Vorbereitung möglich. Bei einer Blasen- oder Darmspiegelung kann es zu leichten Krämpfen kommen. Der Arzt erklärt jeden Schritt vorher. Nehmen Sie sich Zeit für Nachfragen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Viele Beckenprobleme lassen sich mit konservativen Methoden (ohne Operation) gut behandeln. Dazu gehören Beckenbodentraining, Medikamente oder Physiotherapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Beckenbodentraining (z. B. mit einer Physiotherapeutin)
- Auf ausreichend Flüssigkeit und Ballaststoffe achten
- Regelmäßige, moderate Bewegung (z. B. Spazierengehen)
- Vermeiden von schwerem Heben und Pressen bei Verstopfung
Medizinische Behandlungen
Bei Entzündungen oder Infektionen können vom Arzt verordnete Medikamente helfen (z. B. Antibiotika, aber nur nach Verschreibung). Bei hormonellen Ursachen (Wechseljahre) gibt es Optionen wie Hormoncremes – jedoch nur nach Rücksprache mit dem Arzt. Nie selbst behandeln oder Medikamente weiterempfehlen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur dann empfohlen, wenn konservative Behandlungen nicht ausreichen, z. B. bei schweren Senkungen (Prolaps) oder bestimmten Tumoren. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die Vor- und Nachteile.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit Beckenbeschwerden führen ein normales Leben. Mit kleinen Anpassungen wie gezielten Übungen und einer angepassten Ernährung können Sie Ihre Beschwerden oft gut in den Griff bekommen.
Tipps für den Alltag
- Tägliche Beckenbodenübungen (z. B. „den Urin anhalten“-Gefühl)
- Rückenschonendes Heben (Knie beugen, gerader Rücken)
- Ausreichend trinken (1,5–2 Liter täglich, bei Blasenproblemen weniger koffeinhaltige Getränke)
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung (Vollkorn, Obst, Gemüse) beugt Verstopfung vor, die das Becken belastet. Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren stärkt die Muskulatur, ohne zu stark zu belasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Beckenschmerzen oder Inkontinenz können belastend sein und zu Scham oder Niedergeschlagenheit führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber – es gibt Hilfe. Bei seelischen Krisen stehen Beratungsstellen zur Verfügung (z. B. Telefonseelsorge, auch anonym).
Vorbeugung
Nicht alle Beckenprobleme lassen sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil und regelmäßige Beckenbodenübungen können das Risiko senken. Vermeiden Sie starkes Pressen auf der Toilette und heben Sie schweres Gewicht richtig.
Früherkennungsprogramme
Für bestimmte Krebsarten (z. B. Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, Prostatakrebs bei Männern) gibt es Vorsorgeuntersuchungen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Untersuchungen für Sie sinnvoll sind.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen
- Verschlechterung der Inkontinenz
- Senkung von Organen (Blase, Gebärmutter, Darm)
- Wiederkehrende Infektionen (Harnwegsinfekte)
Langzeitprognose
Die meisten Beckenbeschwerden sind gut behandelbar. Je früher Sie zum Arzt gehen, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Besserung. Viele Betroffene können mit der richtigen Therapie ein beschwerdefreies Leben führen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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