PMS-Bluttest – was wird dabei untersucht?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PMS (prämenstruelles Syndrom) ist eine Sammlung von körperlichen und seelischen Beschwerden, die in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auftreten und mit dem Einsetzen der Periode wieder verschwinden. Ein Bluttest bei PMS dient nicht dazu, PMS selbst nachzuweisen, sondern um andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können – zum Beispiel Schilddrüsenprobleme, Eisenmangel oder hormonelle Störungen.
Wichtige Fakten
- Ein PMS-Bluttest misst meist Hormone, Schilddrüsenwerte und Blutbild.
- Es gibt keinen einzelnen Test, der PMS bestätigt – die Diagnose stützt sich auf Beschwerden und Zyklusaufzeichnungen.
- Der Test hilft, andere Ursachen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Anämie (Blutarmut) auszuschließen.
PMS ist sehr häufig: Etwa 3 von 4 Frauen im gebärfähigen Alter haben leichte PMS-Symptome. Starke Beschwerden (PMDS) treten bei etwa 3–8 % der Frauen auf.
Betroffen sind vor allem Frauen im gebärfähigen Alter, also etwa zwischen der ersten Periode (Menarche) und den Wechseljahren. Die Symptome können mit dem Alter stärker werden.
Symptome
- Wenn Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder Suizidgedanken auftreten – rufen Sie sofort die 112 oder den Notdienst (Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222).
- ⚠Sehr starke Schmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Plötzliche Sehstörungen oder starke Kopfschmerzen
- ⚠Atemnot oder Brustschmerzen
- ⚠Starke Blutungen mit Schwindel oder Schwächegefühl
Häufige Symptome
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Traurigkeit
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Spannungsgefühl in den Brüsten
- Blähungen, Wassereinlagerungen
- Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen
- Heißhunger auf Süßes oder Salziges
- Schlafstörungen
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von PMS ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen Schwankungen der weiblichen Hormone (Östrogen und Gestagen) eine Rolle, die auf das Gehirn und andere Organe wirken.
- Auch Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter wie Serotonin) können beteiligt sein – ein Ungleichgewicht kann Stimmung und Schmerzempfinden beeinflussen.
- Ein Bluttest auf PMS dient primär dazu, andere Erkrankungen auszuschließen, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel oder eine Entzündung.
Risikofaktoren
- Stress
- Übergewicht oder starkes Untergewicht
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung
- Psychische Belastungen oder depressive Störungen in der Vorgeschichte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Symptome so stark sind, dass Sie Ihren Alltag kaum noch bewältigen können.
- Bei Suizidgedanken oder Selbstverletzungsgedanken (sofort 112 anrufen).
- Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen oder starken Blutungen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig jeden Monat unter PMS-Beschwerden leiden und wissen möchten, ob eine körperliche Ursache dahintersteckt.
- Wenn Hausmittel und Selbsthilfe nicht ausreichen.
- Wenn Sie eine Hormonbehandlung oder andere Therapie besprechen möchten.
Diagnose
Die Diagnose von PMS erfolgt vor allem durch ein Gespräch (Anamnese) und ein Symptomtagebuch über mindestens zwei Zyklen. Ein Bluttest wird meist durchgeführt, um andere Erkrankungen auszuschließen – dazu gehören Schilddrüsenfunktion, Blutbild (auf Anämie) und manchmal Hormonprofile. Es gibt keinen spezifischen Bluttest, der PMS beweist.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4)
- Blutbild (um Eisenmangel-Anämie zu erkennen)
- Hormonuntersuchungen (Östradiol, Progesteron, ggf. Prolaktin)
- Manchmal auch Test auf Vitamin-D- oder Magnesiummangel (wenn Beschwerden darauf hindeuten)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt oder die Ärztin wird zuerst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen. Sie werden gebeten, Ihre Beschwerden über mindestens zwei Menstruationszyklen in einem Tagebuch zu notieren. Der Bluttest kann an bestimmten Zyklustagen durchgeführt werden (z. B. in der zweiten Zyklushälfte). Die Ergebnisse liegen meist nach einigen Tagen vor. Danach besprechen Sie gemeinsam die möglichen Ursachen und Behandlungsoptionen.
Behandlung
Die Behandlung von PMS richtet sich nach der Schwere der Symptome und den individuellen Beschwerden. Sie umfasst Selbsthilfemaßnahmen, begleitende Therapien und – falls nötig – medikamentöse Ansätze, die jedoch immer ärztlich verordnet werden sollten.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung (z. B. Spazierengehen, Yoga, Radfahren)
- Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig Zucker, Salz und Koffein
- Stressabbau durch Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Meditation
- Ausreichend Schlaf
- Wärmeanwendungen (z. B. Wärmflasche auf den Bauch) bei Krämpfen
- Symptomtagebuch führen, um Auslöser zu erkennen
Medizinische Behandlungen
Bei starken Beschwerden kann der Arzt oder die Ärztin pflanzliche Mittel wie Mönchspfeffer (Agnus castus) empfehlen – aber besprechen Sie das immer vorher. Auch eine Hormonbehandlung (z. B. bestimmte Antibabypillen) oder nicht-hormonelle Medikamente, die auf das Nervensystem wirken, können infrage kommen. Vitamin-B6-, Magnesium- oder Kalziumpräparate werden manchmal ergänzend eingesetzt – lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten. Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) werden in schweren Fällen nur nach eingehender Diagnose und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt. Keinesfalls sollten Sie ohne ärztliche Verordnung Medikamente einnehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen (z. B. Entfernung der Gebärmutter oder Eierstöcke) sind bei PMS extrem selten notwendig und nur dann, wenn alle anderen Behandlungen versagen und die Beschwerden unerträglich sind. Eine solche Entscheidung wird ausführlich mit mehreren Fachärzten besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Viele Frauen lernen, mit den monatlichen Schwankungen umzugehen. Ein Tagebuch hilft, den Zyklus zu verstehen und sich in kritischen Phasen mehr Ruhe zu gönnen. Planen Sie in der Woche vor Ihrer Periode weniger stressige Termine und achten Sie auf ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung und Sport (mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen)
- Stressmanagement (z. B. kurze Pausen, Achtsamkeit, Atemübungen)
- Vermeiden von Alkohol, Nikotin und zu viel Koffein
- Tägliches Wiegen oder Beobachten von Wassereinlagerungen (hilft, vorbeugend zu handeln)
- Austausch mit anderen Betroffenen (Selbsthilfegruppen oder Online-Foren)
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, gesunden Fetten (z. B. Nüsse, Avocado) und ausreichend Eiweiß kann die Symptome lindern. Besonders in der zweiten Zyklushälfte sollten Sie auf stark zucker- und salzhaltige Lebensmittel verzichten. Bewegung wirkt ausgleichend auf die Stimmung und hilft gegen Wassereinlagerungen und Krämpfe.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PMS kann die psychische Gesundheit stark belasten – Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Niedergeschlagenheit sind häufig. Wenn diese Gefühle über den Zyklus hinaus anhalten oder sich verschlimmern, kann eine Depression dahinterstecken. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einer Psychotherapeutin darüber zu sprechen. Bei akuten Krisen (Suizidgedanken) rufen Sie sofort die 112 oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222).
Vorbeugung
PMS lässt sich nicht vollständig verhindern, aber gesunde Lebensgewohnheiten können die Symptome abschwächen. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, stressarmes Leben, gesunde Ernährung und Vermeidung von Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf PMS. Ein Bluttest wird nur dann durchgeführt, wenn Beschwerden vorliegen und andere Ursachen ausgeschlossen werden sollen. Frauen mit starken Symptomen sollten ihren Zyklus mit einem Tagebuch dokumentieren – das hilft bei der Diagnose.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Lebensqualität durch anhaltende Leiden
- Soziale Isolation oder Probleme im Beruf und in Beziehungen
- Erhöhtes Risiko für Depressionen oder Angststörungen
- Bei PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung) können schwere Stimmungsschwankungen sogar zu Suizidgedanken führen
Langzeitprognose
Die meisten Frauen mit PMS kommen mit Selbsthilfemaßnahmen und gegebenenfalls ärztlicher Unterstützung gut zurecht. Die Symptome sind behandelbar und bessern sich oft nach den Wechseljahren. Auch bei schwerem PMS oder PMDS stehen wirksame Therapien zur Verfügung – eine frühzeitige ärztliche Absprache verbessert die Prognose deutlich.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Telefonseelsorge (kostenlos, 24/7) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.