PMS: Ergebnisse und Bedeutung für Patientinnen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PMS (Prämenstruelles Syndrom) ist eine Sammlung von körperlichen und seelischen Beschwerden, die bei Frauen in den Tagen vor der Regelblutung auftreten. Es ist keine Krankheit im engeren Sinne, sondern eine Reaktion des Körpers auf die hormonellen Veränderungen im Zyklus. Die Diagnose wird anhand Ihrer Symptome und deren zeitlichem Zusammenhang mit der Periode gestellt.
Wichtige Fakten
- PMS betrifft etwa jede dritte Frau im gebärfähigen Alter.
- Die Symptome treten in der zweiten Zyklushälfte auf und verschwinden mit Beginn der Periode.
- Eine genaue Ursache ist nicht bekannt, aber Hormonschwankungen spielen eine Rolle.
Ja, PMS ist sehr häufig. Schätzungsweise 30–40 % der Frauen im gebärfähigen Alter haben regelmäßig leichte bis mittelschwere Beschwerden.
PMS betrifft hauptsächlich Frauen im gebärfähigen Alter, also etwa ab der ersten Periode bis zu den Wechseljahren. Besonders häufig tritt es bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren auf.
Symptome
- Suizidgedanken oder akute Selbstverletzungsabsichten (Notruf 112 oder psychiatrischer Krisendienst)
- Sehr starke Schmerzen im Unterleib, die nicht nachlassen
- Plötzliche, sehr starke Blutungen (mehr als eine Binde pro Stunde)
- ⚠Schwere Stimmungsschwankungen, die den Alltag massiv beeinträchtigen
- ⚠Starke Schmerzen, die mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln nicht besser werden
- ⚠Anhaltende Erschöpfung oder Schlafstörungen über mehrere Zyklen
Häufige Symptome
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Traurigkeit
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Spannungsgefühl in den Brüsten
- Blähungen oder Völlegefühl
- Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen
- Heißhunger auf Süßes oder Salziges
Symptome bei Kindern
- Bei jungen Mädchen kurz nach der ersten Periode können ähnliche Symptome auftreten, oft in milder Form.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- In den Wechseljahren (Perimenopause) können PMS-artige Beschwerden zunehmen oder sich verändern, da die Hormonschwankungen stärker werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von PMS ist nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass die Schwankungen der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron in der zweiten Zyklushälfte eine wichtige Rolle spielen.
- Auch eine veränderte Reaktion des Gehirns auf diese Hormone, insbesondere auf den Botenstoff Serotonin, wird vermutet.
Risikofaktoren
- Stress und seelische Belastungen
- Familienanamnese – wenn die Mutter oder Schwester unter PMS leidet, ist das Risiko erhöht
- Übergewicht oder Bewegungsmangel
- Rauchen
- Bestimmte Ernährungsgewohnheiten (z. B. viel Zucker oder Koffein)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Suizidgedanken haben oder sich selbst verletzen möchten – rufen Sie sofort den Notruf 112 oder den psychiatrischen Krisendienst.
- Wenn Sie unter sehr starken Schmerzen oder Blutungen leiden, die nicht typisch für Ihre Periode sind.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden Ihren Alltag beeinträchtigen, z. B. die Arbeit, Schule oder soziale Kontakte.
- Wenn Sie unter starken Stimmungsschwankungen leiden, die Sie belasten.
- Wenn Sie eine Veränderung Ihrer Symptome bemerken oder unsicher sind, ob es sich um PMS handelt.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch ein ausführliches Gespräch und die Führung eines Symptomtagebuchs gestellt. Der Arzt oder die Ärztin wird Sie bitten, über zwei bis drei Monate hinweg Ihre Beschwerden täglich zu notieren und ihren Zusammenhang mit dem Zyklus zu dokumentieren.
Mögliche Untersuchungen
- Es gibt keinen spezifischen Laborwert für PMS. Manchmal werden Bluttests durchgeführt, um andere Ursachen auszuschließen, z. B. Schilddrüsenprobleme oder eine Eisenmangelanämie.
- Eine körperliche Untersuchung kann helfen, andere Erkrankungen der Gebärmutter oder Eierstöcke auszuschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei Ihrem Arztbesuch werden Sie zunächst zu Ihren Symptomen, deren Dauer und Stärke befragt. Der Arzt wird sich auch nach Ihrer allgemeinen Gesundheit, Medikamenteneinnahme und Ihrer familiären Vorgeschichte erkundigen. Möglicherweise werden Sie gebeten, ein Tagebuch zu führen, um die Diagnose zu sichern.
Behandlung
Die Behandlung von PMS richtet sich nach der Schwere der Symptome. In leichten Fällen helfen oft schon Änderungen des Lebensstils. Bei stärkeren Beschwerden können nichtmedikamentöse Verfahren oder Medikamente zum Einsatz kommen. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und die AWMF empfehlen eine abgestufte Therapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung wie Joggen, Schwimmen oder Yoga kann die Symptome lindern.
- Stressreduktion durch Entspannungstechniken wie Meditation oder autogenes Training.
- Ausreichend Schlaf und fester Tagesrhythmus.
- Gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten.
- Verzicht auf Rauchen sowie Einschränkung von Koffein und Alkohol in der zweiten Zyklushälfte.
Medizinische Behandlungen
Bei mittelschweren bis schweren Beschwerden können verschiedene Medikamente helfen. Dazu gehören entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR), die die Krämpfe lindern, oder Medikamente, die auf das Hormonsystem wirken, wie z. B. bestimmte Antibabypillen oder Progesteron-Präparate. Auch pflanzliche Mittel wie Mönchspfeffer werden manchmal eingesetzt. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Medikamente niemals ohne ärztliche Empfehlung einnehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation zur Behandlung von PMS ist sehr selten und kommt nur in besonders schweren Fällen in Betracht, wenn alle anderen Therapien versagen. Dann kann z. B. eine Entfernung der Eierstöcke (Ovarektomie) die Hormonschwankungen beseitigen. Dieser Schritt wird jedoch nur nach gründlicher Abwägung und in Absprache mit Fachärzten durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Ihre Zyklen besser zu verstehen und gezielt vorbeugen zu können. Planen Sie in der zweiten Zyklushälfte mehr Ruhepausen ein und reduzieren Sie Verpflichtungen, wenn möglich.
Tipps für den Alltag
- Bauen Sie regelmäßige Bewegung in Ihren Alltag ein – auch kleine Spaziergänge helfen.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf (7–9 Stunden pro Nacht).
- Reduzieren Sie Stress durch Achtsamkeitsübungen oder Hobbys.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Vermeiden Sie stark zuckerhaltige und salzige Speisen vor der Periode. Regelmäßige Bewegung, am besten Ausdauersport an drei bis vier Tagen pro Woche, kann die Beschwerden deutlich lindern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PMS kann die Stimmung stark beeinflussen und zu Niedergeschlagenheit, Gereiztheit oder Ängsten führen. Wenn diese Gefühle sehr stark sind oder länger anhalten, kann es sich um eine begleitende psychische Störung wie eine Depression handeln. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen – das ist ein Zeichen von Stärke.
Vorbeugung
PMS lässt sich nicht vollständig verhindern, da es auf natürlichen hormonellen Schwankungen beruht. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und gutem Stressmanagement kann jedoch die Häufigkeit und Schwere der Symptome verringern.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf PMS. Eine regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchung kann jedoch helfen, andere Ursachen für Ihre Beschwerden auszuschließen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei schwerem PMS können die Beschwerden die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, z. B. durch Fehltage bei der Arbeit oder Konflikte in Beziehungen.
- In seltenen Fällen kann sich eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) entwickeln, eine besonders schwere Form mit starken depressiven Symptomen.
Langzeitprognose
Die Prognose ist gut. Die meisten Frauen können mit einfachen Maßnahmen ihre Symptome deutlich lindern und ein normales Leben führen. Auch schwere Verläufe sind behandelbar. Es gibt keinen Grund zur Sorge – Sie sind nicht allein und es gibt viele Hilfsangebote.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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