PSA-Test
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der PSA-Test ist ein Bluttest, der die Menge des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) misst. PSA ist ein Eiweiß, das von der Prostata produziert wird. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Prostatakrebs hindeuten, aber auch auf gutartige Prostatavergrößerung oder Entzündungen. Der Test allein kann keine Diagnose stellen, liefert aber Hinweise für weitere Untersuchungen.
Wichtige Fakten
- Der PSA-Wert steigt mit dem Alter natürlicherweise an.
- Etwa 75% der Männer mit erhöhtem PSA-Wert haben keinen Prostatakrebs.
- Der Test kann hilfreich sein, um Prostatakrebs früh zu erkennen.
- Die Entscheidung für den Test sollte immer mit einem Arzt besprochen werden.
Ja, der PSA-Test gehört zu den häufigsten Vorsorgeuntersuchungen bei Männern ab 50 Jahren.
Der Test betrifft Männer, insbesondere solche über 50 Jahre oder mit familiärer Vorbelastung für Prostatakrebs.
Symptome
- Sie können plötzlich kein Wasser mehr lassen (akuter Harnverhalt).
- Sie haben starke Schmerzen im Unterbauch oder Rücken.
- Sie sehen viel Blut im Urin oder haben Blutgerinnsel im Urin.
- ⚠Fieber mit Schüttelfrost und Schmerzen beim Wasserlassen
- ⚠Starke Schmerzen im Bereich der Prostata
Häufige Symptome
- Häufiger Harndrang, besonders nachts
- Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Blut im Urin oder Sperma
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Probleme beim Wasserlassen wie plötzlicher Harndrang oder Restharngefühl
- Unfreiwilliger Harnabgang
Ursachen
Hauptursachen
- Prostatakrebs: Bösartige Wucherung der Prostatazellen.
- Gutartige Prostatavergrößerung (BPH): Eine nicht krebsartige Vergrößerung der Prostata.
- Prostataentzündung (Prostatitis): Eine Infektion oder Entzündung der Prostata.
- Eingriffe oder Untersuchungen an der Prostata, z. B. eine Biopsie oder eine Kathetereinlage.
Risikofaktoren
- Alter (über 50 Jahre)
- Familiäre Vorbelastung (Prostatakrebs bei Vater oder Bruder)
- Afrikanische Herkunft
- Übergewicht und Bewegungsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie können nicht urinieren oder haben starke Schmerzen im Unterleib.
- Sie bemerken sichtbares Blut im Urin und/oder Fieber.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab dem 45. Lebensjahr zur Vorsorgeuntersuchung – insbesondere wenn in Ihrer Familie Prostatakrebs vorkommt.
- Ab dem 50. Lebensjahr im Rahmen der gesetzlichen Vorsorge (Männer mit gesetzlicher Krankenversicherung haben Anspruch auf Untersuchung).
- Wenn Sie Beschwerden beim Wasserlassen haben (auch wenn sie mild sind).
Diagnose
Der PSA-Test ist ein einfacher Bluttest. Dabei wird eine Blutprobe aus der Armvene entnommen und im Labor auf die PSA-Konzentration untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- PSA-Bluttest
- Tastuntersuchung der Prostata (digitale rektale Untersuchung, DRU)
- Bei erhöhtem Wert: Wiederholung des PSA-Tests nach einigen Wochen
- MRT der Prostata (Magnetresonanztomographie)
- Prostatabiopsie (Entnahme von Gewebeproben, falls der MRT verdächtig ist)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Sie müssen vorher nicht nüchtern sein. Der Arzt bespricht das Ergebnis in der Regel innerhalb weniger Tage mit Ihnen und erklärt die nächsten Schritte.
Behandlung
Ein erhöhter PSA-Wert allein wird nicht behandelt. Erst wenn die Ursache (z. B. Prostatakrebs) festgestellt wird, kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Frage – je nach Stadium, Alter und Gesundheitszustand.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei gutartiger Prostatavergrößerung: Trinken Sie ausreichend, vermeiden Sie abends große Mengen Flüssigkeit.
- Bei Prostatitis: Ruhe, Wärmflasche, Vermeiden von Alkohol und Koffein.
- Allgemein: Bewegung, gesunde Ernährung, Verzicht auf Rauchen.
Medizinische Behandlungen
Bei Prostatakrebs stehen je nach Stadium und Risikoklassifikation folgende Ansätze zur Verfügung: Aktive Überwachung (regelmäßige Kontrollen ohne sofortige Behandlung), Operation (radikale Prostatektomie), Strahlentherapie, Hormontherapie oder Chemotherapie – in Abstimmung mit einem Facharzt für Urologie. Die Leitlinien der AWMF empfehlen eine individuelle Entscheidung unter Abwägung von Nutzen und Risiken.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird in der Regel bei lokal begrenztem Prostatakrebs mit mittlerem oder hohem Risiko erwogen. Sie kann aber auch in anderen Situationen infrage kommen – besprechen Sie das mit Ihrem Urologen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem erhöhten PSA-Wert oder einer Krebsdiagnose kann es helfen, sich über die Erkrankung zu informieren und aktiv mit dem Behandlungsteam zusammenzuarbeiten. Viele Männer führen ein normales Leben, auch nach einer Therapie.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, z. B. Spaziergänge, Schwimmen oder Radfahren
- Gewicht im Normalbereich halten
- Stress reduzieren durch Entspannungstechniken
- Rauchstopp
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann unterstützend wirken. Tierische Fette und stark verarbeitete Lebensmittel sollten Sie eher meiden. Bewegung hilft auch, Nebenwirkungen von Behandlungen zu mildern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Auseinandersetzung mit einer möglichen Krebserkrankung kann belastend sein. Angst, Unsicherheit und depressive Verstimmungen sind nicht ungewöhnlich. Suchen Sie sich rechtzeitig Unterstützung bei Ihrem Hausarzt oder einem Psychoonkologen.
Vorbeugung
Prostatakrebs lässt sich nicht sicher verhindern, aber ein gesunder Lebensstil (Bewegung, gesunde Ernährung, Normalgewicht) kann das Risiko senken.
Früherkennungsprogramme
Der PSA-Test dient der Früherkennung. Die gesetzliche Krebsvorsorge für Männer ab 50 Jahren umfasst eine Tastuntersuchung und ein Gespräch. Den PSA-Test können Sie nach ärztlicher Beratung selbst zahlen oder wenn Ihr Arzt ihn medizinisch für sinnvoll hält. Die AWMF-Leitlinie zur Prostatakarzinom-Früherkennung empfiehlt eine informierte Entscheidung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung von Prostatakrebs auf benachbarte Organe oder Knochen (Metastasen)
- Schmerzen, insbesondere im Becken- und Rückenbereich
- Harnverhalt oder Nierenschädigung durch Verlegung der Harnwege
- Blutarmut, Gewichtsverlust und Müdigkeit bei fortgeschrittener Erkrankung
Langzeitprognose
Die meisten Prostatakrebserkrankungen werden heute früh erkannt und haben eine gute Prognose. Auch bei fortgeschrittener Erkrankung gibt es wirksame Behandlungen, die das Leben verlängern und die Lebensqualität erhalten können. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Möglichkeiten.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- European Association of Urology (EAU) ↗
- Prostate Cancer International
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe ↗ · Deutschland
- Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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