sinus infection blood test explained
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Bluttest bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) wird selten durchgeführt. Er kann helfen, eine schwere oder komplizierte Infektion zu erkennen, zum Beispiel wenn Bakterien ins Blut gelangt sind oder der Verdacht auf eine andere Erkrankung besteht.
Wichtige Fakten
- Ein Bluttest bei Sinusitis ist meist nicht nötig. Die Diagnose wird hauptsächlich anhand der Symptome gestellt.
- Der Test misst Entzündungswerte (z. B. CRP oder weiße Blutkörperchen) und kann Bakterien im Blut nachweisen (Blutkultur).
- Ein Bluttest wird vor allem bei schweren Verläufen, Komplikationen oder wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen, eingesetzt.
Nein, ein Bluttest ist bei einer normalen Nasennebenhöhlenentzündung nicht üblich. Er wird nur in besonderen Fällen durchgeführt.
Bluttests werden eher bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, schweren Symptomen oder wenn die Entzündung auf andere Körperbereiche übergegriffen hat, veranlasst.
Symptome
- Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit und Fieber (Hinweis auf Hirnhautentzündung)
- Doppeltsehen oder geschwollene, starre Augen
- Plötzliche, starke Gesichtsschwellung, die sich ausbreitet (Eiteransammlung im Auge oder Gehirn)
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsverlust
- ⚠Hohes Fieber über 39 °C, das nicht sinkt
- ⚠Starke Schmerzen im Gesicht, die auf Schmerzmittel nicht ansprechen
- ⚠Grün-gelblicher Nasenausfluss, der einseitig übel riecht
- ⚠Sehstörungen oder stark geschwollene Augenlider
Häufige Symptome
- Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht (Stirn, Wangen, um die Augen)
- Verstopfte oder laufende Nase
- Verminderter Geruchssinn
- Kopfschmerzen
- Zahnschmerzen (im Oberkiefer)
- Husten (oft nachts schlimmer)
- Fieber
Symptome bei Kindern
- Schnupfen, der länger als 10 Tage anhält
- Husten tagsüber und nachts
- Reizbarkeit oder Müdigkeit
- Geschwollene Augenlider
- Ohrenschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Fieber oder Untertemperatur
- Starke Kopfschmerzen
- Schmerzen im Gesicht, die nicht weggehen
Ursachen
Hauptursachen
- Die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen werden durch Viren ausgelöst, z. B. nach einer Erkältung.
- Bakterien können sich ansiedeln, wenn die Schleimhäute stark geschwollen sind und der Abfluss blockiert ist.
- Ein Bluttest wird nur bei Verdacht auf eine bakterielle Streuung oder eine schwere Komplikation durchgeführt.
Risikofaktoren
- Allergien (z. B. Heuschnupfen)
- Nasenpolypen oder schiefe Nasenscheidewand
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Diabetes oder Medikamente)
- Rauchen oder regelmäßige Reizstoffe in der Luft
- Zahninfektionen (Kieferhöhlenentzündung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Fieber über 39 °C, das länger als 3 Tage anhält
- Bei starken Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit
- Bei Sehstörungen oder geschwollenen Augen
- Bei plötzlicher Verschlechterung nach Besserung (doppelte Erkrankung)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Symptome nach 10 Tagen nicht besser werden
- Bei wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen (mehr als 4 Mal pro Jahr)
- Wenn Sie unsicher sind, ob es eine Erkältung oder eine Sinusitis ist
Diagnose
Die Diagnose einer Nasennebenhöhlenentzündung stellt der Arzt meist durch Befragen und Abtasten des Gesichts. Mit einem Endoskop (dünner Schlauch mit Kamera) kann er in die Nase schauen. Ein Bluttest wird nur bei schweren oder unklaren Fällen durchgeführt, um Entzündungswerte zu messen oder Bakterien nachzuweisen.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese (Gespräch über Symptome und Vorerkrankungen)
- Körperliche Untersuchung (Druck auf Gesicht, Blick in die Nase)
- Nasenendoskopie (Nasenspiegelung)
- Bluttest: Messung des C-reaktiven Proteins (CRP) und/oder der weißen Blutkörperchen
- Blutkultur (wenn eine Blutvergiftung vermutet wird)
- Bildgebung (CT oder MRT des Gesichtsschädels) nur bei Komplikationen oder chronischer Sinusitis
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird zunächst Ihre Symptome erfragen. Falls ein Bluttest nötig ist, wird Ihnen Blut aus der Vene abgenommen – das dauert nur wenige Minuten. Die Ergebnisse liegen meist am selben oder nächsten Tag vor. Ein erhöhter CRP-Wert und eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen deuten auf eine bakterielle Infektion hin.
Behandlung
Die Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung hängt von der Ursache (Viren oder Bakterien) und der Schwere ab. Bei viralen Infektionen helfen abschwellende Maßnahmen und Schmerzlinderung. Bei bakteriellen Infektionen kann der Arzt Antibiotika verschreiben – diese sollten genau nach Anweisung eingenommen werden. Ein Bluttest kann helfen, den Schweregrad einzuschätzen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser oder Kräutertee), um den Schleim zu verflüssigen
- Inhalieren mit heißem Wasserdampf (z. B. mit Kamille oder Salz)
- Nasenspülungen mit Kochsalzlösung (aus der Apotheke)
- Kopf hochlagern beim Schlafen
- Warme Umschläge auf Stirn und Wangen
Medizinische Behandlungen
Bei bakterieller Sinusitis kann der Arzt Antibiotika verschreiben – diese müssen vollständig eingenommen werden, auch wenn es einem schon besser geht. Abschwellende Nasensprays sollten nicht länger als 7 Tage angewendet werden. Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können die Beschwerden lindern (nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke). Bei chronischer Sinusitis werden manchmal Kortisonsprays oder Antiallergika eingesetzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Nasennebenhöhlenendoskopie) kommt nur infrage, wenn wiederholte Antibiotikabehandlungen nicht helfen oder wenn Polypen oder eine schiefe Nasenscheidewand die Ursache sind. Auch bei Komplikationen wie einem Abszess im Auge oder Gehirn kann eine Operation nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von 1–2 Wochen vollständig. In der Zeit sollten Sie sich schonen, ausreichend schlafen und ansteckende Tätigkeiten vermeiden. Bei chronischer Sinusitis kann die Erkrankung immer wieder auftreten – dann ist eine regelmäßige Behandlung durch den HNO-Arzt wichtig.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Rauchen und verrauchte Räume
- Halten Sie die Nasenschleimhäute feucht (z. B. mit Luftbefeuchtern)
- Reduzieren Sie Stress, da dieser das Immunsystem schwächen kann
- Waschen Sie regelmäßig die Hände, um Infektionen vorzubeugen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung an der frischen Luft kann helfen, den Schleim zu lösen – aber bei Fieber oder starken Schmerzen sollten Sie sich ausruhen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische oder wiederkehrende Sinusitis kann belastend sein und die Lebensqualität einschränken. Es ist normal, sich manchmal frustriert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit kann ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten helfen.
Vorbeugung
Ganz verhindern lässt sich eine Nasennebenhöhlenentzündung nicht, aber Sie können das Risiko senken. Stärken Sie Ihr Immunsystem, vermeiden Sie Erkältungen und behandeln Sie Allergien frühzeitig.
Impfungen
Eine spezielle Impfung gegen Sinusitis gibt es nicht. Die jährliche Grippeimpfung und die Impfung gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) können schwere Atemwegsinfektionen verhindern, die eine Sinusitis auslösen können.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf Sinusitis. Bei wiederkehrenden Beschwerden kann ein Allergietest oder eine Nasenspiegelung sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Infektion auf die Augenhöhlen (Orbitalphlegmone)
- Hirnhautentzündung (Meningitis)
- Blutvergiftung (Sepsis) – in sehr seltenen Fällen
- Bildung eines Abszesses (Eiteransammlung) im Gehirn oder Auge
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilen die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen ohne Folgen aus. Schwere Komplikationen sind selten, besonders wenn Sie rechtzeitig ärztliche Hilfe suchen. Bei chronischen Verläufen gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten, um die Beschwerden zu lindern.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Patientenleitlinie Sinusitis (AWMF) ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.