sinus infection specialist tests overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine Entzündung oder Infektion der Schleimhaut in den Nebenhöhlen – das sind luftgefüllte Hohlräume im Schädel rund um die Nase.
Wichtige Fakten
- Sinusitis kann akut (kurz) oder chronisch (langanhaltend) sein.
- Die meisten Fälle werden durch Viren verursacht, ähnlich einer Erkältung.
- Eine Behandlung mit Antibiotika ist nur bei bakterieller Infektion sinnvoll.
Ja, Sinusitis ist sehr häufig. Jeder dritte Erwachsene in Deutschland ist mindestens einmal im Leben betroffen.
Sinusitis kann Menschen jeden Alters betreffen, häufiger jedoch Erwachsene. Kinder entwickeln oft eine Sinusitis nach einer Erkältung.
Symptome
- Starke Kopfschmerzen, die plötzlich auftreten und mit Fieber und Nackensteifigkeit einhergehen (mögliche Hirnhautentzündung)
- Doppelbilder oder Sehstörungen
- Anschwellen der Stirn oder Augenlider mit Rötung – sofort 112 anrufen
- ⚠Schmerzen, die nicht auf normale Schmerzmittel ansprechen
- ⚠Länger als 10 Tage anhaltendes Fieber über 39°C
- ⚠Verschlechterung nach anfänglicher Besserung
Häufige Symptome
- Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht (Stirn, Wangen, um die Augen)
- Verstopfte Nase oder Nasenausfluss
- Verminderter Geruchssinn
- Kopfschmerzen
- Fieber oder Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Schnupfen, der länger als 10 Tage anhält
- Husten tagsüber und nachts
- Gereiztheit oder Müdigkeit
- Gelegentlich Ohrenschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufig weniger typische Symptome wie Müdigkeit oder Verwirrtheit
- Möglicherweise weniger Schmerzen im Gesicht
- Chronischer Husten oder Druckgefühl
Ursachen
Hauptursachen
- Viren (meist Erkältungsviren)
- Bakterien (bei länger anhaltenden oder schweren Infektionen)
- Allergien (z.B. Heuschnupfen)
- Nasenpolypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Trockene Luft oder Schadstoffe
- Geschwächtes Immunsystem
- Asthma oder Allergien
- Zahnerkrankungen im Oberkiefer
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie starke Gesichtsschmerzen haben, die nicht nachlassen
- Wenn Sie plötzliches hohes Fieber (über 39°C) haben
- Wenn sich Ihr Sehvermögen verändert oder Sie Doppelbilder sehen – dann sofort ärztliche Hilfe suchen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Symptome länger als 7–10 Tage anhalten
- Wenn der Nasenausfluss gelb-grün ist und Sie Schmerzen haben
- Wenn Sie sich allgemein sehr krank fühlen
Diagnose
Die Diagnose einer Sinusitis stellt meist Ihr Hausarzt oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt). Der Arzt befragt Sie zu Ihren Beschwerden und untersucht Nase und Nebenhöhlen mit einem kleinen Endoskop (Nasenspiegelung).
Mögliche Untersuchungen
- Endoskopie der Nase: Ein dünner Schlauch mit Kamera wird in die Nase eingeführt, um die Nebenhöhlenöffnungen zu beurteilen
- Bildgebung: In seltenen Fällen wird eine CT (Computertomographie) der Nasennebenhöhlen gemacht, wenn die Diagnose unklar ist oder eine Operation geplant wird
- Abstrich (Kultur): Bei chronischer oder schwerer Infektion kann ein Abstrich aus der Nase entnommen werden, um den Erreger zu bestimmen
- Allergietests: Falls eine Allergie als Ursache vermutet wird, können Haut- oder Bluttests helfen
- Sonografie: Bei Kindern manchmal eine Ultraschalluntersuchung der Nebenhöhlen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Untersuchung sitzen Sie bequem auf einem Stuhl. Der Arzt schaut mit einem beleuchteten Röhrchen in Ihre Nase. Das kann etwas unangenehm sein, tut aber nicht weh. Falls eine Endoskopie nötig ist, wird die Nasenschleimhaut mit einem Spray betäubt. Sie können danach sofort nach Hause gehen.
Behandlung
Die Behandlung einer Sinusitis hängt davon ab, ob sie durch Viren oder Bakterien verursacht ist. Bei viralen Infektionen reichen oft Selbsthilfetipps; bei bakteriellen kann eine Antibiotikatherapie sinnvoll sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken (Wasser, Tee)
- Inhalieren mit Wasserdampf (z.B. Schüssel mit heißem Wasser, ohne Zusätze)
- Nasenspülung mit Kochsalzlösung (aus der Apotheke)
- Viel Ruhe und Schlaf
- Befeuchten der Raumluft
- Auf Rauchen verzichten
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann bei starken Schmerzen entzündungshemmende Schmerzmittel (wie Ibuprofen oder Paracetamol) empfehlen. Bei bakterieller Infektion werden Antibiotika eingesetzt, die auf den Erreger abgestimmt sind. Manchmal helfen kortisonhaltige Nasensprays gegen die Schwellung. Diese Mittel werden nur auf ärztliche Verordnung angewendet – fragen Sie Ihren Arzt, was für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei chronischer Sinusitis, die auf Medikamente nicht anspricht, oder wenn Nasenpolypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand die Ursache sind, kann eine Operation (funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie) in Erwägung gezogen werden. Ihr HNO-Arzt bespricht die Notwendigkeit und den Ablauf mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Eine chronische Sinusitis kann den Alltag belasten. Mit den richtigen Strategien können Sie die Beschwerden lindern und einen normalen Tagesablauf beibehalten.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßiges Lüften der Wohnung
- Vermeiden von Reizstoffen wie Rauch oder starken Parfüms
- Allergene reduzieren (z.B. Bettwäsche regelmäßig wechseln)
- Bei Bedarf Nasendusche verwenden, um Schleim zu lösen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann das Immunsystem unterstützen. Leichte Bewegung wie Spaziergänge an der frischen Luft hilft, die Durchblutung der Schleimhäute zu verbessern. Vermeiden Sie jedoch anstrengende Sportarten während einer akuten Infektion.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständige Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Druckgefühl können die Stimmung beeinflussen und zu Erschöpfung oder Reizbarkeit führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn die Belastung zu groß wird. Auch Gespräche mit Freunden oder einer Selbsthilfegruppe können entlasten.
Vorbeugung
Eine Sinusitis lässt sich nicht immer vermeiden, aber Sie können das Risiko senken.
Impfungen
Eine Grippeimpfung (jährlich) kann schwere Atemwegsinfekte verhindern, die zu einer Sinusitis führen können. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf Sinusitis. Wenn Sie jedoch häufiger darunter leiden, kann eine Allergiediagnostik sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine chronische Sinusitis kann sich verschlechtern und zu einer Entzündung der Augenhöhle (Orbitalphlegmone) führen
- Selten: Ausbreitung der Infektion bis ins Gehirn (Hirnhautentzündung, Meningitis)
- Bildung von Eiteransammlungen (Abszessen) im Bereich der Nebenhöhlen
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilt eine akute Sinusitis meist innerhalb weniger Wochen aus. Auch chronische Formen lassen sich heute gut behandeln. Moderne Verfahren machen Eingriffe schonend und erfolgreich. Die meisten Menschen werden wieder völlig beschwerdefrei.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
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