Überblick über Spezialtests für die Nebenhöhlen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sinusitis ist eine Entzündung oder Infektion der Nebenhöhlen, also der luftgefüllten Hohlräume im Schädel um Nase und Augen herum. Ein Sinus-Spezialist (HNO-Arzt) führt verschiedene Tests durch, um die Ursache zu finden und die richtige Behandlung zu empfehlen.
Wichtige Fakten
- Sinusitis kann akut (kurzzeitig) oder chronisch (langanhaltend) auftreten.
- Die Diagnose umfasst oft eine Nasenspiegelung und manchmal eine CT-Untersuchung.
- Die meisten Formen der Sinusitis heilen gut aus, vor allem mit der richtigen Behandlung.
Ja, Sinusitis ist eine sehr häufige Erkrankung. Viele Menschen haben mindestens einmal im Leben eine Nebenhöhlenentzündung.
Sinusitis kann Menschen jeden Alters betreffen, tritt aber häufiger bei Erwachsenen auf. Besonders anfällig sind Personen mit Allergien, Nasenpolypen oder einem geschwächten Immunsystem.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen
- Fieber über 39°C mit Nackensteifigkeit
- Sehstörungen oder Doppelbilder
- Schwellung oder Rötung um die Augen
- Bewusstseinsstörungen
- ⚠Symptome, die nach 7–10 Tagen nicht besser werden
- ⚠Starke Gesichtsschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Wiederholte Sinusitis-Episoden innerhalb kurzer Zeit
Häufige Symptome
- Verstopfte oder laufende Nase
- Schmerz- oder Druckgefühl im Gesicht, besonders um die Stirn oder Wangen
- Kopfschmerzen
- Geruchs- oder Geschmacksverlust
- Husten, der sich nachts verschlimmert
- Müdigkeit
Symptome bei Kindern
- Schnupfen, der länger als 10 Tage anhält
- Husten tagsüber und nachts
- Reizbarkeit oder schlechter Appetit
- Ohrenschmerzen (weil die Nebenhöhlen mit dem Ohr verbunden sind)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft mildere oder weniger typische Symptome
- Statt starkem Schmerz eher allgemeines Unwohlsein
- Verwirrtheit oder Verschlechterung bestehender Erkrankungen (selten)
Ursachen
Hauptursachen
- Viren (wie bei einer Erkältung)
- Bakterien (oft nach einer Virusinfektion)
- Allergien (Heuschnupfen, Hausstaubmilben)
- Nasenpolypen oder Verkrümmungen der Nasenscheidewand
- Zahninfektionen (können auf die Nebenhöhlen übergreifen)
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Regelmäßige Allergien oder Asthma
- Geschwächtes Immunsystem
- Trockene Luft oder Luftschadstoffe
- Häufiges Schwimmen oder Tauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf eine schwere Infektion (hohes Fieber, starke Schmerzen)
- Wenn Sie plötzlich schlecht sehen oder das Gesicht anschwillt
- Bei chronischen oder immer wiederkehrenden Beschwerden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Symptome länger als 10 Tage anhalten
- Wenn Sie unter wiederkehrenden Nebenhöhlenentzündungen leiden
- Zur Abklärung möglicher Allergien oder anderer Ursachen
Diagnose
Der Arzt (HNO-Spezialist) stellt die Diagnose zunächst durch ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Dabei tastet er die Nebenhöhlen ab und sieht sich die Nase mit einem kleinen Leuchtinstrument (Otoskop) oder einem Endoskop an.
Mögliche Untersuchungen
- Nasenendoskopie (feine Kamera in der Nase)
- CT (Computertomographie) der Nasennebenhöhlen
- Allergietests (Haut- oder Bluttests)
- Abstrich (bei Verdacht auf bakterielle Infektion)
- Röntgen (wird heute seltener eingesetzt)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Bei der Nasenendoskopie wird ein dünner Schlauch mit einer Kamera vorsichtig in die Nase eingeführt – das kann sich etwas unangenehm anfühlen, tut aber nicht weh. Eine CT dauert nur wenige Minuten und erfordert keine besondere Vorbereitung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und Schwere der Sinusitis. Oft lässt sie sich mit einfachen Maßnahmen gut in den Griff bekommen. Bei bakteriellen Infektionen kann eine Behandlung mit Antibiotika nötig sein – diese verschreibt nur der Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser, Tee), um den Schleim zu verflüssigen
- Dampfinhalationen mit Kamille oder Salz
- Nasenspülungen mit Kochsalzlösung (aus der Apotheke)
- Kopf hochlagern im Schlaf
- Wärmeanwendungen (z. B. warme Kompressen auf Stirn und Wangen)
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kommen verschiedene Medikamente infrage: abschwellende Nasensprays (maximal 7 Tage), kortisonhaltige Nasensprays bei Allergien oder Polypen, und bei bakterieller Infektion Antibiotika. Bei chronischer Sinusitis helfen manchmal auch entzündungshemmende Medikamente. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten – nehmen Sie keine Mittel auf eigene Faust über längere Zeit ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Medikamente nicht ausreichen oder die Nebenhöhlen durch Polypen oder starke Verkrümmungen blockiert sind, kann eine Operation (z. B. funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlen-OP) empfohlen werden. Dabei wird verengtes Gewebe entfernt, damit die Belüftung und der Abfluss verbessert werden.
Leben mit der Erkrankung
Bei chronischer Sinusitis hilft es, die Nase regelmäßig zu pflegen und Auslöser wie Allergene oder Rauch zu meiden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über einen individuellen Behandlungsplan.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau
- Vermeidung von Rauchen und Passivrauchen
- Regelmäßiges Lüften der Räume
- Bei Trockenheit einen Luftbefeuchter verwenden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Flüssigkeit stärkt das Immunsystem. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung der Schleimhäute. Achten Sie darauf, sich bei akuter Sinusitis zu schonen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Sinusitis kann auf Dauer belastend sein und zu Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen oder Niedergeschlagenheit führen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen – bei Bedarf kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Nicht jede Sinusitis lässt sich verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken: Vermeiden Sie Rauchen und Allergene, waschen Sie regelmäßig die Hände und behandeln Sie Erkältungen frühzeitig. Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken können vor bestimmten Infektionen schützen.
Impfungen
Eine Grippeimpfung (jährlich) und die Impfung gegen Pneumokokken (nach ärztlicher Empfehlung) können das Risiko für Atemwegsinfektionen verringern, die zu einer Sinusitis führen können.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening für Sinusitis. Wenn Sie häufig unter Nebenhöhlenbeschwerden leiden, sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen, um mögliche Ursachen abzuklären.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Sinusitis (langanhaltende Entzündung)
- Bildung von Nasenpolypen
- Seltene, aber ernste Komplikationen: Ausbreitung der Infektion auf die Augenhöhle oder das Gehirn (Hirnhautentzündung)
- Verschlechterung von Asthma oder anderen Lungenerkrankungen
Langzeitprognose
Die allermeisten Sinusitiden heilen gut aus, vor allem wenn sie frühzeitig richtig behandelt werden. Auch chronische Formen lassen sich mit modernen Methoden meist gut kontrollieren. Wenn Sie auf Ihre Symptome achten und bei Bedarf ärztlichen Rat einholen, haben Sie gute Aussichten auf Besserung.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.