UTI blood test explained
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Bluttest bei einer Harnwegsinfektion (HWI) ist eine Laboruntersuchung, bei der Ihr Blut auf Anzeichen einer Infektion geprüft wird. Eine Harnwegsinfektion betrifft die Blase, die Harnröhre oder die Nieren. Der Bluttest kann helfen, eine schwere Infektion zu erkennen und zu entscheiden, ob eine Behandlung im Krankenhaus nötig ist.
Wichtige Fakten
- Bluttests werden vor allem bei Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) durchgeführt.
- Der Test misst Entzündungswerte wie CRP und Leukozyten (weiße Blutkörperchen).
- Ein Bluttest ersetzt nicht den Urintest, sondern ergänzt die Diagnose.
- Bei einfachen Blasenentzündungen ist ein Bluttest meist nicht nötig.
Bluttests bei Harnwegsinfektionen sind nicht bei jeder Blasenentzündung üblich. Sie werden eher bei schweren Verläufen oder wenn die Infektion auf die Nieren übergegangen sein könnte, eingesetzt.
Der Bluttest wird vor allem bei Erwachsenen mit Fieber, Schüttelfrost oder starken Schmerzen durchgeführt, sowie bei älteren Menschen, Schwangeren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Hohes Fieber über 39 °C mit Schüttelfrost
- Starke Schmerzen im Rücken oder in der Seite (Flankenschmerzen)
- Übelkeit und Erbrechen, die das Trinken unmöglich machen
- Anzeichen einer Blutvergiftung: schneller Puls, Verwirrtheit, Atemnot
- ⚠Fieber über 38 °C, das länger als einen Tag anhält
- ⚠Blut im Urin (sichtbar rot oder braun)
- ⚠Schmerzen beim Wasserlassen, die nicht innerhalb von zwei Tagen verschwinden
- ⚠Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
Häufige Symptome
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Häufiger und plötzlicher Harndrang
- Trüber oder übelriechender Urin
- Schmerzen im Unterbauch
Symptome bei Kindern
- Fieber ohne erkennbare Ursache
- Erbrechen oder Durchfall
- Reizbarkeit oder Weinen beim Wasserlassen
- Appetitlosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Fieber oder Unterkühlung
- Inkontinenz oder Verschlechterung einer bestehenden Inkontinenz
- Müdigkeit und Schwäche
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien (meist E. coli) gelangen über die Harnröhre in die Blase und vermehren sich.
- Bei einer schweren Infektion können die Bakterien von der Blase in die Nieren aufsteigen.
- Ein Bluttest wird angeordnet, wenn die Infektion auf das Blut übergegangen sein könnte (Sepsis).
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht (kürzere Harnröhre)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Diabetes, Chemotherapie)
- Schwangerschaft
- Katheter in der Blase
- Nierensteine oder andere Harnabflussstörungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber über 38,5 °C und Schüttelfrost
- Starke Schmerzen im Rücken oder in der Seite
- Blut im Urin sichtbar
- Zeichen einer Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Brennen beim Wasserlassen, das länger als zwei Tage anhält
- Wiederholt auftretende Harnwegsinfektionen (mehr als zwei in sechs Monaten)
- Trüber Urin mit unangenehmem Geruch
Diagnose
Die Diagnose einer Harnwegsinfektion beginnt mit einem Urintest (z. B. Teststreifen oder Urinkultur). Ein Bluttest wird zusätzlich gemacht, wenn der Verdacht auf eine Nierenbeteiligung oder eine Blutvergiftung besteht. Der Bluttest misst Entzündungswerte wie das C-reaktive Protein (CRP) und die Anzahl der weißen Blutkörperchen.
Mögliche Untersuchungen
- Urintest (Teststreifen oder Urinkultur)
- Blutentnahme (großes Blutbild, CRP, eventuell Blutkultur)
- Bei Verdacht auf Nierenbeteiligung: Ultraschall der Nieren
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Blutentnahme wird Ihnen eine kleine Menge Blut aus einer Vene am Arm entnommen. Das tut kurz weh, ist aber schnell vorbei. Die Ergebnisse liegen meist innerhalb weniger Stunden bis einen Tag vor. Der Arzt oder die Ärztin bespricht die Befunde mit Ihnen und leitet die nötige Behandlung ein.
Behandlung
Die Behandlung einer Harnwegsinfektion richtet sich nach der Schwere der Infektion. Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung reichen oft einfache Maßnahmen und ein Arztbesuch. Bei schweren Verläufen, die einen Bluttest rechtfertigen, ist meist eine intensivere Behandlung nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser oder ungesüßter Kräutertee), um die Bakterien auszuspülen
- Wärme auf den Unterbauch (z. B. Wärmflasche) kann Schmerzen lindern
- Auf Intimhygiene achten: nach dem Toilettengang von vorne nach hinten wischen
- Auf Reizstoffe wie parfümierte Seifen oder Badezusätze verzichten
Medizinische Behandlungen
Bei einer bakteriellen Harnwegsinfektion werden in der Regel Antibiotika verschrieben. Welches Antibiotikum eingesetzt wird, hängt von der Art der Bakterien und Ihrer persönlichen Situation ab. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird ein passendes Medikament auswählen. Bei schweren Infektionen, die einen Bluttest erfordern, kann eine Behandlung im Krankenhaus mit Antibiotika über die Vene nötig sein. Nehmen Sie Antibiotika immer genau nach Anweisung ein, auch wenn Sie sich schon besser fühlen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel wenn Harnsteine oder andere Abflusshindernisse immer wieder Infektionen verursachen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird dies mit Ihnen besprechen, falls es infrage kommt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Harnwegsinfektion können Sie in der Regel schnell wieder Ihren Alltag aufnehmen. Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken und die Toilette nicht zu lange hinauszuzögern. Bei wiederkehrenden Infektionen kann es hilfreich sein, bestimmte Verhaltensweisen anzupassen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßig und ausreichend Flüssigkeit trinken (etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag)
- Nach dem Geschlechtsverkehr Wasserlassen, um Bakterien auszuspülen
- Baumwollunterwäsche tragen und enge Kleidung vermeiden
- Keine unnötigen Scheidenspülungen oder Intimsprays verwenden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem. Besonders Vitamin C (z. B. aus Orangen, Paprika) kann das Milieu in der Blase ungünstig für Bakterien machen. Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung und die Abwehrkräfte. Vermeiden Sie jedoch Sport bei akuter Infektion und Fieber.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrende Harnwegsinfektionen können belastend sein und zu Ängsten oder Frustration führen. Es ist normal, sich manchmal hilflos zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlastend wirken.
Vorbeugung
Nicht jede Harnwegsinfektion ist vermeidbar, aber mit einfachen Maßnahmen können Sie das Risiko senken: viel trinken, regelmäßig Wasserlassen, gute Intimhygiene und nicht zu langes Warten mit dem Toilettengang.
Impfungen
Es gibt derzeit keine Impfung gegen Harnwegsinfektionen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening für Harnwegsinfektionen. Bei wiederkehrenden Infektionen kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin regelmäßige Urinuntersuchungen vorschlagen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Aufsteigen der Infektion in die Nieren (Nierenbeckenentzündung)
- Narbenbildung in den Nieren (besonders bei Kindern)
- Blutvergiftung (Sepsis) – eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf die Infektion
- Wiederkehrende Infektionen, die die Lebensqualität einschränken
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilen die meisten Harnwegsinfektionen vollständig aus. Wenn ein Bluttest durchgeführt wird, zeigt dies, dass Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Situation ernst nimmt und rechtzeitig handelt. Auch schwere Verläufe sind heute gut behandelbar. Bleiben Sie mit Ihrer medizinischen Fachkraft im Gespräch – so können Sie Ihre Gesundheit bestmöglich unterstützen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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