Wundkultur
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Wundabstrich ist eine einfache Untersuchung, bei der mit einem sterilen Wattestäbchen eine Probe aus Ihrer Wunde entnommen wird. Damit wird untersucht, ob Bakterien oder andere Keime in der Wunde sind und welche Art von Keimen es sind. Das hilft dem Arzt, die richtige Behandlung zu wählen.
Wichtige Fakten
- Ein Wundabstrich wird gemacht, wenn eine Wunde Anzeichen einer Infektion zeigt (Rötung, Schwellung, Eiter).
- Die Probe wird im Labor untersucht. Dort wird festgestellt, welche Keime wachsen und welche Antibiotika gegen sie wirken (Antibiogramm).
- Das Ergebnis dauert meist 2–3 Tage.
Ja, ein Wundabstrich ist ein sehr häufiger diagnostischer Test, wenn der Verdacht auf eine Wundinfektion besteht.
Er wird bei Menschen aller Altersgruppen durchgeführt, die eine offene Wunde haben, die nicht richtig heilt oder Anzeichen einer Infektion zeigt.
Symptome
- Wenn Sie zusätzlich hohes Fieber (über 39°C) oder Schüttelfrost haben
- Wenn die Rötung sich schnell ausbreitet oder sehr groß wird
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen in der Wunde haben
- Wenn Sie verwirrt sind oder das Bewusstsein verlieren
- ⚠Wenn die Wunde nach 2–3 Tagen nicht besser wird oder schlimmer wird
- ⚠Wenn Sie Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem haben und eine Wunde nicht heilt
- ⚠Wenn Sie wiederholt Fieber bekommen
Häufige Symptome
- Rötung der Haut um die Wunde
- Schwellung oder Wärmegefühl
- Eiter oder gelbliche Flüssigkeit aus der Wunde
- Schmerzen, die stärker werden
- Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl
Symptome bei Kindern
- Unruhe oder vermehrtes Weinen
- Appetitlosigkeit
- Die Wunde sieht nass oder eitrig aus
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Wunde heilt sehr langsam oder wird größer
- Druckempfindlichkeit in der Umgebung der Wunde
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien (wie Staphylokokken oder Streptokokken) dringen in die Wunde ein.
- Die Wunde wurde nicht richtig gereinigt oder versorgt.
- Fremdkörper (z. B. Splitter, Erde) bleiben in der Wunde.
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Durchblutungsstörungen (z. B. bei Rauchen oder Arterienverkalkung)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie, HIV oder Medikamente)
- Mangelernährung oder Übergewicht
- Langes Liegen (Dekubitus/Druckgeschwüre)
- Operationen oder größere Verletzungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Fieber über 38,5°C oder Schüttelfrost
- Wenn sich die Rötung rasch ausbreitet
- Wenn starke Schmerzen in Ruhe auftreten
- Wenn sich die Wunde plötzlich dunkel verfärbt oder übel riecht
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Wunde nicht innerhalb von 2–3 Tagen heilt
- Wenn die Wunde eitert oder nässt
- Wenn Sie unsicher sind, ob die Wunde infiziert ist
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin entnimmt mit einem sterilen Wattestäbchen eine Probe aus der Wunde. Die Probe wird in ein Röhrchen gegeben und ins Labor geschickt.
Mögliche Untersuchungen
- Mikroskopische Untersuchung – um Bakterien oder Pilze zu erkennen
- Kultur – die Keime werden auf Nährböden vermehrt, um sie zu identifizieren
- Antibiogramm – es wird getestet, welche Antibiotika gegen die gefundenen Keime wirken
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Probeentnahme ist schmerzarm und dauert wenige Sekunden. Das Ergebnis aus dem Labor liegt nach etwa 2–3 Tagen vor. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht dann mit Ihnen, ob und wie die Wunde behandelt werden muss.
Behandlung
Die Behandlung einer Wundinfektion richtet sich nach dem Ergebnis des Wundabstrichs. Oft wird die Wunde gereinigt und mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt. Ihr Arzt wählt das Medikament genau auf den Keim abgestimmt aus.
Selbsthilfe zu Hause
- Reinigen Sie die Wunde vorsichtig mit klarem Wasser und trocknen Sie sie mit einem sauberen Tuch.
- Wechseln Sie den Verband täglich oder nach Anweisung des Arztes.
- Halten Sie die Wunde sauber und trocken.
- Berühren Sie die Wunde nicht mit ungewaschenen Händen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Keim und Schweregrad der Infektion verschreibt der Arzt ein Antibiotikum, das Sie entweder als Tablette einnehmen oder als Salbe auftragen. Manchmal ist auch eine intravenöse Gabe im Krankenhaus nötig. Die Wundreinigung erfolgt oft durch einen Arzt oder eine speziell geschulte Pflegekraft.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen – zum Beispiel bei sehr tiefen oder abgestorbenen Gewebestellen – kann ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig sein, um das infizierte Gewebe zu entfernen.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf eine gute Wundpflege und wechseln Sie Verbände regelmäßig. Vermeiden Sie Druck oder Reibung auf die Wunde.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – Rauchen verschlechtert die Durchblutung und verzögert die Heilung.
- Ausreichend schlafen und Stress vermeiden – das stärkt das Immunsystem.
- Auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse achten.
Ernährung und Bewegung
Eine eiweißreiche Kost kann die Wundheilung unterstützen. Leichte Bewegung ist erlaubt, solange die Wunde nicht belastet oder verschmutzt wird.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Wunde, die nicht heilt, kann belastend sein. Sorgen und Ängste sind normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber – er oder sie kann Ihnen helfen.
Vorbeugung
Die meisten Wundinfektionen lassen sich durch gute Wundversorgung verhindern: Hände waschen, Wunde reinigen, mit einem Pflaster oder sterilem Verband abdecken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich ausbreiten – zum Beispiel auf Knochen (Osteomyelitis) oder ins Blut (Sepsis).
- Eine chronische Wunde kann entstehen, die über Wochen oder Monate nicht heilt.
- Im schlimmsten Fall kann eine Blutvergiftung (Sepsis) lebensbedrohlich werden.
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung heilen die meisten Wundinfektionen folgenlos aus. Der Wundabstrich hilft dabei, die genau richtige Therapie zu finden. Auch Menschen mit Risikofaktoren haben gute Chancen auf Heilung, wenn sie konsequent behandelt werden.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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