Gesund reisen – Tipps für Lungen und Atemwege
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fliegen, Zug- oder Busreisen können für die Atemwege eine Belastung sein. Mit den richtigen Tipps können Sie gut vorbereitet reisen und Ihre Lunge schützen – auch wenn Sie bereits eine Lungenerkrankung haben. Dieser Artikel erklärt, worauf Sie achten sollten.
Wichtige Fakten
- Auch kurze Reisen mit dem Flugzeug bringen besondere Umstände für den Körper mit sich: trockene Luft, niedriger Sauerstoff und langes Sitzen.
- Wer viel sitzt, hat ein höheres Risiko für Blutgerinnsel in den Beinen. Diese können auf die Lunge übertragen werden.
- Eine gute Vorbereitung, viel Trinken und regelmäßige Bewegung können die meisten Beschwerden verhindern.
Beschwerden wie trockene Augen oder ein Kratzen im Hals treten bei vielen Reisenden auf. Ernsthafte Lungenprobleme sind dagegen selten.
Grundsätzlich betrifft das Thema alle Reisenden. Besonders wichtig ist es für Menschen mit Asthma, COPD oder anderen Lungenerkrankungen, für Schwangere und für Menschen, die wenig mobil sind.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an, wenn plötzlich schwere Atemnot auftritt
- Starke Schmerzen in der Brust oder im Rücken
- Bluthusten
- Blaue Lippen oder Fingernägel
- ⚠Fieber mit Husten und Atemnot
- ⚠Schmerzen oder Schwellung in einem Bein nach einer langen Reise
- ⚠Anhaltende Kurzatmigkeit auch in Ruhe
Häufige Symptome
- Kurzer Atem oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Trockener Husten oder Kratzen im Hals
- Engegefühl in der Brust – auch bei normaler Anstrengung
- Unruhe oder Anspannung beim Reisen
Symptome bei Kindern
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Schlappheit
- Schnelle oder geräuschvolle Atmung
- Anhaltender Husten nach der Reise
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkere Atemnot bei leichter Bewegung
- Verwirrtheit oder Unwohlsein ohne eindeutige Ursache
- Schmerzen in der Brust oder in den Beinen
Ursachen
Hauptursachen
- Trockene und dünne Luft in der Flugzeugkabine
- Langes Sitzen ohne Bewegung, besonders bei Langstreckenreisen
- Rasche Druckveränderungen beim Start und bei der Landung
- Enge oder überfüllte Räume, die die Übertragung von Viren begünstigen
Risikofaktoren
- Chronische Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD
- Schwangerschaft
- Übergewicht oder geringe Beweglichkeit
- Erkrankungen der Venen oder frühere Blutgerinnsel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie schon vor der Reise Atemprobleme haben
- Wenn Sie nach der Reise über mehrere Tage Husten oder Fieber haben
- Wenn Sie ein geschwollenes, schmerzendes Bein bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie sich von Ihrer Arztpraxis beraten, wenn Sie eine Lungenerkrankung haben und eine weite Reise planen.
- Fragen Sie, ob Sie eine Sauerstoffmessung oder einen Fitnesstest benötigen.
Diagnose
Wenn Sie vor oder nach der Reise Beschwerden haben, wird die Ärztin oder der Arzt Sie gründlich befragen und untersuchen. Schon der Blick auf Atmung und Sauerstoffgehalt des Blutes gibt wichtige Hinweise.
Mögliche Untersuchungen
- Messung der Sauerstoffsättigung (Pulsoximetrie)
- Lungenfunktionstest, bei dem Sie kräftig ausatmen müssen
- Blutuntersuchung, um eine Infektion oder Blutgerinnsel zu erkennen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist sind die Untersuchungen unkompliziert und schmerzfrei. Sie müssen aber mit Wartezeit rechnen. Nehmen Sie Reiseunterlagen und einen Impfausweis mit.
Behandlung
Die besten Maßnahmen sind vorbeugend: viel trinken, regelmäßig aufstehen, Bewegung und die richtige Kleidung. Die aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften (AWMF) empfehlen, bei erhöhtem Risiko für Blutgerinnsel vor langen Flügen mit der Ärztin über vorbeugende Maßnahmen zu sprechen. Wer bereits eine Lungenerkrankung hat, sollte vor der Reise einen Behandlungsplan mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend Wasser oder Tee trinken – am besten ohne Alkohol oder starken Kaffee
- Bei langen Reisen jede Stunde aufstehen und etwas gehen
- Leichte Atemübungen und bewusstes tiefes Ein- und Ausatmen
- Locker sitzende Kleidung und flache Schuhe
Medizinische Behandlungen
Es gibt Impfungen gegen Atemwegserkrankungen, die man vor Reisen auffrischen kann. Bei einer bekannten Lungenerkrankung kann die Ärztin oder der Arzt zusätzliche Medikamente verschreiben, die Sie während der Reise begleiten. Wichtig: Sprechen Sie immer mit Ihrer Ärztin, bevor Sie neue Mittel anwenden. Notfalls kann während der Reise eine Sauerstoffgabe oder eine Behandlung mit Gerinnungshemmern nötig sein – das entscheidet das medizinische Fachpersonal.
Leben mit der Erkrankung
Reisen mit einer Lungenerkrankung ist gut möglich, wenn Sie sich vorbereiten. Notieren Sie wichtige Medikamente, Allergien und Notfallkontakte. Informieren Sie die Fluggesellschaft frühzeitig, falls Sie Sauerstoff oder besondere Hilfe benötigen.
Tipps für den Alltag
- Reisen Sie mit weniger Gepäck und planen Sie Pausen ein.
- Lüften Sie den Raum oder suchen Sie an Bord nicht allein den Gang auf.
- Nehmen Sie Ihre gewohnten Medikamente exakt so mit, wie Sie es zu Hause tun.
Ernährung und Bewegung
Leichte, ausgewogene Mahlzeiten vor und während der Reise vermeiden Völlegefühl. Auch im Sitzen können Sie die Beine anspannen und die Füße kreisen, um den Kreislauf anzuregen. Übertreiben Sie es nicht – aber jeder kleine Schritt hilft.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge, unterwegs keine Hilfe zu bekommen, kann belasten. Das ist verständlich. Gute Vorbereitung gibt Sicherheit. Sprechen Sie mit der Ärztin oder einem vertrauten Menschen über Ihre Bedenken.
Vorbeugung
Viele Atemprobleme auf Reisen lassen sich verhindern, indem Sie sich gut vorbereiten und während der Reise auf Ihren Körper achten. Wer eine Lungenerkrankung hat, sollte den Gesundheitscheck vor Abflug nutzen.
Impfungen
Aktuelle Impfungen, zum Beispiel gegen Grippe, COVID-19 und Pneumokokken, können das Risiko schwerer Infektionen senken. Lassen Sie sich rechtzeitig von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten – am besten vier bis sechs Wochen vor der Reise.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen kann eine Lungenfunktionsprüfung vor der Reise sinnvoll sein. Bei Risikopatienten wird auch die Sauerstoffgabe im Flugzeug geprüft. Dieser Check ist keine Routineuntersuchung bei jedem Reisenden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein Blutgerinnsel kann sich lösen und in die Lunge wandern – das ist ein Notfall.
- Eine Lungenentzündung oder Infektion kann sich nach einer Reise entwickeln, wenn sie nicht behandelt wird.
- Nicht behandelte Atemnot kann im Urlaub zu gefährlichen Situationen führen.
Langzeitprognose
Erfreulicherweise sind schwere Komplikationen bei Reisen mit guter Vorbereitung sehr selten. Mit einfachen Maßnahmen wie Trinken, Bewegung und Impfschutz können Sie die meisten Risiken deutlich senken. Wer seine Lungenerkrankung kennt und behandeln lässt, kann auch weite Reisen genießen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.