Rippenfellentzündung (Pleuritis): Vorbeugung und Umgang
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) ist eine Entzündung des dünnen Gewebes, das die Lunge und die Innenseite des Brustkorbs auskleidet. Sie verursacht vor allem stechende Schmerzen beim Atmen.
Wichtige Fakten
- Die Entzündung entsteht häufig als Folge einer Atemwegsinfektion, zum Beispiel einer Lungenentzündung.
- Meist heilt eine Rippenfellentzündung mit der richtigen Behandlung vollständig aus.
- Zur Vorbeugung sind Impfungen gegen Grippe und Lungenentzündung wichtig, besonders für Risikogruppen.
Eine Rippenfellentzündung ist nicht selten. Sie tritt oft zusammen mit einer Lungenentzündung oder anderen Brustraumerkrankungen auf.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem und Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen.
Symptome
- Schwere Atemnot, also das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Sehr starke Brustschmerzen oder ein Engegefühl, auch in Ruhe
- Bläulich verfärbte Lippen oder Finger
- ⚠Fieber über 39 °C oder anhaltendes Fieber über drei Tage
- ⚠Zunehmende Atemnot bei normaler Belastung
- ⚠Starke Schmerzen, die trotz Schonung nicht besser werden
Häufige Symptome
- Stechende Schmerzen im Brustkorb, die beim Einatmen, Husten oder Niesen stärker werden
- Kurzatmigkeit oder erschwertes Atmen
- Trockener Husten
- Leichtes Fieber
Symptome bei Kindern
- Schmerzen beim Atmen sind oft schwer zu beschreiben. Kinder wirken vielleicht quengelig, atmen flach oder halten den Atem an.
- Möglicherweise tritt auch Bauchschmerz auf, weil sich der Schmerz dorthin ausbreitet.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Schmerzen weniger deutlich sein. Stattdessen fällt oft nur eine schnelle, flache Atmung oder Verwirrtheit auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Viren oder Bakterien, die eine Atemwegsinfektion wie eine Lungenentzündung auslösen
- Eine Lungenembolie – ein Blutgerinnsel, das ein Lungengefäß verschließt
- Rheumatische Erkrankungen wie Lupus oder rheumatoide Arthritis
- Nach einer Operation im Brustbereich oder durch eine Verletzung des Brustkorbs
Risikofaktoren
- Vorerkrankungen der Lunge wie Asthma oder COPD
- Ein geschwächtes Immunsystem durch Medikamente oder Krankheiten
- Langes Liegen oder wenig Bewegung, was das Risiko für Blutgerinnsel erhöht
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen beim Atmen haben
- Wenn Sie Fieber und Atemnot bemerken
- Wenn Sie trockenen Husten mit Brustschmerzen seit mehr als drei Tagen haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt leichte Schmerzen im Brustkorb beim Atmen bemerken
- Wenn Sie bereits eine Lungenerkrankung haben und neue Beschwerden auftreten
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Beschwerden und Vorgeschichte, hört die Lunge ab und ordnet dann gezielte Untersuchungen an.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung, um Entzündungszeichen festzustellen
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs
- Ultraschall oder Computertomographie (CT) zur genaueren Darstellung
- Bei Bedarf eine Gewebeprobe oder Flüssigkeitsprobe aus dem Brustraum
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern nicht lange. Klären Sie mit dem Team vor Ort, was Sie erwartet.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache der Rippenfellentzündung ab. Ziel ist es, die Entzündung zu lindern, Schmerzen zu reduzieren und die Atmung zu erleichtern. Sie richtet sich nach den aktuellen Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten
- Atmen Sie bewusst tief durch, sofern es nicht zu schmerzhaft ist – das beugt Lungenentzündung vor
- Trinken Sie ausreichend, um das Sekret in den Atemwegen zu lockern
- Legen Sie bei Fieber feuchte, kühle Tücher auf die Stirn – nach Rücksprache mit Ihrem medizinischen Team
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kommen Medikamente zur Hemmung der Entzündung sowie Mittel gegen Schmerzen infrage. Bei einer bakteriellen Infektion werden Antibiotika eingesetzt. Diese werden ärztlich verordnet und sollten genau nach Anweisung eingenommen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur in seltenen Fällen, etwa wenn sich viel Flüssigkeit im Brustraum angesammelt hat oder sich ein Empyem (Eiteransammlung) bildet, kann eine Entlastung durch einen kleinen Eingriff oder eine Operation nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
Geben Sie Ihrem Körper Zeit. Bei rechtzeitiger Behandlung gehen die Beschwerden meist nach einigen Tagen bis Wochen zurück. Vermeiden Sie Rauch und verrauchte Räume.
Tipps für den Alltag
- Mit dem Rauchen aufhören oder es zumindest reduzieren
- Auf eine gute Schlafhygiene achten, um das Immunsystem zu stärken
- Stress vermeiden und für ausreichend Pausen sorgen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Abwehr. Bewegung, sobald es schmerzfrei möglich ist, fördert die Durchblutung und das Wohlbefinden – am besten langsam steigern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schmerzen und Atemnot können belastend sein. Es ist normal, sich ängstlich zu fühlen. Mit der Zeit, wenn die Beschwerden nachlassen, bessert sich auch seelisches Gleichgewicht wieder.
Vorbeugung
Nicht jede Rippenfellentzündung lässt sich verhindern. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie Atemwegsinfektionen vorbeugen und Risikofaktoren wie Rauchen meiden.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen – sprechen Sie darüber mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen können regelmäßige Kontrolluntersuchungen sinnvoll sein. Besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine bakterielle Infektion unbehandelt bleibt, kann sich Eiter im Brustraum ansammeln (Pleuraempyem).
- Es kann zu einer Narbenbildung am Rippenfell kommen, die die Lungenbeweglichkeit einschränkt.
- Im schlimmsten Fall kann sich die Entzündung ausbreiten und eine Blutvergiftung verursachen.
Langzeitprognose
Die große Mehrheit der Rippenfellentzündungen heilt vollständig aus. Mit der richtigen Behandlung und etwas Geduld verschwinden die Schmerzen meist nach ein bis zwei Wochen. Auch in schwereren Fällen ist eine gute Erholung sehr gut möglich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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