PMS: Tipps für den Alltag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) ist eine Sammelbezeichnung für körperliche und seelische Beschwerden, die bei manchen Frauen in den Tagen vor der Regelblutung auftreten. Diese Beschwerden beginnen meist nach dem Eisprung und verschwinden, wenn die Periode einsetzt.
Wichtige Fakten
- PMS tritt nur in der zweiten Zyklushälfte auf.
- Die Symptome sind bei jeder Frau unterschiedlich.
- Gesunde Lebensgewohnheiten können die Beschwerden deutlich lindern.
Ja, PMS ist sehr häufig. Schätzungsweise drei von vier Frauen, die ihre Periode haben, bemerken mindestens einmal leichte Beschwerden. Bei etwa fünf von hundert Frauen sind die Beschwerden stark und beeinträchtigen den Alltag.
PMS betrifft Menschen mit Gebärmutter und Eierstöcken, die eine Regelblutung haben, also vor allem Frauen im gebärfähigen Alter. Es tritt nicht bei Kindern vor der Pubertät oder bei Frauen nach den Wechseljahren auf.
Symptome
- Wenn Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Bei plötzlichen, sehr starken Bauchschmerzen, die nicht in den normalen PMS-Rahmen passen, sollten Sie ebenfalls den Notruf wählen.
- ⚠Wenn Sie unter sehr starken Depressionen oder Angstzuständen leiden, die Sie nicht bewältigen können, suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe.
- ⚠Wenn Ihre Symptome den Alltag stark einschränken oder länger als Ihre Periode anhalten, wenden Sie sich an Ihre Arztpraxis.
Häufige Symptome
- Stimmungsschwankungen
- Reizbarkeit
- Müdigkeit
- Spannende oder schmerzende Brüste
- Blähungen und Völlegefühl
- Kopfschmerzen
- Unterleibsschmerzen
- Heißhunger, zum Beispiel auf Süßes
Symptome bei Kindern
- Das PMS tritt bei Mädchen erst nach der ersten Regelblutung auf. Wenn überhaupt, haben junge Mädchen oft Stimmungsschwankungen und Unterleibsschmerzen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren (Menopause) tritt PMS nicht mehr auf, da kein Zyklus mehr vorhanden ist.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass die hormonellen Veränderungen im Zyklus eine wichtige Rolle spielen.
- Das Hormon Progesteron und Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter wie Serotonin) können auf den Körper und die Stimmung wirken.
- Auch psychische Belastungen und Stress können die Beschwerden verstärken.
Risikofaktoren
- Stress im Alltag
- Schlafmangel
- Ungesunde Ernährung mit viel Zucker und Salz
- Bewegungsmangel
- Rauchen
- Eine familiäre Vorbelastung, zum Beispiel wenn die Mutter ebenfalls unter PMS leidet
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Beschwerden so stark sind, dass Sie Ihren Alltag nicht mehr bewältigen können.
- Wenn Sie Gedanken an Selbstverletzung haben. Hier rufen Sie sofort den Notruf 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig Monat für Monat unter Beschwerden leiden und unsicher sind, was helfen kann.
- Wenn Ihre Periode unregelmäßig ist oder die Beschwerden sich plötzlich verändern.
Diagnose
Die Diagnose eines PMS stellen Ärztinnen und Ärzte meist anhand eines Symptomtagebuchs. Sie notieren über mindestens zwei Zyklen, wann die Beschwerden auftreten und wann sie verschwinden. Das hilft, einen Zusammenhang mit dem Zyklus zu erkennen. Dabei orientieren sich Fachleute an den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Mögliche Untersuchungen
- Es gibt keinen Laborwert, der PMS sicher nachweist.
- Manchmal werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um andere Erkrankungen wie Schilddrüsenprobleme auszuschließen.
- Ein ausführliches Gespräch über Ihre Krankengeschichte und Beschwerden ist der wichtigste „Test“.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Arztpraxis werden Sie über Ihre Zykluslänge, Beschwerden und deren Auswirkungen auf den Alltag befragt. Die Ärztin oder der Arzt kann außerdem eine körperliche Untersuchung machen. Nehmen Sie am besten Ihr Symptomtagebuch zum Termin mit.
Behandlung
Beim PMS helfen oft schon Veränderungen im Alltag. Bei stärkeren Beschwerden kann eine Ärztin oder ein Arzt Behandlungen vorschlagen, die individuell zu Ihnen passen.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Ihre persönlichen Auslöser zu erkennen.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf.
- Nehmen Sie sich in den Tagen vor der Periode bewusst Zeit für sich.
- Wärme, zum Beispiel eine Wärmflasche, kann Unterleibsschmerzen lindern.
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin oder der Arzt kann je nach Ursache und Schwere der Beschwerden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Das können zum Beispiel pflanzliche Mittel, bestimmte hormonelle Verhütungsmethoden oder Arzneimittel sein, die auf die Botenstoffe im Gehirn wirken. Welche Behandlung am besten zu Ihnen passt, besprechen Sie in Ihrer Praxis.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist beim PMS in der Regel nicht notwendig. Nur in sehr seltenen, schweren Fällen wird über einen operativen Eingriff gesprochen – das ist dann eine Einzelfallentscheidung mit Ihrem Ärzteteam.
Leben mit der Erkrankung
Mit PMS zu leben bedeutet, auf seinen Körper zu achten. Planen Sie Ihren Monat mit ein und gönnen Sie sich an schweren Tagen mehr Pausen. Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder Ihrem Umfeld darüber – oft haben andere Verständnis für PMS.
Tipps für den Alltag
- Bewegung einbauen: Schon drei Mal pro Woche 30 Minuten Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen kann die Stimmung verbessern.
- Koffein und Alkohol reduzieren.
- Sich bewusst etwas Gutes tun: ein warmes Bad, Musik hören oder ein Buch lesen.
- Eine feste Schlafenszeit unterstützt den Körper.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann helfen. Reduzieren Sie Zucker, Salz und stark verarbeitete Lebensmittel. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Regelmäßige Bewegung wirkt ausgleichend auf die Stimmung und reduziert Krämpfe.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PMS kann die Stimmung stark beeinflussen. Viele Frauen fühlen sich gereizt, ängstlich oder niedergeschlagen. Das ist nicht Ihre Schuld. Wenn diese Gefühle Sie stark belasten oder Sie sich in einer Krise befinden, holen Sie Hilfe. Bei Selbstmordgedanken wählen Sie sofort den Notruf 112 – Sie sind damit nicht allein.
Vorbeugung
PMS lässt sich nicht sicher verhindern, da es mit dem natürlichen Zyklus zusammenhängt. Sie können aber viel dazu beitragen, dass die Beschwerden schwächer werden.
Impfungen
Eine Impfung gegen PMS gibt es nicht.
Früherkennungsprogramme
Ein spezielles Früherkennungsverfahren für PMS gibt es nicht. Bei einem Routinebesuch in der Frauenarztpraxis können Sie Ihre Beschwerden aber ansprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn PMS nicht behandelt wird, kann es die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
- Es kann zu anhaltenden Stimmungstiefs und Beziehungskonflikten kommen.
- Manche Frauen entwickeln eine depressive Verstimmung, die über die Zykluszeit hinausgeht.
Langzeitprognose
Mit einem guten Umgang im Alltag und ärztlicher Unterstützung können die meisten Frauen ihre PMS-Beschwerden deutlich lindern. Sie sind nicht mit dem Problem allein, und es gibt viele wirksame Wege, das Wohlbefinden zu verbessern.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.