Lungenentzündung: So senken Sie Ihr Risiko
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Lungenentzündung (auch Pneumonie genannt) ist eine Infektion der Lunge. Dabei entzünden sich die kleinen Lungenbläschen, in denen normalerweise der Sauerstoff ins Blut gelangt. Diese Lungenbläschen füllen sich mit Flüssigkeit oder Eiter. Das macht das Atmen schwerer und kann den Körper schwächen.
Wichtige Fakten
- Lungenentzündung kann durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden.
- Eine Impfung gegen Grippe, Corona und Pneumokokken kann das Risiko deutlich senken.
- Die meisten Menschen erholen sich mit ärztlicher Behandlung vollständig.
Ja, eine Lungenentzündung ist eine häufige Erkrankung. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten treten viele Fälle auf.
Grundsätzlich kann jeder Mensch eine Lungenentzündung bekommen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen über 65 Jahre, kleine Kinder unter 2 Jahren und Menschen mit chronischen Krankheiten wie Asthma, Diabetes oder Herzschwäche.
Symptome
- Schwere Atemnot, bei der Sie kaum Luft bekommen
- Starke Schmerzen in der Brust
- Bläuliche Lippen oder bläuliche Fingernägel
- Plötzliche Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius, das nicht sinkt
- ⚠Atmung wird schneller als normal oder fühlt sich anstrengend an
- ⚠Husten mit blutigem Auswurf
- ⚠Schwere Abgeschlagenheit, die Sie im Alltag stark einschränkt
Häufige Symptome
- Husten – oft mit Auswurf
- Fieber und Schüttelfrost
- Schnelle oder erschwerte Atmung
- Schmerzen in der Brust, besonders beim Atmen oder Husten
- Starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Allgemeines Krankheitsgefühl
Symptome bei Kindern
- Schnelle, angestrengte Atmung
- Hören des Atems wie ein Stöhnen
- Fieber, das nicht sinken will
- Trinkverweigerung oder vermindertes Essen
- Ungewöhnliche Unruhe oder Apathie
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Verwirrung
- Niedrige Körpertemperatur statt Fieber
- Starke Schwäche und allgemeines Unwohlsein
- Appetitlosigkeit
- Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung, z.B. Herzschwäche
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, vor allem Pneumokokken
- Viren, wie Grippeviren, das Corona-Virus oder das RS-Virus
- In seltenen Fällen Pilze – meist bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem
Risikofaktoren
- Alter: über 65 Jahre oder unter 2 Jahre
- Rauchen oder regelmäßiges Einatmen von Rauch
- Chronische Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes mellitus
- Geschwächtes Immunsystem, z.B. durch Medikamente oder Krankheiten
- Längerer Aufenthalt im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Fieber und Husten haben und sich Ihre Atmung anstrengend anfühlt
- Wenn Sie schneller atmen müssen als sonst
- Wenn Sie starke Schmerzen in der Brust beim Atmen oder Husten haben
- Wenn Sie sehr schlapp sind und kaum aus dem Bett kommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Husten länger als drei Wochen anhält
- Wenn Sie über mehrere Tage leichtes Fieber haben
- Wenn Sie sich allgemein krank fühlen und unsicher sind, was los ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Danach hört sie oder er Lunge und Atmung mit einem Stethoskop ab. Wichtig sind auch die Messung von Fieber, Herzschlag und Sauerstoff im Blut. Dabei stützen sich Ärztinnen und Ärzte auf anerkannte Leitlinien, zum Beispiel die der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenbild der Lunge
- Blutuntersuchung
- Untersuchung des Hustenauswurfs
- Messung der Sauerstoffsättigung im Blut mit einem Fingerclip
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist nicht schmerzhaft und dauern nicht lange. Sie müssen für die Röntgenaufnahme kurz stillhalten. Die Auswertung der Blut- oder Auswurfproben kann ein paar Tage dauern. Meist kann die Behandlung aber schon vorher begonnen werden.
Behandlung
Wie eine Lungenentzündung behandelt wird, hängt vom Erreger und vom Schweregrad ab. Bei einer bakteriellen Infektion sind oft Antibiotika nötig. Bei einer viralen Infektion stehen Medikamente gegen Viren zur Verfügung. Beides verordnet die Ärztin oder der Arzt in der passenden Dosis für Ihre Situation. Eine Lungenentzündung kann zu Hause oder im Krankenhaus behandelt werden, je nachdem, wie stark Sie betroffen sind.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie sich Ruhe und schonen Sie sich
- Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel Wasser oder Tee
- Lüften Sie regelmäßig den Raum, in dem Sie sich aufhalten
- Verzichten Sie auf das Rauchen
- Schlafen Sie möglichst mit erhöhtem Oberkörper, um besser atmen zu können
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung kann Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, Medikamente gegen Viren bei viralen Infektionen und fiebersenkende Mittel umfassen. Im Krankenhaus sind manchmal Sauerstoffgaben oder Infusionen mit Flüssigkeit nötig. Die Wahl der Medikamente richtet sich nach dem Erreger, Ihrem Alter und Ihren Vorerkrankungen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel wenn sich eine Eiteransammlung in der Lunge oder im Brustfell bildet. Das entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Krankenhaus.
Leben mit der Erkrankung
Eine Lungenentzündung braucht Zeit. Nehmen Sie die verordneten Medikamente genau nach Anweisung ein und halten Sie sich an die Ruheempfehlungen. Auch wenn Sie sich besser fühlen, sollten Sie sich nicht zu früh wieder belasten. Steigern Sie Ihre Aktivität langsam – der Körper braucht oft einige Wochen, um sich zu erholen.
Tipps für den Alltag
- Hören Sie nicht mit dem Rauchen auf – am besten ganz aufhören und Tabakrauch meiden
- Waschen Sie regelmäßig und gründlich die Hände, besonders im Herbst und Winter
- Vermeiden Sie engen Kontakt zu Menschen mit akuten Atemwegsinfektionen
- Halten Sie Ihre Wohnung gut belüftet und nicht zu warm
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem. Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist nach der akuten Phase erlaubt und hilft, wieder zu Kräften zu kommen. Vermeiden Sie anstrengende Sportarten, bis die Ärztin oder der Arzt das Okay gibt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Lungenentzündung kann auch die Seele belasten. Angst vor Erstickung oder anhaltende Erschöpfung sind nicht selten. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über solche Gefühle. Auch Angehörige können eine wichtige Stütze sein.
Vorbeugung
Ja, das Risiko lässt sich deutlich senken. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gehören Impfungen, gründliches Händewaschen und ein gesunder Lebensstil. Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über zusätzliche Vorbeugung.
Impfungen
Es gibt wirksame Schutzimpfungen gegen Pneumokokken, Grippe und COVID-19. Diese Impfungen verringern das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken. Welche Impfungen für Sie persönlich sinnvoll sind, klären Sie am besten bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Vorsorgeuntersuchung speziell für Lungenentzündung. Menschen mit chronischen Erkrankungen werden jedoch regelmäßig ärztlich betreut. Bei solchen Terminen kann die Ärztin oder der Arzt auch das Risiko für eine Lungenentzündung besprechen und Impfungen anpassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ansammlung von Eiter in der Lunge oder im Brustfell (Abszess oder Empyem)
- Ausbreitung der Bakterien ins Blut – eine Blutvergiftung (Sepsis)
- Sauerstoffmangel im Körper, der Organe schädigen kann
- Schweres Lungenversagen, das eine künstliche Beatmung nötig macht
Langzeitprognose
Die große Mehrheit der Menschen erholt sich von einer Lungenentzündung vollständig. Wichtig sind eine rechtzeitige ärztliche Behandlung und ausreichend Zeit zur Erholung. Je früher Sie Hilfe suchen und je besser Ihre Grundgesundheit ist, desto besser sind Ihre Heilungschancen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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