Risiken in der Schwangerschaft verringern
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Schwangerschafts-Risikoverringerung bedeutet, dass Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam dafür sorgen, dass mögliche Risiken für Ihre Gesundheit und die Ihres Babys früh erkannt und vermieden werden. Dazu gehören eine gesunde Lebensweise, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und das Wissen über Warnzeichen.
Wichtige Fakten
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um Probleme früh zu erkennen.
- Mit einer gesunden Ernährung, Bewegung und dem Verzicht auf Alkohol und Rauchen können Sie das Risiko für Komplikationen senken.
- Informieren Sie sich bei Ihrer Arztpraxis, welche Impfungen und Vorsorgechecks für Sie sinnvoll sind.
Jede Schwangerschaft hat ein gewisses Risiko, aber die meisten Schwangerschaften verlaufen ohne schwere Komplikationen. Durch gute Vorsorge lässt sich das Risiko deutlich senken.
Die Maßnahmen betreffen alle Schwangeren, besonders aber Frauen mit Vorerkrankungen, sehr jungem oder höherem Alter, Mehrlingsschwangerschaften oder Risiken in früheren Schwangerschaften.
Symptome
- Starke Blutungen aus der Scheide
- Krampfanfälle
- Bewusstlosigkeit
- Starke, dauerhafte Bauchschmerzen
- Plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen
- ⚠Fieber in der Schwangerschaft
- ⚠Deutlich weniger Kindsbewegungen
- ⚠Plötzliche, starke Wassereinlagerungen
- ⚠Juckreiz am ganzen Körper
- ⚠Anhaltende Übelkeit und Erbrechen mit Gewichtsverlust
Häufige Symptome
- Scheidenblutung oder blutiger Ausfluss
- Starke Kopfschmerzen, die nicht aufhören
- Schwindel oder Ohnmachtsanfälle
- Plötzliche starke Wassereinlagerungen im Gesicht oder an den Händen
- Ausbleibende oder deutlich weniger Kindsbewegungen
Symptome bei Kindern
- Nicht zutreffend – dieser Artikel betrifft schwangere Frauen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nicht zutreffend – dieser Artikel betrifft schwangere Frauen.
Ursachen
Hauptursachen
- Es gibt nicht die eine Ursache. Zu den häufigsten gehören Bluthochdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes) und Infektionen.
- Auch Vorerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion können die Schwangerschaft beeinflussen.
- Manche Risiken entstehen durch die Plazenta (Mutterkuchen) oder sind erblich bedingt.
Risikofaktoren
- Alter unter 18 oder über 35 Jahren
- Starkes Übergewicht (Adipositas)
- Mehrlingsschwangerschaft (zum Beispiel Zwillinge)
- Risiken aus früheren Schwangerschaften
- Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Jedes Warnzeichen aus der Liste unter „Notfälle“ – rufen Sie bei akuten Beschwerden den Rettungsdienst 112.
- Wenn Sie unsicher sind, ob Blutungen oder Schmerzen gefährlich sind – suchen Sie noch am selben Tag Ihre Praxis auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vor einer geplanten Schwangerschaft können Sie einen Beratungstermin in Ihrer Frauenarztpraxis vereinbaren.
- Nehmen Sie alle vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen wahr, die im Mutterpass dokumentiert werden.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt beurteilt Ihr Risiko anhand eines Gesprächs, körperlicher Untersuchungen, Blutdruckmessungen, Urintests und Ultraschall. So lassen sich die meisten Risiken früh erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall-Untersuchungen zur Kontrolle des Babys
- Blutdruckmessung bei jeder Vorsorgeuntersuchung
- Urintest zum Ausschluss von Infektionen oder Eiweiß im Urin
- Zuckertest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche
- Bei Bedarf Blutuntersuchungen auf Infektionen oder genetische Besonderheiten
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzlos und dauern meist nur kurz. Die Ergebnisse werden direkt mit Ihnen besprochen. Falls Ihr Risiko erhöht ist, erhalten Sie einen persönlichen Betreuungsplan.
Behandlung
Im Vordergrund steht die regelmäßige Betreuung durch eine Frauenarztpraxis oder Geburtsklinik. Oft reicht es, die Vorsorge dichter zu machen und auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Bei Erkrankungen wie Bluthochdruck gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten.
Selbsthilfe zu Hause
- Folsäure einnehmen – am besten schon vor der Schwangerschaft, in einer von der Ärztin empfohlenen Dosierung
- Auf Alkohol, Rauchen und andere Drogen verzichten
- Ausreichend schlafen und Stress abbauen
- Sich in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt bewegen
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin oder der Arzt kann Medikamente verschreiben, die auch in der Schwangerschaft sicher und gut verträglich sind. Dazu gehören zum Beispiel Mittel gegen Bluthochdruck oder gegen Schwangerschaftsdiabetes. Lassen Sie sich immer genau beraten und fragen Sie nach, wenn Sie unsicher sind.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig. Wenn sich der Muttermund zu früh öffnet, kann ein kleiner Eingriff helfen, ihn zu verschließen. Auch ein Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff, der manchmal geplant wird, um Risiken zu verringern.
Leben mit der Erkrankung
Stellen Sie Ihren Alltag so ein, dass Sie regelmäßig Pausen machen. Ihr Körper leistet jetzt viel. Tragen Sie lockere Kleidung und legen Sie öfter die Füße hoch.
Tipps für den Alltag
- Auf regelmäßige Schlafzeiten achten
- Stress vermeiden, zum Beispiel durch Atemübungen oder Spaziergänge
- Mit Partner, Familie und Freundinnen über Ihre Sorgen sprechen
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Milchprodukten. Vermeiden Sie rohe tierische Lebensmittel, da sie Infektionen auslösen können. Moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen ist meist gut – fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sorgen und Ängste in der Schwangerschaft sind normal. Wenn die Stimmung länger gedrückt ist oder Sie sich ständig belastet fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme. Es gibt Beratungsangebote, die helfen können.
Vorbeugung
Nicht jedes Risiko lässt sich komplett vermeiden, aber mit regelmäßiger Vorsorge, einem gesunden Lebensstil und dem Verzicht auf schädliche Substanzen können Sie sehr viel dazu beitragen, Risiken zu senken.
Impfungen
Vor einer Schwangerschaft sollten Impfungen aufgefrischt sein, zum Beispiel gegen Masern, Röteln und Windpocken. In der Schwangerschaft sind bestimmte Impfungen möglich, etwa gegen Grippe und Keuchhusten. Besprechen Sie das individuell mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland sind mehrere Ultraschalltermine, Blut- und Urintests Teil der Mutterpass-Vorsorge. Zusätzlich können auf Wunsch weitere Untersuchungen wie der Zuckertest oder ein Ersttrimester-Test durchgeführt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Frühgeburt – das Baby kommt zu früh, wodurch es unter Umständen gesundheitliche Probleme hat
- Niedriges Geburtsgewicht
- Bluthochdruck der Mutter bis hin zu gefährlichen Krampfanfällen
- Schwangerschaftsdiabetes mit Folgen für das Kind
- Entwicklungsverzögerungen des Kindes
Langzeitprognose
Mit guter Vorsorge und Behandlung lassen sich die meisten Risiken deutlich verringern. Viele Frauen mit erhöhtem Risiko bringen gesunde Kinder zur Welt. Verlassen Sie sich auf Ihr Behandlungsteam – es kann Ihnen Sicherheit geben und hilft Ihnen Schritt für Schritt.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ↗ · Deutschland
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.