Asthma vorbeugen: So bleibt Ihre Lunge gesund
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der die Bronchien überempfindlich reagieren. Bei Kontakt mit bestimmten Auslösern verengen sich die Atemwege, es kommt zu Atemnot, Husten und pfeifendem Atem. Asthma ist nicht heilbar, aber in den meisten Fällen gut behandelbar und komplikationsarm.
Wichtige Fakten
- Rauchen – auch Passivrauchen – ist einer der größten vermeidbaren Risikofaktoren für Asthma.
- Nicht jedes Asthma ist verhinderbar, aber das Meiden von Auslösern und eine frühzeitige Behandlung können den Verlauf deutlich verbessern.
- Mit der richtigen Therapie können die meisten Menschen mit Asthma ein normales, aktives Leben führen.
Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Etwa 8 bis 10 Prozent aller Kinder und Erwachsenen sind betroffen.
Asthma kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber häufig in der Kindheit. Bei manchen Menschen entsteht es erst im Erwachsenenalter, etwa durch Allergien oder reizende Stoffe am Arbeitsplatz.
Symptome
- Starke Atemnot, die auch im Ruhezustand nicht nachlässt – sofort den Notruf 112 wählen.
- Bläuliche Verfärbung von Lippen oder Fingernägeln – sofort den Notruf 112 wählen.
- Die Person kann nicht mehr in ganzen Sätzen sprechen oder ist nicht mehr richtig wach – sofort den Notruf 112 wählen.
- Das vom Arzt oder von der Ärztin verordnete Notfallmedikament hilft nicht oder wirkt nur kurz – sofort den Notruf 112 wählen.
- ⚠Atemnot, die im Alltag langsam zunimmt und nicht mehr verschwindet
- ⚠Husten, der über mehrere Wochen anhält oder immer wiederkehrt
- ⚠Nächtliches Aufwachen wegen Husten, Atemnot oder pfeifendem Atmen
- ⚠Die Notfallmedikamente müssen häufiger benutzt werden als sonst
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit und Atemnot, besonders bei Anstrengung oder nachts
- Pfeifendes oder brummendes Geräusch beim Ausatmen (sogenanntes Giemen)
- Engegefühl in der Brust
- Wiederkehrender Husten, vor allem nachts, frühmorgens oder beim Lachen
Symptome bei Kindern
- Schnelles Atmen oder Atemnot beim Spielen, Rennen oder Toben
- Husten, der nachts oder im Liegen stärker wird
- Kinder wirken schlapp, sind weniger aktiv oder trinken schlecht
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Atemnot, die sich als schnelle Erschöpfung beim Treppensteigen bemerkbar macht
- Husten als einziges Symptom – besonders typisch im Alter
- Bei starkem Sauerstoffmangel können Verwirrtheit und Antriebslosigkeit auftreten
Ursachen
Hauptursachen
- Eine genaue Ursache ist oft nicht bekannt – Asthma entsteht meist durch ein Zusammenspiel von ererbter Veranlagung und Umweltfaktoren.
- Bei Kontakt mit Auslösern (Trigern) kommt es zu einer Entzündung der Atemwege, die Bronchien verkrampfen und schwellen an.
- Häufige Auslöser sind Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze – aber auch kalte Luft, Rauch und Atemwegsinfekte.
Risikofaktoren
- Rauchen und Passivrauchen, auch während der Schwangerschaft
- Allergien oder Asthma bei Eltern oder Geschwistern
- Übergewicht (Adipositas)
- Luftschadstoffe am Arbeitsplatz oder in der Wohnung
- Schwere Atemwegsinfektionen in der frühen Kindheit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei einem akuten Asthmaanfall, der sich nicht bessert – das kann ein Notfall sein.
- Wenn Sie wegen Atemnot kaum noch sprechen oder sich nur schwer bewegen können.
- Bei blauen Lippen, Verwirrtheit oder starker Erschöpfung – rufen Sie sofort den Notruf 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zum ersten Mal anhaltenden Husten, pfeifendes Atmen oder Atemnot bemerken.
- Wenn sich ein bekanntes Asthma verschlechtert, zum Beispiel die Medikamente nicht mehr so wirken wie früher.
- Falls Sie unsicher sind, wie Sie Ihr Inhalationsgerät richtig benutzen.
Diagnose
Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt anhand des Gesprächs über Ihre Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und einer Lungenfunktionsmessung. Wichtig ist, typische Symptome wie Husten, Atemnot und pfeifendes Atmen genau zu beschreiben.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Sie blasen kräftig in ein Gerät, das misst, wie viel und wie schnell Sie Luft ausatmen können.
- Peak-Flow-Messung: Mit einem kleinen Handgerät messen Sie zu Hause selbst den stärksten Ausatmungsfluss – das zeigt, wie eng die Atemwege sind.
- Allergietest (zum Beispiel ein Pricktest auf der Haut), um mögliche Auslöser wie Pollen oder Tierhaare zu finden.
- FeNO-Test: Dabei wird die Menge an Stickstoffmonoxid in der Atemluft gemessen – ein Hinweis auf eine Entzündung der Atemwege.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist 30 bis 60 Minuten. Möglicherweise müssen Sie vor dem Lungenfunktionstest kurz auf bestimmte Medikamente verzichten. Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen genau, was zu beachten ist.
Behandlung
Die Behandlung von Asthma hat zwei Ziele: die Entzündung in den Atemwegen dauerhaft zu verringern und akute Beschwerden schnell zu lindern. Die Therapie ist individuell an Ihre Symptome angepasst und wird regelmäßig überprüft.
Selbsthilfe zu Hause
- Auf das Rauchen verzichten – auch Passivrauchen in der Wohnung oder im Auto vermeiden.
- Auslöser meiden, die Sie selbst festgestellt haben, zum Beispiel Pollen oder Tierhaare.
- In den eigenen vier Wänden für gute Luft sorgen: regelmäßig lüften, keine starken Duftstoffe verwenden.
- Entspannungstechniken wie Atemübungen oder progressive Muskelentspannung lernen.
Medizinische Behandlungen
Zur Grundbehandlung gehören entzündungshemmende Medikamente, die meist inhaliert werden. Zusätzlich können bei Bedarf schnell wirksame Medikamente eingesetzt werden, die die Atemwege erweitern. Bei bestimmten Formen kommen auch Antiallergika oder eine Immuntherapie in Frage. Welche Behandlung für Sie richtig ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt – lassen Sie sich auf keinen Fall Mittel aussuchen.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie Ihre Medikamente genau so ein, wie es verordnet wurde – auch wenn Sie sich gut fühlen. Lernen Sie, Ihren persönlichen Auslöser zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren. Ein Asthma-Aktionsplan, den Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt aufstellen, gibt Ihnen Sicherheit im Alltag.
Tipps für den Alltag
- Rauchfrei leben und Orte meiden, an denen geraucht wird.
- Bewegung in den Alltag einbauen – sagen Sie Ihrem Körper, was er verträgt.
- Im Schlafzimmer für ein staubarmes Klima sorgen, zum Beispiel mit allergendichten Matratzenbezügen.
- Stress reduzieren durch Yoga, autogenes Training oder regelmäßige Pausen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über für Sie empfohlene Impfungen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn unterstützt die Abwehrkräfte. Regelmäßige Bewegung wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking stärkt die Lungenfunktion. Wenn Sport Atemnot auslöst, wärmen Sie sich gründlich auf und atmen Sie während der Belastung durch die Nase.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor einem Asthmaanfall kann sehr belastend sein. Und Stress verschlimmert oft die Symptome. Es ist wichtig, sich auch seelische Unterstützung zu holen – zum Beispiel durch ein offenes Gespräch mit der Ärztin oder in einer psychologischen Beratung.
Vorbeugung
Asthma lässt sich nicht immer verhindern, besonders wenn eine erbliche Veranlagung besteht. Sie können aber das Risiko deutlich senken: nicht rauchen, Passivrauch vermeiden, Übergewicht reduzieren und frühzeitig Allergieauslöser wie Schimmelpilz im Wohnraum meiden.
Impfungen
Schutzimpfungen gegen Grippe, Pneumokokken und andere Atemwegsinfektionen können schwere Infekte verhindern, die ein Asthma auslösen oder verschlimmern können. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über den für Sie passenden Impfschutz.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening für Asthma gibt es nicht. Wenn in Ihrer Familie bereits Asthma oder Allergien vorkommen, sollten Sie auf Atemwegssymptome besonders achten und diese frühzeitig medizinisch abklären lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wiederholte Asthmaanfälle, die manchmal in eine Notfallsituation führen
- Dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion, wenn die Entzündung nicht behandelt wird
- Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit durch nächtlichen Husten
- Einschränkungen im Alltag, bei Sport und Beruf
Langzeitprognose
Die Aussichten für Menschen mit Asthma sind sehr gut. Mit einer gut abgestimmten Therapie, dem Meiden von Auslösern und einem gesunden Lebensstil können die meisten ein beschwerdefreies Leben führen. Die Lebenserwartung ist bei guter Behandlung nicht verkürzt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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