Lungengesundheit: So beugen Sie Lungenerkrankungen vor
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ihre Lungen versorgen Ihren Körper mit Sauerstoff. Lungengesundheit bedeutet, dass die Lungen gut arbeiten und keine Erkrankungen wie Asthma, COPD oder Lungenentzündung vorliegen. Um Ihre Lungen zu schützen, können Sie selbst viel tun – zum Beispiel nicht rauchen, sich bewegen und Infektionen vermeiden.
Wichtige Fakten
- Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Lungenerkrankungen.
- Regelmäßige Bewegung stärkt die Lungen und das Immunsystem.
- Impfungen schützen vor schweren Atemwegsinfektionen.
Ja. Atemwegserkrankungen gehören zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Millionen Menschen leben mit einer chronischen Lungenerkrankung wie Asthma oder COPD.
Jede und jeder kann betroffen sein – unabhängig vom Alter. Besonders gefährdet sind Raucherinnen und Raucher, Menschen mit Allergien, chronischen Vorerkrankungen oder schadstoffbelasteten Arbeitsplätzen.
Symptome
- Plötzlich einsetzende, schwere Atemnot
- Blaue Lippen, Fingernägel oder Haut
- Erstickungsgefühl oder Anzeichen von Erstickung
- Bewusstlosigkeit oder nicht mehr ansprechbar sein
- Starke Schmerzen in der Brust zusammen mit Atemnot
- ⚠Fieber mit Husten und zunehmender Atemnot
- ⚠Blut im Auswurf
- ⚠Atemnot bei leichten Tätigkeiten wie Sprechen oder Anziehen
- ⚠Verschlechterung einer bekannten Lungenerkrankung
Häufige Symptome
- Husten, der länger als drei Wochen anhält
- Atemnot oder Kurzatmigkeit schon bei leichter Anstrengung
- Pfeifendes oder brummendes Geräusch beim Atmen
- Engegefühl oder Druck in der Brust
- Verschleimter Husten mit gelblichem oder grünlichem Auswurf
Symptome bei Kindern
- Schnelle, flache Atmung
- Hören eines pfeifenden Geräuschs beim Ausatmen
- Einziehungen zwischen den Rippen beim Einatmen
- Trinkschwäche oder verweigertes Essen
- Teilnahmslosigkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Benommenheit
- Schneller Puls
- Niedriger Blutdruck
- Weniger Hunger oder Durst
- Schwäche und Gangunsicherheit
Ursachen
Hauptursachen
- Rauchen und Passivrauchen
- Luftverschmutzung und Feinstaub
- Schadstoffe am Arbeitsplatz, zum Beispiel Staub oder Chemikalien
- Infektionen durch Viren oder Bakterien, etwa Grippeviren oder Pneumokokken
- Allergene wie Pollen, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben
Risikofaktoren
- Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter
- Rauchen in der Vorgeschichte
- Chronische Krankheiten wie Asthma, COPD oder Diabetes
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Medikamente oder Vorerkrankungen
- Berufliche Belastung durch Stäube oder Chemikalien
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Atemnot, die sich verschlimmert
- Brustschmerzen beim Ein- und Ausatmen
- Husten mit Blut oder rötlichem Auswurf
- Hohes Fieber mit schneller Atmung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Husten, der nach drei Wochen nicht besser wird
- Schnelle Ermüdung bei körperlicher Belastung
- Wiederkehrende Atemwegsinfektionen
- Vorsorgegespräch, zum Beispiel bei langjährigem Rauchen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt beginnt immer mit einem Gespräch und untersucht Sie körperlich. Mit einem Stethoskop hört sie oder er Ihre Lunge ab. Danach sind je nach Verdacht weitere Untersuchungen möglich.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie) zur Messung der Atemströme
- Messung der Sauerstoffsättigung im Blut, meist mit einem Clip am Finger
- Blutuntersuchung auf Entzündungswerte
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs
- Allergietest auf mögliche Auslöser
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei. Sie werden zum Beispiel gebeten, kräftig in ein Gerät zu pusten. Vor Röntgenaufnahmen müssen Sie Schmuck ablegen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen jeden Schritt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der Schwere der Erkrankung. Liegt eine Infektion vor, können entzündungshemmende Medikamente beziehungsweise bei bakterieller Ursache Antibiotika helfen. Wichtig ist, die Therapie konsequent durchzuführen.
Selbsthilfe zu Hause
- Sofort mit dem Rauchen aufhören
- Viel trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee
- Sich ausreichend erholen
- Schleimlösende Inhalation mit Wasserdampf – aber nur nach Rücksprache
- Auf Warnzeichen achten und bei Verschlechterung ärztlichen Rat suchen
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen werden Medikamente verwendet, die meist inhaliert werden. Sie erweitern die Atemwege oder wirken entzündungshemmend. Bei bakteriellen Infektionen sind Antibiotika sinnvoll. Welche Medikamente für Sie geeignet sind, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt – bitte nehmen Sie niemals Medikamente ohne ärztliche Anordnung ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten erforderlich, zum Beispiel bei fortgeschrittenen Lungenerkrankungen, schweren Verletzungen oder bösartigen Tumoren. Vorher findet immer eine ausführliche Beratung statt.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie mit einer Lungenerkrankung leben, gehört die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente zu Ihrem Alltag. Achten Sie auf ausreichend Schlaf und vermeiden Sie Infekte. Auch kontrollierte Bewegung hilft, Ihre Lungen zu stärken.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie Ihr Gewicht im gesunden Bereich
- Vermeiden Sie Passivrauchen und meiden Sie Orte mit hoher Luftverschmutzung
- Bleiben Sie aktiv, aber passen Sie Ihr Tempo an
- Planen Sie Ruhepausen ein
Ernährung und Bewegung
Eine vitaminreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn stärkt die Abwehr. Regelmäßige Bewegung – zum Beispiel Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren – verbessert die Lungenfunktion und das Wohlbefinden. Fangen Sie langsam an und steigern Sie die Belastung schrittweise.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Lungenerkrankungen können seelisch belasten. Angst vor Atemnot und Traurigkeit sind nichts, wofür Sie sich schämen müssen. Suchen Sie sich vertraute Menschen, oder nutzen Sie professionelle Unterstützung, etwa eine psychotherapeutische Beratung.
Vorbeugung
Viele Lungenerkrankungen lassen sich verhindern – insbesondere durch einen Verzicht aufs Rauchen, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und Schutz vor Schadstoffen. Früherkennung ist ebenfalls wichtig.
Impfungen
Impfungen schützen vor Atemwegsinfektionen. Dazu gehören Impfungen gegen Grippe, COVID-19 und Lungenentzündung (Pneumokokken). Welche Impfungen für Sie sinnvoll sind, besprechen Sie am besten mit Ihrer Hausarztpraxis. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt dazu Empfehlungen.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Lungen-Screening für alle Menschen gibt es in Deutschland nicht. Für Personen mit hohem Risiko, zum Beispiel langjährige Raucherinnen und Raucher, kann eine spezielle Untersuchung mit einer Niedrigdosis-Computertomografie angeboten werden. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob das für Sie in Frage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung mit ernstem Verlauf
- Atemversagen – die Lunge versorgt den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff
- Verschleppte Infektion, die auf andere Organe übergreift
- Dauerhafte Vernarbung der Lunge mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit
Langzeitprognose
Wenn Lungenerkrankungen früh erkannt und behandelt werden, lassen sich schwere Verläufe meist vermeiden. Auch bei chronischen Erkrankungen gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten, um Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten. Mit einer positiven Einstellung und Unterstützung können Sie viel erreichen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.