Schuppenflechte: Wie Sie Schüben vorbeugen können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronische Hauterkrankung, bei der das Immunsystem die Hautzellen zu schnell erneuert. Dadurch entstehen gerötete, schuppige Hautstellen. Die Erkrankung verläuft in Schüben – das heißt, die Haut kann zeitweise fast normal sein und dann plötzlich aufflammen.
Wichtige Fakten
- Psoriasis ist nicht ansteckend.
- Sie wird durch eine Fehlregulation des Immunsystems verursacht.
- Es gibt keine Heilung, aber gute Behandlungen, die Schübe lindern und die Haut beruhigen.
Ja, Psoriasis ist eine häufige Hauterkrankung. In Deutschland sind etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung betroffen.
Psoriasis kann in jedem Alter auftreten. Viele Menschen erkranken zum ersten Mal zwischen 20 und 40 Jahren, manche erst später. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.
Symptome
- Rufen Sie bei folgenden Anzeichen sofort den Notruf 112 an: Bei großflächig geröteter, schmerzender Haut, die sich wie ein Sonnenbrand anfühlt, und Sie fühlen sich schwach oder haben Fieber.
- Wenn sich plötzlich mit Eiter gefüllte Bläschen auf der Haut bilden und Sie zudem Fieber haben – das kann ein Notfall sein.
- ⚠Bei einer schnellen Verschlechterung innerhalb von wenigen Tagen
- ⚠Wenn Sie zusätzlich starke Gelenkschmerzen oder geschwollene Gelenke bemerken
- ⚠Wenn die Haut stark nässend ist oder sich entzündet
Häufige Symptome
- Rote, entzündete Hautstellen mit silbrigen Schuppen
- Juckreiz oder leichtes Brennen
- Trockene, rissige Haut, die leicht einreißen kann
- Veränderungen an Fingernägeln oder Fußnägeln: sie werden dick, verfärbt oder brüchig
Ursachen
Hauptursachen
- Die Psyche und das Immunsystem arbeiten bei der Psoriasis nicht wie gewohnt – das Immunsystem greift fälschlicherweise Hautzellen an und beschleunigt ihre Erneuerung.
- Auch die Vererbung spielt eine Rolle: Menschen mit bestimmten Erbanlagen haben ein höheres Risiko.
Risikofaktoren
- Stress und emotionale Belastungen
- Verletzungen der Haut, etwa durch Kratzen, Rasieren oder Sonnenbrand
- Infektionen wie eine eitrige Mandelentzündung (eine Infektion mit Streptokokken)
- Manche Medikamente können Schübe auslösen – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt
- Rauchen und hoher Alkoholkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn ein Schub sich in kurzer Zeit deutlich verschlechtert
- Wenn Sie Fieber, starke Müdigkeit oder Schmerzen haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie neue Hautveränderungen bemerken, die nicht von allein abheilen
- Wenn Sie wissen möchten, wovon Ihre Beschwerden kommen
- Zur Planung einer Langzeitbehandlung bei bekannter Psoriasis
Diagnose
Die Diagnose stellt meist eine Hautärztin oder ein Hautarzt (Dermatologe). Sie schaut sich die Haut an und fragt nach Vorerkrankungen in der Familie. In den meisten Fällen genügt die Betrachtung – die typischen Schuppen und Rötungen sind oft eindeutig.
Mögliche Untersuchungen
- Manchmal wird eine kleine Hautprobe (Biopsie) entnommen, um die Diagnose sicher zu bestätigen.
- Auch Blutuntersuchungen können helfen, andere Erkrankungen auszuschließen und Begleiterkrankungen zu erkennen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Termin beginnt mit einem Gespräch. Sie zeigen die betroffenen Stellen. Die Ärztin oder der Arzt kann mit einem speziellen Spiegel die Oberfläche der Haut betrachten. Das ist in der Regel schmerzfrei. Eine genaue Diagnose ist wichtig, weil es ähnlich aussehende Hautkrankheiten gibt.
Behandlung
Die Behandlung der Schuppenflechte richtet sich nach der Schwere und Ausdehnung. In Deutschland werden die Empfehlungen der Fachgesellschaften (AWMF-Leitlinien) beachtet. Die Therapie zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern, die Haut zu beruhigen und die Zeit mit sichtbaren Hautstellen zu verkürzen.
Selbsthilfe zu Hause
- Pflegen Sie Ihre Haut täglich mit einer rückfettenden Creme oder Lotion, am besten direkt nach dem Waschen, um Feuchtigkeit einzuschließen.
- Vermeiden Sie zu heißes Duschen – besser lauwarm und kurz.
- Trocknen Sie die Haut nach dem Waschen vorsichtig ab, nicht reiben.
- Schützen Sie die Haut vor Sonnenbrand, auch wenn die Sonne bei Psoriasis helfen kann – aber nur in Maßen.
- Nutzen Sie Stressabbautechniken wie Atemübungen oder Yoga – regelmäßig angewendet, unterstützt das die Haut.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ausmaß und Austrittort gibt es verschiedene ärztlich verordnete Behandlungen: Cremes und Salben zur äußeren Anwendung, eine Behandlung mit Licht (Lichttherapie) sowie in schwereren Fällen Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen. Diese Medikamente müssen von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet und regelmäßig überwacht werden. Lassen Sie sich ausführlich beraten – die Therapie wird auf Ihre Situation abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Psoriasis nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit Psoriasis heißt: Lernen, mit den Schüben umzugehen. Manche Menschen führen ein kleines Tagebuch, um zu sehen, wann die Haut besser oder schlechter wird. So erkennen Sie vielleicht persönliche Auslöser und können sie besser vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig – zum Beispiel Spaziergänge, Radfahren oder Schwimmen.
- Sorgen Sie für regelmäßigen Schlaf und Pausen im Alltag.
- Vermeiden Sie Rauchen – es verschlechtert nachweislich die Haut.
- Trinken Sie Alkohol nur in Maßen oder verzichten Sie ganz – das unterstützt die Hautgesundheit.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und ungesättigten Fetten kann das Immunsystem unterstützen. Es gibt keine Wunder-Diät, aber manche Menschen berichten, dass stark gewürzte Speisen oder Milchprodukte ihre Schübe verstärken. Achten Sie auf Ihren Körper und sprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Psoriasis betrifft das sichtbare Erscheinungsbild – das kann emotional belasten. Gefühle wie Scham, Ärger oder Traurigkeit sind verständlich. Es ist wichtig, sich selbst nicht zu verurteilen. Wenn die seelische Belastung zunimmt, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie an eine psychologische Beratung weiterleiten. Wenn Sie sich in einer akuten Krise fühlen, wenden Sie sich bitte sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, den psychologischen Notdienst oder rufen Sie in Notfällen die 112 an.
Vorbeugung
Eine Psoriasis selbst kann man nicht vorbeugen, da die Veranlagung zum Teil vererbt wird. Aber Sie können aktiv etwas tun, um Schübe zu verhindern oder abzuschwächen: Stress reduzieren, Hautpflege, Rauchstopp und ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper sind wichtige Bausteine.
Impfungen
Gegen Psoriasis gibt es keine Schutzimpfung. Sinnvolle Impfungen gegen Infektionskrankheiten sollten Sie jedoch wahrnehmen – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, welche Impfungen für Sie persönlich empfohlen sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening für Psoriasis. Wenn Sie Hautveränderungen bemerken, gehen Sie frühzeitig zu einer Hautärztin oder einem Hautarzt – das ermöglicht eine frühe Diagnose und Behandlung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei einer unbehandelten oder schweren Psoriasis können auch die Gelenke erkranken – dann spricht man von Psoriasis-Arthritis.
- Eine anhaltende Hautentzündung kann die Lebensqualität erheblich einschränken.
- Menschen mit Psoriasis haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes – regelmäßige ärztliche Kontrollen sind daher ratsam.
Langzeitprognose
Auch wenn Psoriasis nicht heilbar ist: Die Behandlungsmöglichkeiten sind heute gut. Die meisten Menschen erreichen mit der richtigen Therapie und Selbstfürsorge eine deutliche Besserung. Schübe werden oft seltener und milder. Sie können auch mit Psoriasis ein aktives, erfülltes Leben führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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