Psoriasis und Reisen: Gut vorbereitet unterwegs
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Psoriasis (auch Schuppenflechte genannt) ist eine entzündliche Erkrankung der Haut. Das Immunsystem greift fälschlicherweise die eigenen Hautzellen an. Dadurch erneuert sich die Haut zu schnell und es entstehen gerötete, schuppende Stellen. Psoriasis ist nicht ansteckend.
Wichtige Fakten
- Psoriasis ist nicht ansteckend – niemand kann sich bei Ihnen anstecken.
- Stress, Infekte oder Hautverletzungen können einen Schub auslösen.
- Mit guter Vorbereitung sind auch weite Reisen gut möglich.
Ja. Psoriasis gehört zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen. In Deutschland sind etwa zwei bis drei von hundert Menschen betroffen.
Psoriasis kann in jedem Alter auftreten. Häufig beginnt sie im jungen Erwachsenenalter, aber auch Kinder und ältere Menschen können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Rötung fast der gesamten Haut
- Fieber zusammen mit starkem Krankheitsgefühl und Hautausschlag
- Eitrige Blasen, starke Schwellung oder Zeichen einer schweren Hautinfektion
- ⚠Wenn die Haut stark nässend wird oder eitrig riecht
- ⚠Wenn Gelenke plötzlich schmerzen, anschwellen und sich heiß anfühlen
- ⚠Wenn Sie auf Reisen keine Medikamente mehr haben und die Beschwerden deutlich zunehmen
Häufige Symptome
- Rote, scharf abgegrenzte Hautstellen mit silbrigen Schuppen
- Juckreiz und ein Spannungsgefühl der Haut
- Dicke, rissige oder verfärbte Fingernägel
- Trockene Haut, die an Ellbogen, Knien oder der Kopfhaut aufschuppt
Symptome bei Kindern
- Oft kleinere, feinere Schuppen als bei Erwachsenen
- Häufig betroffen: Kopfhaut, Gesicht, Windelbereich und Hautfalten
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Haut ist oft dünner und trockener, das macht die Pflege anspruchsvoller
- Gelenkbeschwerden (Psoriasis-Arthritis) treten im Alter häufiger auf
- Weitere Erkrankungen und Medikamente können die Behandlung beeinflussen
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Fehlreaktion des Immunsystems, die Entzündungen in der Haut auslöst
- Eine erbliche Veranlagung – Psoriasis tritt in manchen Familien häufiger auf
- Auslöser wie Stress, Infekte, Hautverletzungen oder bestimmte Medikamente können Schübe fördern
Risikofaktoren
- Rauchen und starker Alkoholkonsum
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Seelische Belastungen und langanhaltender Stress
- Bestimmte Medikamente – fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn sich die Haut plötzlich stark verschlechtert, zum Beispiel während einer Reise
- Wenn Fieber oder starke Schmerzen an den betroffenen Hautstellen auftreten
- Wenn Gelenke anschwellen und schmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zum ersten Mal Hautveränderungen bemerken, die nicht wieder verschwinden
- Wenn die Schuppenflechte Ihren Alltag oder Ihre Reisepläne einschränkt
- Vor Reisen in ferne oder sehr heiße Länder, um die Behandlung zu besprechen
Diagnose
Die Diagnose stellt in der Regel eine Hautärztin oder ein Hautarzt. Sie sehen sich Haut, Kopfhaut und Nägel genau an und fragen nach Ihrer Krankengeschichte.
Mögliche Untersuchungen
- Eine körperliche Untersuchung der betroffenen Hautstellen
- Manchmal wird eine kleine Hautprobe entnommen (Biopsie), um die Diagnose zu sichern
- Bei Gelenkbeschwerden können Blutuntersuchungen oder eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose ist meist unkompliziert. Danach besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Behandlung zu Ihnen passt. Auch für Reisen gibt es gute Möglichkeiten, die Behandlung anzupassen.
Behandlung
Eine Heilung gibt es bisher nicht, aber Psoriasis lässt sich gut behandeln. Ziel ist es, Schübe zu verkürzen, die Haut zu beruhigen und Beschwerden zu lindern. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, hängt von der Schwere, den betroffenen Hautstellen und Ihrem Lebensstil ab. Lassen Sie sich von Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt beraten.
Selbsthilfe zu Hause
- Pflegen Sie Ihre Haut regelmäßig mit rückfettenden, parfümfreien Produkten
- Kratzen Sie nicht – auch wenn es schwerfällt; das kann die Entzündung verstärken
- Tragen Sie auf Reisen weite, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle
- Planen Sie Pausen und gönnen Sie sich ausreichend Schlaf, um Stress zu senken
- Nehmen Sie Ihre Cremes und Medikamente immer im Handgepäck mit, falls der Koffer verloren geht
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte setzen bei Psoriasis verschiedene Behandlungen ein. Dazu gehören äußerlich anzuwendende Cremes und Salben, Medikamente zum Einnehmen sowie eine Lichttherapie. In schweren Fällen gibt es neuere Therapien, die ins Immunsystem eingreifen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, legen Sie zusammen mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt fest. In Deutschland orientiert sich die Behandlung an den aktuellen medizinischen Leitlinien der AWMF.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Psoriasis selbst nicht notwendig. In seltenen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff bei stark veränderten Gelenken im Rahmen einer Psoriasis-Arthritis besprochen werden – dabei ist die rheumatologische Begleitung entscheidend.
Leben mit der Erkrankung
Reisen mit Psoriasis ist gut machbar, wenn Sie sich vorbereiten. Packen Sie genügend Hautpflegeprodukte, Cremes und Medikamente ein – am besten doppelt so viel, wie Sie eigentlich brauchen. Informieren Sie sich über das Klima am Zielort: Sonne kann gut tun, aber zu viel direktes Sonnenlicht kann die Haut auch reizen. Nehmen Sie für lange Flüge oder Autofahrten eine kleine Pflegetasche ins Handgepäck.
Tipps für den Alltag
- Setzen Sie sich nicht unter Druck – Pausen sind erlaubt und wichtig.
- Halten Sie einen regelmäßigen Schlafrhythmus ein, um Ihr Immunsystem zu unterstützen.
- Bewegung an der frischen Luft kann das Wohlbefinden steigern, achten Sie auf moderate Belastung.
- Rauchen und Alkohol können Schübe fördern – versuchen Sie, sie zu meiden, besonders in stressigen Zeiten.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine spezielle Psoriasis-Diät. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten unterstützt das Immunsystem. Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen ist erlaubt und tut Körper und Seele gut. Nach dem Schwimmbad oder Meer sollten Sie die Haut mit klarem Wasser abspülen und anschließend eincremen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Psoriasis kann seelisch belasten, besonders wenn sichtbare Stellen betroffen sind. Auf Reisen fühlen sich manche Menschen unsicher. Es ist völlig normal, solche Gefühle zu haben. Sprechen Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen. Wenn die Stimmung über längere Zeit gedrückt ist, ist es sinnvoll, professionelle Hilfe zu suchen.
Vorbeugung
Psoriasis selbst lässt sich nicht verhindern, da sie angeboren veranlagt ist. Sie können aber Schüben vorbeugen, indem Sie bekannte Auslöser wie starken Stress, Infekte und Hautverletzungen möglichst vermeiden. Bei Reisen hilft eine gute Planung, Stress zu reduzieren.
Impfungen
Sprechen Sie vor größeren Reisen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihren Impfschutz. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen sind die Standardimpfungen besonders wichtig – auch gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Hautcheck bei Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt kann sinnvoll sein, besonders wenn Sie viele Muttermale haben. So lassen sich auch andere Hautveränderungen früh erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schwere Entzündungen, die sich über große Hautflächen ausbreiten
- Gelenkentzündungen (Psoriasis-Arthritis), die zu dauerhaften Schäden führen können
- Starker Juckreiz und Schlafmangel, die den Alltag sehr belasten
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei unbehandelter schwerer Psoriasis
Langzeitprognose
Auch wenn Psoriasis nicht heilbar ist, gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten. Die meisten Menschen können gut mit der Erkrankung leben, arbeiten und reisen. Eine sorgfältige Hautpflege und ein offener Umgang mit der Erkrankung verbessern die Lebensqualität deutlich.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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