Akne erkennen und behandeln
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Akne ist eine häufige Hauterkrankung, bei der die Haarfollikel (die winzigen Taschen, aus denen Haare wachsen) verstopfen. Dadurch entstehen Mitesser, Pickel und manchmal auch tiefere Knoten. Sie tritt am häufigsten im Gesicht auf, aber auch an Rücken, Brust und Schultern. Akne ist keine gefährliche Krankheit, kann aber Narben hinterlassen und das Selbstwertgefühl belasten.
Wichtige Fakten
- Akne ist keine Folge von mangelnder Hygiene oder unreiner Haut. Sie entsteht durch eine Kombination aus Talg, abgestorbenen Hautzellen und Bakterien.
- Es gibt sehr gute Behandlungsmöglichkeiten, die das Hautbild deutlich verbessern können – auch bei schwerer Akne.
- Eine frühzeitige Behandlung hilft, Narben zu vermeiden und das Hautbild langfristig zu verbessern.
Ja, Akne ist sehr häufig. Sie betrifft die meisten Menschen irgendwann im Leben, vor allem in der Pubertät. Schätzungen zufolge sind etwa 70 bis 90 von 100 Jugendlichen zeitweise von Akne betroffen.
Akne tritt am häufigsten bei Teenagern und jungen Erwachsenen auf, kann aber auch bei Babys, älteren Jugendlichen und Erwachsenen, besonders bei Frauen, vorkommen. Bei manchen Menschen bleibt die Akne bis ins mittlere oder höhere Alter bestehen.
Symptome
- Plötzliche und sehr starke Schwellung im Gesicht mit Atemnot oder Schluckbeschwerden
- Zeichen einer schweren Infektion wie hohes Fieber, starke Schmerzen und ein sich rasch ausbreitender roter Bereich um die Pickel
- ⚠Die Akne wird plötzlich stark schmerzhaft oder beginnt zu nässen.
- ⚠Es entstehen große, entzündete Knoten, die mit Eiter gefüllt sind und stark spannen.
- ⚠Sie bemerken rote Streifen, die von einem Pickel weglaufen – das kann ein Zeichen für eine Hautinfektion sein.
Häufige Symptome
- Mitesser: kleine schwarze oder weiße Punkte auf der Haut
- Rote Pickel mit Eiter im Zentrum (Pusteln)
- Tiefe, schmerzhafte Knoten unter der Haut (Zysten oder Knötchen)
- Rötung und Schwellung der betroffenen Hautstellen
- Fettige oder glänzende Haut im Gesicht, auf der Brust oder dem Rücken
Symptome bei Kindern
- Bei Babys können kleine weiße Pickel auf der Nase und den Wangen auftreten, die oft von selbst verschwinden.
- Bei älteren Kindern kann Akne die ersten Anzeichen der Pubertät begleiten.
- In der Pubertät tritt Akne häufig im Gesicht, auf der Stirn, den Wangen und am Kinn auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen tritt Akne oft entlang der Kinnlinie, am Unterkiefer und an den Wangen auf.
- Sie kann auch an Brust, Rücken und Schultern vorkommen.
- Bei Frauen kann die Akne im Zusammenhang mit dem Monatszyklus schwanken.
Ursachen
Hauptursachen
- Überproduktion von Talg: Die Talgdrüsen produzieren zu viel Hauttalg.
- Verstopfte Poren durch abgestorbene Hautzellen und Talg
- Bakterien auf der Haut, die Entzündungen fördern (Propionibacterium acnes)
- Hormonelle Veränderungen, wie sie in der Pubertät oder bei Erwachsenen vorkommen
Risikofaktoren
- Pubertät und hormonelle Umstellungen
- Bestimmte Medikamente (z. B. Kortison, einige Medikamente gegen Depressionen oder Epilepsie)
- Stress, der die Hormone beeinflussen kann
- Rauchen
- Hautpflegeprodukte, die die Poren verstopfen (komedogen)
- Familiäre Veranlagung – Akne tritt in manchen Familien häufiger auf
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen, Fieber oder schnelle Ausbreitung von Rötung bemerken – das könnte eine ernsthafte Infektion sein.
- Wenn Sie tiefe, schmerzhafte Knoten oder Zysten haben, die nicht abheilen.
- Wenn die Akne Narben hinterlässt oder dunkle Flecken entstehen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Akne Ihr Aussehen stark belastet und Sie sich unwohl fühlen.
- Wenn rezeptfreie Produkte der Selbstpflege nach einigen Wochen nicht helfen.
- Wenn Akne auch im Erwachsenenalter neu auftritt oder sich verschlimmert.
- Wenn Sie Fragen haben, wie Sie Ihre Haut am besten pflegen und behandeln.
Diagnose
Die Diagnose stellt ein Arzt oder eine Ärztin, in der Regel eine Hautärztin oder ein Hautarzt (Dermatologe). Sie sehen sich die betroffenen Hautstellen an und fragen nach Ihrer Krankengeschichte, Ihren Gewohnheiten und möglichen Auslösern. Meist ist keine aufwendige Untersuchung nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Keine Bluttests sind für die Rezeptsicherung von Akne nötig.
- Bei unklaren Fällen kann die Ärztin oder der Arzt eine Hautprobe (Biopsie) entnehmen, um andere Erkrankungen auszuschließen.
- Bei Frauen mit unregelmäßigem Zyklus oder anderen Anzeichen von hormonellen Störungen kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt oder die Ärztin wird Ihre Haut genau anschauen, meist mit einer speziellen Lampe, und die Art und Schwere der Akne einschätzen. Danach bespricht er oder sie mit Ihnen, welche Behandlung zu Ihnen passt. Sie können Fragen stellen und sollten ehrlich berichten, was Sie bereits ausprobiert haben.
Behandlung
Die Behandlung von Akne hängt von der Schwere ab. Das Ziel ist, die Haut zu verbessern und Narben zu vermeiden. Es gibt viele wirksame Ansätze, von der richtigen Hautpflege bis zu ärztlich verordneten Behandlungen. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte an medizinischen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF-Leitlinie zur Akne.
Selbsthilfe zu Hause
- Reinigen Sie die Haut zweimal täglich mit milden, pH-neutralen Reinigungsprodukten, die keine Alkohole oder aggressive Duftstoffe enthalten.
- Verwenden Sie leichte Feuchtigkeitscremes, die nicht komedogen sind (das heißt, sie verstopfen die Poren nicht).
- Vermeiden Sie übermäßiges Schrubben oder die Verwendung von harten Peelings.
- Fassen Sie die Haut möglichst wenig an und drücken Sie Pickel niemals aus – das verstärkt Entzündungen und kann Narben verursachen.
- Achten Sie auf hautfreundliche Kosmetik- und Sonnenschutzprodukte (nicht komedogen).
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene ärztliche Behandlungsmöglichkeiten, die meist einzeln oder kombiniert angewendet werden. Dazu gehören topische Mittel (Cremes, Gele oder Lotionen, die direkt auf die Haut aufgetragen werden) wie zum Beispiel hautreinigende und entzündungshemmende Wirkstoffe. Auch orale Medikamente in Tablettenform können zum Einsatz kommen, etwa Hormonpräparate bei Frauen oder Mittel, die die Talgproduktion reduzieren. Alle diese Mittel haben Nutzen und mögliche Nebenwirkungen, die die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen bespricht. Lassen Sie sich nie selbst Medikamente online oder von Freunden empfehlen – nur ein Arzt oder eine Ärztin kann die richtige Wahl treffen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein operativer Eingriff ist bei Akne nur selten nötig. Manchmal können tiefe Knoten oder Abszesse von einem Arzt oder einer Ärztin eröffnet und entleert werden. Das ist ein kleiner Eingriff, der in der Praxis durchgeführt wird. Operationen sind nicht die erste Wahl, und die meisten Menschen benötigen keine operative Behandlung.
Leben mit der Erkrankung
Akne kann den Alltag belasten, besonders wenn sie sichtbar ist. Es hilft, eine feste Hautpflegeroutine zu entwickeln und sich an die Empfehlungen der Ärztin oder des Arztes zu halten. Auch wenn Verbesserungen oft einige Wochen brauchen, ist Geduld wichtig. Sie können weiterhin Sport treiben und ein normales Leben führen. Bei sportlichen Aktivitäten sollte die Haut nach dem Schwitzen mit Wasser abgespült werden, ohne starkes Reiben.
Tipps für den Alltag
- Kleidung aus Baumwolle tragen, besonders bei Akne an Rücken, Brust oder Schultern.
- Nach dem Sport duschen und die Haut sanft abtrocknen.
- Vermeiden Sie parfümierte Pflegeprodukte oder stark alkoholhaltige Tonics.
- Wechseln Sie Kissenbezüge regelmäßig und waschen Sie Ihr Gesicht mit einem sauberen Handtuch.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine strenge Diät gegen Akne, aber eine ausgewogene Ernährung ist immer gut für die Haut. Manche Menschen bemerken, dass Milchprodukte oder sehr zuckerreiche Lebensmittel die Akne verschlimmern. Sie können selbst ausprobieren, ob bestimmte Lebensmittel einen Einfluss haben, aber es gibt dafür keine wissenschaftliche Pflichtempfehlung. Regelmäßige Bewegung verbessert die Durchblutung und kann Stress abbauen – achten Sie darauf, die Haut nach dem Schwitzen zu reinigen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Akne kann das Selbstbewusstsein stark beeinflussen. Viele Menschen schämen sich, ziehen sich zurück oder fühlen sich unwohl in der Öffentlichkeit. Das ist völlig verständlich. Es ist wichtig, darüber zu sprechen – mit Freunden, der Familie oder einer Ärztin oder einem Arzt. Auch eine psychologische Unterstützung kann helfen, wenn die seelische Belastung groß ist. Wenn Sie Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid haben, wenden Sie sich sofort an die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (aus Deutschland). In Notfällen rufen Sie 112 an.
Vorbeugung
Akne lässt sich nicht immer verhindern, da sie stark von Hormonen und Veranlagung abhängt. Eine gute, sanfte Hautpflege und das Vermeiden von stark auslösenden Produkten kann das Hautbild aber unterstützen. Drücken Sie keine Pickel aus und schützen Sie die Haut vor zu viel Sonne, denn Sonnenbrand kann Entzündungen verstärken.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Akne.
Früherkennungsprogramme
Für Akne gibt es kein klassisches Screening. Eine frühzeitige Untersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin ist aber sinnvoll, sobald die Akne stark ausgeprägt ist oder seelischen Druck verursacht. Bei einem Haut-Check im Rahmen der Hautkrebsvorsorge wird die Haut auch auf andere Hautveränderungen angesehen, aber das ist kein spezielles Akne-Screening.
Komplikationen
Unbehandelt
- Narbenbildung, die dauerhaft bleiben kann
- Dunkle oder helle Flecken auf der Haut, die Monate bestehen bleiben können
- Tiefe Hautveränderungen (Zysten oder Abszesse), die schmerzhaft sein können
- Psychische Belastungen wie Scham, Vermeidungsverhalten oder Niedergeschlagenheit
Langzeitprognose
Die meisten Menschen sprechen gut auf eine Behandlung an. Mit der Zeit – oft nach einigen Monaten – bessert sich das Hautbild deutlich. Auch schwere Akne kann sich bei fachgerechter Behandlung fast vollständig zurückbilden. Narben sind nicht schlimm, sie werden mit der Zeit flacher und blasser. Mit heutigen Behandlungen gibt es viele gute Möglichkeiten, die Haut zu beruhigen und das Selbstbewusstsein zu stärken.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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