Lungenkrebsscreening: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Lungenkrebsscreening ist eine Vorsorgeuntersuchung, die Menschen ohne Beschwerden hilft, Lungenkrebs früh zu erkennen. Dabei wird eine spezielle Röntgenuntersuchung (Low-Dose-CT) gemacht, die die Lunge sehr genau zeigt. Das Ziel ist, einen möglichen Tumor zu finden, bevor er Beschwerden macht, weil die Behandlung dann oft erfolgreicher ist.
Wichtige Fakten
- Lungenkrebsscreening ist eine freiwillige Vorsorgeuntersuchung.
- Es wird meist mit einer speziellen, besonders strahlungsarmen CT-Untersuchung gemacht.
- Es richtet sich vor allem an langjährige Raucherinnen und Raucher ab einem bestimmten Alter.
Lungenkrebs ist in Deutschland eine der häufigsten Krebsarten. Ein Screening wird deshalb für Menschen mit erhöhtem Risiko empfohlen, ist aber nicht für alle gedacht.
Das Screening wird vor allem Menschen empfohlen, die älter sind (zum Beispiel über 50 oder 55 Jahre) und viele Jahre geraucht haben. Auch Menschen mit starker Belastung durch Asbest oder Radon können ein erhöhtes Risiko haben.
Symptome
- Starke Atemnot oder Erstickungsgefahr
- Plötzliche, starke Schmerzen in der Brust
- Bluthusten in größerer Menge
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit
- ⚠Husten mit Blutbeimengungen, auch geringe Mengen
- ⚠Fieber mit schwerem Krankheitsgefühl
- ⚠Neu aufgetretene, starke Atemnot ohne Anstrengung
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten, der nicht weggeht
- Blut im Auswurf
- Atemnot bei Belastung
- Gewichtsverlust ohne Grund
- Schmerzen in der Brust
Symptome bei Kindern
- Lungenkrebs bei Kindern ist sehr selten. Bei anhaltendem Husten oder Atemnot sollte ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufgesucht werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Vermehrtes Müdigkeitsgefühl
- Druck- oder Engegefühl in der Brust
- Wiederkehrende Lungenentzündungen
- Verschlechterung einer bekannten Lungenerkrankung wie COPD
Ursachen
Hauptursachen
- Rauchen ist die häufigste Ursache für Lungenkrebs.
- Passivrauchen kann das Risiko ebenfalls erhöhen.
- Belastung durch Schadstoffe wie Asbest, Radon oder Dieselabgase
- Selten erbliche Faktoren
Risikofaktoren
- Langes und starkes Rauchen (zum Beispiel 30 Jahre lang oder mehr)
- Alter über 50 Jahre
- Rauchgewohnheiten in der Familie oder am Arbeitsplatz
- Frühere Strahlentherapie im Brustbereich
- Eine Lungenerkrankung wie COPD oder Lungenfibrose
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Husten mit Blut haben.
- Wenn Sie plötzlich starke Atemnot bekommen.
- Wenn Sie ungewollt stark an Gewicht verlieren.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über mehrere Wochen Husten haben, den Sie sich nicht erklären können.
- Wenn Sie zu einer Risikogruppe für Lungenkrebs gehören und wissen möchten, ob ein Screening sinnvoll ist.
- Wenn sich eine bekannte Lungenerkrankung verschlechtert.
Diagnose
Die Früherkennung von Lungenkrebs erfolgt mit einer speziellen Computertomographie, der sogenannten Low-Dose-CT. Sie wird ohne Kontrastmittel durchgeführt und ist mit einer besonders niedrigen Strahlenbelastung verbunden. Wenn die Untersuchung auffällig ist, wird meist eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen, um die Diagnose zu sichern.
Mögliche Untersuchungen
- Low-Dose-CT des Brustkorbs
- Röntgenbild der Lunge kann gemacht werden, ist aber für das Screening weniger geeignet
- Gewebeprobe (Biopsie) bei auffälligen Befunden
- Blutuntersuchungen als ergänzende Prüfung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die CT-Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Sie liegen dabei auf einer Liege, die durch ein kurzes Röhrengerät fährt. Sie müssen nicht nüchtern sein und können direkt nach der Untersuchung nach Hause gehen. Bei einem auffälligen Befund bekommen Sie weitere Termine in einem Lungenzentrum, wo alles genau besprochen wird.
Behandlung
Die Behandlung von Lungenkrebs hängt von der Art, der Größe und der Ausbreitung des Tumors ab. Ziel ist es, den Tumor zu entfernen oder zu zerstören und gleichzeitig möglichst viel gesundes Lungengewebe zu erhalten. Ihre Ärztinnen und Ärzte besprechen alle Optionen in einer persönlichen Beratung.
Selbsthilfe zu Hause
- Sorgen Sie für ausreichend Erholung und guten Schlaf.
- Bewegen Sie sich so viel, wie es Ihnen guttut – auch kurze Spaziergänge helfen.
- Vermeiden Sie Rauch und andere Schadstoffe, um die Lunge zu entlasten.
- Nehmen Sie Unterstützung von Familie und Freunden an.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wie Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie oder Immuntherapie. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel vom Tumorstadium und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. Medikamente werden immer individuell von Ihrem Behandlungsteam ausgewählt – es gibt keine allgemeingültige Empfehlung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt meist dann infrage, wenn der Tumor noch klein und gut abgegrenzt ist, also in einem frühen Stadium. Dabei wird der Tumor oder ein Teil des Lungenflügels entfernt. Ob eine Operation möglich ist, entscheidet das Ärzteteam anhand Ihrer Lungenfunktion und Ihres Allgemeinzustands.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie an Lungenkrebs erkrankt sind, wird Ihr Alltag von Arztterminen und Behandlungen bestimmt sein. Es ist wichtig, sich nicht zu überfordern, kleine Schritte zu planen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die Ihnen Freude machen. Sprechen Sie offen über Ihre Bedürfnisse – mit Ihrem Behandlungsteam und mit Angehörigen.
Tipps für den Alltag
- Wenn Sie rauchen: Hören Sie auf. Ihr Behandlungsteam kann Ihnen dabei helfen.
- Meiden Sie Orte mit viel Rauch und Luftverschmutzung.
- Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte mit regelmäßiger, aber angepasster Bewegung.
- Vereinbaren Sie Zeiten zum Ausruhen – auch in Phasen ohne akute Beschwerden.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Flüssigkeit kann Sie während der Behandlung unterstützen. Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Atemübungen oder sanftes Training verbessern oft das Wohlbefinden. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam, was für Sie persönlich am besten ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Lungenkrebs ist ein großer Einschnitt und kann Angst, Traurigkeit oder Wut auslösen. Das ist völlig normal. Psychologische Unterstützung oder ein Gespräch mit einer psychoonkologischen Beratungsstelle kann helfen, mit den Gefühlen umzugehen. Sie müssen damit nicht allein bleiben.
Vorbeugung
Der wichtigste Schutz vor Lungenkrebs ist, nicht zu rauchen und das Rauchen aufzuhören. Auch das Meiden von Passivrauch und schädlichen Stoffen wie Asbest verringert das Risiko. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und Bewegung kann zusätzlich unterstützen, bietet aber keinen absoluten Schutz.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff direkt gegen Lungenkrebs. Gegen einige Atemwegsinfektionen wie Grippe oder Pneumokokken kann eine Impfung jedoch sinnvoll sein, um die Lunge zu schützen und Komplikationen zu vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Das Lungenkrebsscreening mit der Low-Dose-CT wird für bestimmte Risikogruppen empfohlen. Fachgesellschaften wie die AWMF haben dazu Leitlinien veröffentlicht. Nicht jede Person braucht ein Screening – eine ärztliche Beratung hilft, das persönliche Für und Wider abzuwägen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein unbehandelter Lungenkrebs kann weiterwachsen und in andere Organe streuen (Metastasen).
- Atemnot kann zunehmen, wenn der Tumor die Atemwege verengt.
- Es kann zu Blutungen in die Lunge oder in den Brustkorb kommen.
- Gewichtsverlust und allgemeine Schwäche können sich verstärken.
Langzeitprognose
Lungenkrebs ist heute in vielen Fällen besser behandelbar als früher. Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Chancen auf einen erfolgreichen Behandlungsverlauf. Die moderne Medizin bietet viele Möglichkeiten, die Krankheit hinauszuzögern oder zu heilen, wenn sie früh erkannt wird. Es ist immer Hoffnung – und eine gute medizinische Begleitung ist der wichtigste Schritt nach vorne.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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