Screening auf Menstruationsstörungen: Das sollten Sie wissen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Screening auf Menstruationsstörungen ist eine vorbeugende Untersuchung, bei der die Frauenärztin oder der Frauenarzt den Ablauf Ihrer Monatsblutung (Periode) überprüft. Ziel ist es, Probleme wie unregelmäßige Blutungen, starke Schmerzen oder hormonelle Schwankungen früh zu erkennen. Das Screening ist keine Pflichtuntersuchung, sondern sinnvoll, wenn Sie Beschwerden haben oder bestimmte Risiken bestehen.
Wichtige Fakten
- Menstruationsstörungen sind sehr häufig und meist gut behandelbar.
- Das Screening umfasst Gespräch, Bluttests und Ultraschall – es tut nicht weh.
- Schon ein einfacher Menstruationskalender hilft Ihrer Ärztin bei der Einschätzung.
Ja, viele Frauen erleben in ihrem Leben unregelmäßige oder schmerzhafte Perioden. Ein Screening auf Menstruationsstörungen ist keine gesetzliche Routineuntersuchung, wird aber bei Beschwerden oft von Frauenärzten empfohlen.
Das Screening betrifft vor allem Frauen im gebärfähigen Alter – also zwischen der ersten Regelblutung und den Wechseljahren. Aber auch Jugendliche und Frauen in den Wechseljahren können davon profitieren.
Symptome
- Sehr starke Blutung, bei der Sie mehr als ein Binden- oder Tamponwechsel pro Stunde brauchen
- Plötzlich auftretende, unerträgliche Schmerzen im Unterleib
- Fieber mit Unterleibsschmerzen und starkem Krankheitsgefühl
- Ohnmacht oder Schwindel, der Sie umfallen lässt
- Rufen Sie bei diesen Warnzeichen sofort den Notruf 112 an.
- ⚠Ungewöhnlich starke oder lange Blutung über mehrere Tage
- ⚠Starke Schmerzen, die sich nicht durch Ruhe oder Wärme bessern
- ⚠Schwindel oder Blässe als Zeichen einer Blutarmut
Häufige Symptome
- Unregelmäßiger Zyklus, also Zeiten ohne oder mit zu vielen Blutungen
- Sehr starke oder länger als sieben Tage andauernde Blutungen
- Starke Krämpfe, die den Alltag einschränken
- Schmierblutungen oder Zwischenblutungen
Symptome bei Kindern
- Ausbleiben der ersten Periode bis zum 15. Geburtstag
- Sehr unregelmäßige erste Jahre nach der ersten Periode
- Blutungen, die die Schule oder den Sport verhindern
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Blutungen nach den Wechseljahren, also ein Jahr ohne Periode
- Wiederauftreten starker Blutungen in den Wechseljahren
- Verlängerte oder sehr häufige Zyklen
Ursachen
Hauptursachen
- Hormonelle Schwankungen während der Pubertät oder vor den Wechseljahren
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) – eine häufige Hormonstörung der Eierstöcke
- Schilddrüsenstörungen, zum Beispiel eine Über- oder Unterfunktion
- Starker Stress, Gewichtsverlust oder übermäßiges Training
- Gutartige Veränderungen der Gebärmutter, etwa Myome
Risikofaktoren
- Alter unter 20 oder über 40 Jahren
- Starkes Über- oder Untergewicht
- Rauchen
- Leistungssport mit hartem Training
- Erbliche Vorbelastung für Zyklusstörungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie sehr stark bluten und Kreislaufprobleme bekommen
- Wenn der Unterleibsschmerz sich von normalen Regelschmerzen unterscheidet
- Wenn Fieber und Schmerzen gleichzeitig auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Periode länger als drei Monate ausbleibt und eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist
- Wenn Ihr Zyklus immer wieder unregelmäßig ist (zum Beispiel kürzer als 21 oder länger als 35 Tage)
- Wenn Sie unter sehr schmerzhaften Perioden leiden, die Sie im Alltag einschränken
- Wenn Sie zwischen den Blutungen immer wieder Schmierblutungen bemerken
Diagnose
Die Frauenärztin oder der Frauenarzt spricht zunächst mit Ihnen über Ihren Zyklus, Ihre Beschwerden und Ihre Lebensgewohnheiten. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, oft mit einem vaginalen Ultraschall. So werden Gebärmutter und Eierstöcke betrachtet. Eine Blutentnahme kann Aufschluss über Hormonwerte geben. Die Ärztinnen und Ärzte orientieren sich dabei an Leitlinien, zum Beispiel der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch und Menstruationskalender
- Blutuntersuchung auf Hormone (zum Beispiel Schilddrüsenwerte, Sexualhormone)
- Ultraschalluntersuchung von Gebärmutter und Eierstöcken
- Schwangerschaftstest, falls eine Schwangerschaft möglich ist
- Bei Bedarf: Abstriche zur Untersuchung von Zellen oder Infektionen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schmerzfrei. Sie müssen keine Angst haben. Manche Bluttests finden an bestimmten Zyklustagen statt, deshalb kann ein zweiter Termin nötig sein. Nach der Untersuchung bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Ergebnisse gemeinsam mit Ihnen.
Behandlung
Wie ein Screening Befunde zeigt, so hängt auch die Behandlung von der Ursache ab. Es gibt drei große Bausteine: eigenes Verhalten, Medikamente und selten eine Operation. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird einen Behandlungsplan mit Ihnen erstellen.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie einen Menstruationskalender oder eine Zyklus-App, um Veränderungen zu dokumentieren
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber übertreiben Sie es nicht
- Wärme hilft oft bei Krämpfen: Wärmflasche, Kirschkernkissen oder warmes Bad
- Planen Sie in der Zyklusmitte und vor der Periode ausreichend Ruhephasen ein
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung stehen verschiedene Ansätze zur Verfügung: Hormonpräparate wie die Pille oder eine Hormonspirale können den Zyklus regulieren und Schmerzen lindern. Auch entzündungshemmende Schmerzmittel können eingesetzt werden, sollten aber nicht über längere Zeit ohne ärztliche Begleitung genommen werden. Pflanzliche Präparate wie Mönchspfeffer werden traditionell verwendet, ihre Wirkung ist nicht immer klar. Besprechen Sie immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, welche Therapie für Sie geeignet ist. Die Wahl hängt von der Ursache, Ihrem Alter und Ihrem Kinderwunsch ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, zum Beispiel bei großen Myomen oder angeborenen Fehlbildungen. Sie kann helfen, die Beschwerden zu lindern und die Fruchtbarkeit zu erhalten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erklärt Ihnen die Vor- und Nachteile.
Leben mit der Erkrankung
Lassen Sie sich nicht entmutigen. Ein Screening und eine gute Behandlung bringen meist deutliche Besserung. Sie können viel selbst tun, um Ihren Zyklus zu unterstützen. Ein offenes Gespräch mit Ihrem Arzt schafft Sicherheit.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie feste Schlafenszeiten
- Bewegen Sie sich an der frischen Luft
- Reduzieren Sie Kaffee und Alkohol
- Nutzen Sie Entspannungstechniken wie Atemübungen, Yoga oder Meditation
Ernährung und Bewegung
Eine vollwertige Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn und gesunden Fetten unterstützt das Hormongleichgewicht. Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten. Bewegung ist gut, aber sehr intensives Ausdauertraining kann den Zyklus stören. Finden Sie ein gesundes Mittelmaß.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Menstruationsprobleme können emotional belasten. Vielleicht fühlen Sie sich unsicher oder ängstlich. Es ist in Ordnung, Hilfe zu suchen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder Ihrer Ärztin. Bei andauernder Niedergeschlagenheit kann eine psychologische Beratung oder Therapie sinnvoll sein. Wenn Sie in einer akuten Krise sind, wenden Sie sich an die Telefonseelsorge – sie ist kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar.
Vorbeugung
Nicht jede Zyklusstörung lässt sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken. Regelmäßige gynäkologische Vorsorge hilft, Probleme früh zu erkennen. Wenn ein Screening bei Ihnen Auffälligkeiten zeigt, heißt das nicht, dass Sie schwer krank sind – es bedeutet nur, dass genauer hingeschaut wird.
Früherkennungsprogramme
Ein periodisches Screening auf Menstruationsstörungen ist keine gesetzlich geregelte Maßnahme. Lassen Sie sich von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt beraten, ob ein Screening für Sie persönlich sinnvoll ist. Grundsätzlich gilt: Die gesetzliche Krebsvorsorge (zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung) und das Menstruations-Screening sind zwei verschiedene Dinge.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte starke Blutungen können zu Blutarmut (Anämie) führen, die müde macht
- Hormonelle Störungen können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen
- Selten kann eine zugrunde liegende Erkrankung wie PCOS langfristige Gesundheitsrisiken mit sich bringen
Langzeitprognose
Die meisten Ursachen für Menstruationsstörungen sind gut behandelbar. Viele Frauen haben damit Erfahrung und finden eine für sie passende Lösung. Mit einer frühzeitigen Abklärung haben Sie die besten Chancen, dass Ihre Beschwerden nachlassen und Sie sich wieder wohl fühlen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Frauenarztpraxis in Ihrer Nähe (über Ihre Krankenkasse oder die Kassenärztliche Vereinigung) · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.