PMS erkennen: Screening und Diagnose
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PMS ist die Abkürzung für Prämenstruelles Syndrom – auf Deutsch: Beschwerden vor der Monatsblutung. Manche Frauen haben immer wieder körperliche und seelische Symptome, die in den Tagen vor der Regelblutung auftreten und mit der Blutung wieder nachlassen. Ein Screening dient dazu, diese Beschwerden richtig einzuordnen und andere Ursachen auszuschließen.
Wichtige Fakten
- PMS tritt immer wieder in der zweiten Zyklushälfte auf und bessert sich meist mit Beginn der Blutung.
- Betroffen sind Frauen im gebärfähigen Alter – also vom ersten Zyklus bis zu den Wechseljahren.
- Eine Ärztin oder ein Arzt kann mit einem Zyklustagebuch und einem Gespräch herausfinden, ob PMS vorliegt.
Ja, PMS ist häufig. Rund 75 von 100 Frauen haben ab und zu leichte Beschwerden vor der Regel. Bei etwa 5 bis 8 von 100 Frauen sind die Beschwerden so ausgeprägt, dass sie den Alltag deutlich beeinträchtigen.
Das Prämenstruelle Syndrom betrifft Frauen und junge Mädchen, die eine normale Monatsblutung haben. Am häufigsten tritt es zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Nach den Wechseljahren, wenn die Blutung dauerhaft aufhört, gibt es kein PMS.
Symptome
- Gedanken, sich das Leben zu nehmen oder sich zu verletzen
- Sehr starke, plötzliche Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Fieber oder Schüttelfrost zusammen mit Unterleibsschmerzen
- ⚠Sehr starke Beschwerden vor der Regel, die den Alltag unerträglich machen
- ⚠Stimmungstief, das mehrere Tage nach der Blutung anhält oder sich verschlimmert
- ⚠Ungewöhnlich starke Blutungen oder Blutungen zwischen den Perioden
Häufige Symptome
- Spannungsgefühl und Berührungsempfindlichkeit in den Brüsten
- Bauchkrämpfe und ein Gefühl von Schwere im Unterleib
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Reizbarkeit, Gereiztheit und Stimmungsschwankungen
- Heißhunger auf Süßes oder Herzhaftes
- Schlafstörungen
- Gefühl von Traurigkeit oder innerer Anspannung
Ursachen
Hauptursachen
- Schwankende Hormone: Die Spiegel der Hormone Östrogen und Gestagen verändern sich nach dem Eisprung stark. Das kann den Körper und das Gemüt beeinflussen.
- Wirkung von Botenstoffen: Der Botenstoff Serotonin, der die Stimmung steuert, kommt bei manchen Frauen in der Zeit vor der Blutung aus dem Gleichgewicht.
- Stoffwechselreaktionen: Der Körper reagiert empfindlicher auf manche körpereigenen Substanzen, was zu Wassereinlagerungen und Bauchkrämpfen führen kann.
Risikofaktoren
- Starker Stress im Alltag
- Wenig Schlaf oder unregelmäßiger Schlafrhythmus
- Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung
- Rauchen
- Übergewicht (Adipositas)
- Frühere depressive Erkrankungen oder seelische Belastungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Beschwerden so stark sind, dass Sie den Alltag nicht mehr bewältigen können
- Wenn Sie Gedanken haben, sich zu verletzen – rufen Sie sofort die 112
- Wenn Sie zusätzlich Fieber oder starke Schmerzen im Unterleib haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn PMS-ähnliche Beschwerden regelmäßig vor der Regel auftreten
- Wenn Sie ein Zyklustagebuch führen möchten, um einen Überblick zu bekommen
- Wenn Sie wissen möchten, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt
Diagnose
Um PMS festzustellen, führt die Ärztin oder der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch über Ihre Zykluslänge, die Beschwerden und die Krankengeschichte. Ein Zyklustagebuch über zwei bis drei Monate hilft, das Muster zu erkennen. Ärztinnen und Ärzte orientieren sich dabei an Leitlinien der Fachgesellschaften, zum Beispiel der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Mögliche Untersuchungen
- Gynäkologische Untersuchung
- Gespräch über Vorerkrankungen und Medikamente
- Zyklustagebuch mit Angaben zu Symptomen und Wohlbefinden
- Möglicherweise Blutuntersuchung, um Schilddrüsen- oder Hormonstörungen auszuschließen
- Bei Bedarf Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauches
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie müssen sich bei der Untersuchung nicht verstellen. Die Ärztin oder der Arzt wird Ihnen Fragen stellen, zum Beispiel, wann die Symptome auftreten und wie lange sie anhalten. Anschließend besprechen Sie gemeinsam die nächsten Schritte. Wenn Sie unsicher sind, was Sie selber beobachtet haben, sagen Sie das ruhig – das ist normal.
Behandlung
Die Behandlung von PMS beginnt nicht automatisch mit Medikamenten. Zuerst geht es darum, den Alltag zu entlasten und die Ursachen besser zu verstehen. Je nach Stärke der Beschwerden gibt es verschiedene unterstützende Maßnahmen und bei Bedarf auch ärztlich verordnete Behandlungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßiger Schlaf: Gehen Sie möglichst zur gleichen Zeit schlafen und stehen Sie auf.
- Wärme: Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad kann Bauchkrämpfe lindern.
- Achtsamkeit: Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation können die Nerven beruhigen.
- Kurze Pausen: Gönnen Sie sich in der schwierigen Zeit mehr Auszeiten.
- Reden: Teilen Sie mit engen Menschen mit, wie es Ihnen geht.
Medizinische Behandlungen
Wenn Selbsthilfe nicht ausreicht, kann die Ärztin oder der Arzt verschiedene Medikamente empfehlen. Dazu gehören zum Beispiel Mittel, die das Hormongleichgewicht stabilisieren oder auf den Botenstoff Serotonin wirken. Auch pflanzliche Präparate kommen manchmal zur Anwendung. Wichtig: Welches Arzneimittel für Sie geeignet ist, muss individuell abgewogen werden. Nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Beratung ein, und fragen Sie bei Ihrem Arzt oder in der Apotheke nach, wenn Sie unsicher sind.
Leben mit der Erkrankung
Sie können lernen, gut mit PMS zu leben. Ein Zyklustagebuch zeigt Ihnen, in welchen Tagen Sie besonders empfindlich sind. So können Sie anstrengende Termine verschieben, sich mehr Pausen einplanen und Ihren Partner oder Ihre Freunde rechtzeitig einbeziehen.
Tipps für den Alltag
- Sanftes Ausdauertraining wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen
- Entspannungsrituale am Abend, zum Beispiel Lesen oder Musik hören
- Feste Zeiten für Mahlzeiten und Schlaf
- Digitale Auszeiten, um Stress zu reduzieren
- Sich bewusst Zeit für Hobbys nehmen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn kann helfen. Reduzieren Sie einige Tage vor der Blutung Salz, Süßigkeiten und koffeinhaltige Getränke. Alkohol ist besser zu meiden. Bewegung an der frischen Luft hebt die Stimmung und reduziert Krämpfe.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Stimmung kann bei PMS deutlich schwanken – das ist Teil des hormonellen Geschehens. Viele Frauen fühlen sich schuldig oder schwach, wenn sie weinen oder gereizt reagieren. Bitte machen Sie sich klar: Das hat mit dem Zyklus zu tun und nicht mit persönlicher Schwäche. Wenn solche Gefühle überhandnehmen oder länger anhalten, ist ärztliche Beratung wichtig. In einer akuten Krise wählen Sie bitte sofort die 112.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung für PMS gibt es nicht. Aber Sie können viel dafür tun, die Beschwerden zu lindern: ausreichend Schlaf, Bewegung, Stressabbau und gesunde Ernährung wirken sich auf den gesamten Zyklus aus.
Früherkennungsprogramme
Ein Screening bedeutet, dass eine Krankheit bei Menschen ohne Beschwerden gesucht wird. Beim PMS gibt es kein sinnvolles Screening, weil die Beschwerden das Diagnosekriterium sind. Wer jedoch regelmäßig vor der Regel Symptome spürt, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen. Der Arzt kann typische Beschwerden mit einem Tagebuch und einer Untersuchung bewerten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starke seelische Belastung, die zu depressiven Episoden führen kann
- Eingeschränkte Leistungsfähigkeit in Schule, Beruf oder Familie
- Spannungen in Partnerschaft und Freundeskreis
- Verlust von Lebensqualität in der zweiten Zyklushälfte
Langzeitprognose
Die Prognose bei PMS ist gut. Vielen Frauen gelingt es mit den beschriebenen Maßnahmen, die Symptome deutlich zu reduzieren. Wenn die Blutung mit den Wechseljahren endet, verschwindet auch das PMS. Bis dahin gibt es viele Wege, die Zeit im Zyklus freundlicher zu gestalten – scheuen Sie sich nicht, Unterstützung anzunehmen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.