Pfeifende Atmung verstehen und Risiken senken
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Wheeze – auf Deutsch ‚pfeifende Atmung‘ – ist ein pfeifendes Geräusch, das beim Ausatmen entsteht. Es kommt daher, dass die Atemwege in der Lunge verengt sind und die Luft nur noch eng an den Wänden vorbeikommt. Das Pfeifen ist also ein Hinweis, dass die Atemwege gereizt oder verengt sind.
Wichtige Fakten
- Es ist ein Symptom und keine eigene Krankheit.
- Es tritt oft bei kleinen Kindern mit Erkältungen auf.
- Mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko für Wheezing oft deutlich senken.
Ja. Viele Kinder pfeifen mindestens einmal in den ersten Lebensjahren. Auch bei Erwachsenen mit Asthma oder anderen Lungenerkrankungen ist es häufig.
Am häufigsten betrifft es Säuglinge und Kleinkinder, weil ihre Atemwege noch eng sind. Aber auch Menschen mit Asthma, Allergien oder COPD können unter Wheezing leiden. Ursache und Behandlungsplan können unterschiedlich sein.
Symptome
- Sehr starke Atemnot, bei der Sie kaum noch sprechen können
- Lippen oder Haut werden bläulich oder grau
- Sie sind verwirrt, sehr müde oder schläfrig
- Wenn ein Kind einzieht – die Haut zwischen den Rippen sich nach innen bewegt
- ⚠Hohes Fieber zusammen mit schneller Atmung
- ⚠Wheezing wird trotz Behandlung oder Ruhe nicht besser
- ⚠Starker Husten mit Auswurf oder Blut im Auswurf
- ⚠Wenn ein Kind über 12 Stunden kaum trinkt oder erbricht
Häufige Symptome
- Pfeifendes Geräusch beim Ausatmen
- Kurzatmigkeit oder Engegefühl in der Brust
- Husten, vor allem nachts oder bei Belastung
Symptome bei Kindern
- Das Kind atmet schneller und hörbar pfeifend
- Es trinkt schlechter und macht Pausen beim Trinken
- Der Husten wird beim Weinen oder Lachen stärker
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Pfeifende Atmung kann auch ohne Erkältung auftreten
- Bei älteren Menschen kann Wheezing auf eine Herzschwäche hindeuten
- Sie fühlen sich beim Treppensteigen schneller aus der Puste
Ursachen
Hauptursachen
- Viren wie Erkältungs- oder Bronchitiserreger
- Asthma oder eine Überempfindlichkeit der Atemwege
- Allergene wie Pollen, Hausstaub oder Tierhaare
- Zigarettenrauch, trockene Luft oder starke Gerüche
Risikofaktoren
- Asthma, Allergien oder Neurodermitis in der Familie
- Frühgeburt oder schwache Lungenfunktion
- Passivrauchen in der Wohnung
- Bestimmte Jahreszeiten wie Herbst und Winter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Wheezing mit Sprechproblemen oder bläulicher Haut einhergeht
- Wenn ein Kind sichtlich schwer Luft bekommt oder nicht trinken will
- Wenn Sie das Gefühl haben, die Atemnot wird immer schlimmer
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Wheezing wiederholt auftritt oder lange anhält
- Wenn Sie abklären lassen möchten, ob Asthma dahintersteckt
- Wenn Sie mit Sport beginnen möchten und unsicher sind, wie viel Ihre Lunge verträgt
Diagnose
Der Arzt hört Ihre Lunge mit dem Stethoskop ab und fragt nach Ihren Beschwerden. Er möchte wissen, wann das Pfeifen auftritt und ob Sie andere Krankheiten haben. So erkennt er, ob das Wheezing von den Atemwegen oder zum Beispiel vom Herzen kommt.
Mögliche Untersuchungen
- Abhören der Lunge (Auskultation)
- Messen der Atemstärke mit einem kleinen Gerät – der sogenannte Peak-Flow-Test
- Lungenfunktionstest (Spirometrie)
- Bei Verdacht auf Allergie: ein Allergietest beim Hautarzt oder in der Ambulanz
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie sitzen meist ruhig auf einem Stuhl, während die Untersuchungen durchgeführt werden. Bei der Spirometrie atmen Sie kräftig in ein Gerät. Das ist schmerzfrei. Fragen Sie bei jedem Schritt nach, wenn etwas unklar ist.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei einer Virusinfektion verschwindet das Wheezing oft von allein. Bei Asthma oder anderen Erkrankungen werden Medikamente eingesetzt und Sie erhalten einen Plan, was Sie bei Atemnot tun können.
Selbsthilfe zu Hause
- Meiden Sie Zigarettenrauch und starke Gerüche wie Parfum oder Reinigungsmittel
- Lüften Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie Zugluft
- Halten Sie die Luft feucht, zum Beispiel mit feuchten Tüchern im Raum
- Trinken Sie ausreichend und ruhen Sie sich aus
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente zum Inhalieren, die die Atemwege erweitern oder Entzündungen hemmen. Manche sind für die schnelle Linderung gedacht, andere für die langfristige Kontrolle. Ihr Behandlungsteam erklärt Ihnen genau, wie und wann Sie sie anwenden. Nehmen Sie keine Medikamente aus eigener Entscheidung, ohne ärztlichen Rat.
Leben mit der Erkrankung
Bauen Sie sich feste Routinen auf: regelmäßige Mahlzeiten, Schlaf und Bewegung. Führen Sie ein kleines Notizbuch mit, in dem Sie festhalten, wann das Wheezing auftritt. Das hilft beim Arztbesuch.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig in Ihrem Tempo
- Vermeiden Sie Räume, in denen geraucht wird
- Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper, wenn nachts Atemprobleme auftreten
- Nehmen Sie verschriebene Therapien zuverlässig wahr
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst und ausreichend Flüssigkeit hält das Immunsystem stark. Bewegung wie Spazierengehen oder leichtes Radfahren trainiert die Lunge. Achten Sie auf Ihren Körper: Bei Atemnot machen Sie eine Pause.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständiges Pfeifen oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, kann Angst machen. Das ist verständlich. Reden Sie mit Ihrem Umfeld darüber. Wer den Umgang mit der Atmung trainiert, gewinnt meist wieder Sicherheit.
Vorbeugung
Nicht jedes Wheezing lässt sich verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Vermeiden Sie Reizstoffe, stärken Sie die Abwehrkräfte und halten Sie Abstand zu Menschen mit ansteckenden Atemwegsinfektionen, wenn möglich.
Impfungen
Lassen Sie sich nach Rücksprache mit Ihrem Arzt gegen Grippe und COVID-19 impfen. Diese Infektionen können Wheezing auslösen und den Verlauf verschlimmern.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wiederholte Atemwegsinfektionen
- Zunehmende Verengung der Atemwege bis hin zu chronischem Asthma
- Sauerstoffmangel im Blut, der lebensbedrohlich werden kann
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit Wheezing können gut behandelt werden. Bei Kindern verschwindet das Pfeifen oft mit dem Wachstum. Mit der richtigen Vorbeugung und Behandlung lässt sich die Lungenfunktion meist stabil halten. Sie sind also mit diesem Symptom nicht allein – es gibt Wege, damit gut zu leben.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.