Ekzem: Vorbereitung auf eine Hautarzt-Behandlung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ekzem, auch atopische Dermatitis genannt, ist eine entzündliche Hauterkrankung. Sie macht die Haut trocken, gerötet und stark juckend. Die Hautbarriere ist gestört, dadurch verliert die Haut Feuchtigkeit und Reizstoffe können eindringen. Ekzeme verlaufen oft in Schüben – mal ist die Haut ruhiger, mal stärker betroffen.
Wichtige Fakten
- Ekzem ist nicht ansteckend.
- Die richtige Hautpflege kann Schübe deutlich reduzieren.
- Viele Ekzeme beginnen im Kindesalter und können mit den Jahren verschwinden.
- Bei Bedarf gibt es wirksame Behandlungen, die Entzündung und Juckreiz lindern.
- Vor bestimmten Untersuchungen gibt es klare Vorbereitungshinweise, die Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können.
Ja, Ekzeme sind häufig. In Deutschland ist etwa jedes zehnte Kind betroffen, bei Erwachsenen etwa jeder zwanzigste. Manche haben trockene und empfindliche Haut, andere immer wieder entzündliche Schübe.
Ekzeme treten oft bei Säuglingen und Kleinkindern auf, können aber in jedem Alter beginnen. Wenn in der Familie Allergien, Asthma oder trockene Haut bekannt sind, ist das Risiko etwas höher. Auch Erwachsene können Ekzeme entwickeln, besonders an den Händen.
Symptome
- Plötzliche, starke Schwellung im Gesicht oder im Halsbereich
- Atemnot oder Engegefühl in der Brust, die gemeinsam mit Hautveränderungen auftritt
- Fieber mit eitrigen Bläschen oder einer sich schnell ausbreitenden Rötung
- ⚠Zeichen einer Hautinfektion, zum Beispiel gelbe Krusten, Eiter, zunehmende Schmerzen
- ⚠Sehr starke, unerträgliche Schmerzen im Hautbereich
- ⚠Entzündung oder starke Rötung am Auge
- ⚠Ekzem, das trotz regelmäßiger Pflege über Wochen nicht besser wird
Häufige Symptome
- Juckreiz, der vor allem nachts stärker wird
- Rötung und Schwellung der Haut
- Trockene, schuppige oder raue Stellen
- Bläschen, die nässen können
- Verdickte, ledrige Haut bei längerem Verlauf
Symptome bei Kindern
- Ekzeme im Gesicht, an den Wangen, an Arm- und Kniebeugen
- Schlafprobleme wegen starkem Juckreiz
- Unruhe und Weinen bei kleinen Kindern
- Hautstellen, die durch Kratzen wund und infiziert werden können
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Trockene, rissige Haut, besonders an Händen und Füßen
- Chronischer Juckreiz, oft am ganzen Körper
- Hautentzündungen an Hautfalten oder beruflich belasteten Stellen
- Schuppige Stellen, die wie kleine Risse aussehen
Ursachen
Hauptursachen
- Die Hautbarriere ist geschwächt, dadurch verliert die Haut zu viel Feuchtigkeit
- Das Immunsystem reagiert übermäßig auf Reize wie Allergene, Duftstoffe oder Stress
- Eine Veranlagung in der Familie spielt eine große Rolle
Risikofaktoren
- Trockene, empfindliche Haut
- Häufiger Kontakt mit Seifen, Lösungsmitteln oder Reinigungsmitteln
- Stress und seelische Belastung
- Starkes Schwitzen oder zu heiße Umgebung
- Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma
- Kälte und trockene Raumluft
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Haut trotz Pflege nicht besser wird oder sich der Zustand plötzlich verschlechtert
- Wenn der Juckreiz Ihren Schlaf oder den Alltag stark beeinträchtigt
- Wenn Sie Anzeichen einer Infektion bemerken, zum Beispiel gelbe Krusten oder Fieber
- Vor einer geplanten Behandlung oder Untersuchung, wenn Sie unsicher sind, wie Sie sich vorbereiten sollen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur regelmäßigen Kontrolle bei einem bekannten Ekzem
- Wenn Sie wissen möchten, welche Pflege für Ihre Haut am besten ist
- Wenn Sie neue Behandlungsmöglichkeiten besprechen möchten
- Wenn sich die Hauterscheinungen verändern oder andere Körperstellen betroffen sind
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die betroffenen Hautstellen genau an und fragt nach Ihren Beschwerden, Allergien und Ihrer Krankengeschichte. Oft ist die Diagnose bereits anhand des Aussehens und der Vorgeschichte klar.
Mögliche Untersuchungen
- Allergietest, zum Beispiel ein Pricktest auf der Haut
- Blutuntersuchung, wenn ein Allergieverdacht besteht
- Hautprobe (Biopsie) nur in seltenen, unklaren Fällen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Bei einem Allergietest werden kleine Tropfen oder Stempel mit möglichen Allergenen auf die Haut aufgetragen. Nach kurzer Zeit wird abgelesen, ob eine Reaktion auftritt. Vor einer Hautprobe oder einem Allergietest erhalten Sie genaue Anweisungen, zum Beispiel, ob die Haut am Vortag gecremt werden darf. Folgen Sie diesen Hinweisen, damit das Ergebnis aussagekräftig ist.
Behandlung
Die Behandlung eines Ekzems hat zum Ziel, die Haut zu beruhigen, Entzündungen zu lindern und Schübe zu vermeiden. Grundlage ist eine regelmäßige, rückfettende Hautpflege. Zusätzlich können ärztlich verordnete Medikamente wie entzündungshemmende Cremes oder Salben eingesetzt werden. In schwereren Fällen gibt es auch eine Lichttherapie oder systemische Medikamente, die den Juckreiz und die Entzündung von innen beeinflussen. Die Wahl richtet sich nach dem Schweregrad und Ihren persönlichen Bedürfnissen. Die deutschen Behandlungsempfehlungen orientieren sich an der Leitlinie der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Vor bestimmten Verfahren wie Allergietests, Hautproben oder Lichttherapie werden Sie individuell informiert, was Sie beachten müssen – etwa, ob Sie bestimmte Cremes vorher vermeiden sollen.
Selbsthilfe zu Hause
- Haut täglich – mindestens zweimal – mit einer rückfettenden Creme oder Salbe eincremen
- Lauwarm statt heiß duschen und nicht zu lange baden
- Milde, parfümfreie Waschlotionen verwenden
- Kratzen vermeiden: Fingernägel kurz schneiden, bei Kindern Baumwollhandschuhe anziehen
- Bei Hausarbeit oder Umgang mit Reizstoffen Handschuhe tragen
- Wenn ein Hauttest oder eine Behandlung geplant ist, fragen Sie vorher, ob Sie am Untersuchungstag cremen dürfen
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene ärztliche Behandlungen, die Entzündung und Juckreiz lindern können. Meist werden zuerst Cremes oder Salben eingesetzt. Bei stärkeren Schüben kann eine Lichttherapie helfen, bei der die Haut kontrolliert mit bestimmten Wellenlängen bestrahlt wird. In schweren Fällen können auch Medikamente verordnet werden, die das Immunsystem regulieren oder den Juckreiz reduzieren. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist beim Ekzem in der Regel nicht nötig. Nur bei sehr seltenen Komplikationen oder wenn eine Hautprobe entnommen werden muss, kann ein kleiner Eingriff erfolgen. Auch dabei wird die Haut vorher gründlich desinfiziert und örtlich betäubt.
Leben mit der Erkrankung
Ein Ekzem begleitet Sie oft über längere Zeit. Eine regelmäßige Hautpflege ist die wichtigste Grundlage. Planen Sie morgens und abends ein paar Minuten ein, um die Haut einzucremen. Am besten geht das gleich nach dem Waschen, wenn die Haut noch leicht feucht ist. Auch wenn die Haut gerade keine Entzündung zeigt, sollte die Pflege weiterlaufen, um die Hautbarriere zu stärken.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie weiche Kleidung aus Baumwolle und meiden Sie kratzige Stoffe wie Wolle direkt auf der Haut
- Halten Sie die Raumluft nicht zu trocken – ein Luftbefeuchter kann helfen
- Nutzen Sie beim Putzen, Abwaschen oder Arbeiten mit Lösungsmitteln gute Schutzhandschuhe
- Suchen Sie Sportarten, die die Haut nicht stark reizen – duschen Sie danach lauwarm und cremen Sie sich ein
- Versuchen Sie, Stress regelmäßig abzubauen, zum Beispiel durch Spaziergänge, Atemübungen oder Hobbys
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten unterstützt die Haut von innen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein bestimmtes Lebensmittel Schübe auslöst, beobachten Sie das über einige Wochen. Lassen Sie sich aber erst von einer Ärztin oder einem Arzt bestätigen, bevor Sie Lebensmittel weglassen. Bewegung ist grundsätzlich gut – achten Sie nur darauf, die Haut danach sanft zu pflegen und nicht zu stark zu schwitzen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständiger Juckreiz und sichtbare Hautveränderungen können belasten. Viele Menschen fühlen sich unsicher oder schämen sich. Das ist verständlich. Suchen Sie sich Unterstützung – bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bei Selbsthilfegruppen oder bei einer psychologischen Beratung, wenn die Hautbelastung zu Stimmungstiefs führt. Es gibt Wege, den Alltag besser zu bewältigen.
Vorbeugung
Ein Ekzem kann nicht immer verhindert werden, weil die Veranlagung eine Rolle spielt. Aber die Häufigkeit und Stärke der Schübe lassen sich oft deutlich reduzieren. Wichtig sind eine konsequente Hautpflege, das Meiden persönlicher Auslöser und ein guter Umgang mit Stress. Auch beim Umgang mit Reizstoffen können Schutzhandschuhe viel bewirken.
Impfungen
Die Standardimpfungen sind bei Ekzem in der Regel unbedenklich. Wenn die Haut gerade stark entzündet oder infiziert ist, besprechen Sie den Zeitpunkt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennungsuntersuchung für Ekzeme. Wer bereits ein Ekzem hatte, sollte seine Haut regelmäßig beobachten und bei Veränderungen oder neuen Hautstellen zur ärztlichen Kontrolle gehen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautinfektionen durch Bakterien – die Haut ist offen und empfindlich
- Chronischer Juckreiz kann den Schlaf dauerhaft stören und die Lebensqualität einschränken
- Durch ständiges Kratzen können Vernarbungen oder helle und dunkle Verfärbungen auf der Haut entstehen
- Bei längerer Entzündung kann sich die Haut verdicken und ledrig werden
Langzeitprognose
Ein Ekzem ist zwar meist eine Begleitung über längere Zeit, aber es gibt viele wirksame Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern. Bei vielen Kindern verschwindet das Ekzem bis zum Schulalter. Erwachsene können mit der richtigen Pflege oft über längere Zeit beschwerdefrei sein. Die Hautmedizin entwickelt sich ständig weiter – auch schwere Formen lassen sich heute gut behandeln. Sie können mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gemeinsam einen Plan finden, der zu Ihnen passt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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