Endometriose: Vorbereitung auf einen Eingriff gegen die Schmerzen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Endometriose ist eine gutartige, aber oft sehr schmerzhafte Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst – zum Beispiel an Eierstöcken, Eileitern oder im Bauchraum. Dieses Gewebe reagiert auf den Monatszyklus und kann Entzündungen, Narben und starke Schmerzen verursachen.
Wichtige Fakten
- Endometriose betrifft Menschen mit Gebärmutter, meist im gebärfähigen Alter.
- Die Schmerzen sind oft viel stärker als normale Regelschmerzen.
- Mit einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung lassen sich die Beschwerden meist gut lindern.
Ja, Endometriose ist eine der häufigsten Frauenkrankheiten. Schätzungsweise ist jede zehnte Person mit Gebärmutter betroffen.
Sie tritt vor allem bei Menschen zwischen 20 und 40 Jahren auf, kann aber auch bei Jugendlichen beginnen. Nach den Wechseljahren können ebenfalls noch Beschwerden bestehen.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Bauchschmerzen, die auch in Ruhe nicht besser werden
- Hohes Fieber zusammen mit Bauchschmerzen
- Starke vaginale Blutungen, die nicht aufhören
- Ohnmachtsgefühl oder Kreislaufzusammenbruch
- ⚠Schmerzen, die sich deutlich verschlimmern und den Alltag unmöglich machen
- ⚠Neue oder ungewöhnliche Blutungen
- ⚠Fieber, Schüttelfrost oder Übelkeit
- ⚠Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen
Häufige Symptome
- Starke Regelschmerzen, die schon vor der Periode beginnen
- Schmerzen im Unterbauch, im Rücken oder im Becken
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen, besonders während der Periode
- Sehr starke oder unregelmäßige Blutungen
- Müdigkeit und Erschöpfung
Symptome bei Kindern
- Bei Jugendlichen beginnen die Schmerzen oft schon mit der ersten Periode
- Schmerzen im Bauch oder Rücken können auch außerhalb der Periode auftreten
- Wegen starker Schmerzen bleiben manche Jugendliche der Schule fern
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren lassen die Schmerzen oft nach, können aber weiterbestehen
- Manche haben Beschwerden beim Stuhlgang oder Probleme mit der Blase
- Auch ältere Menschen können Endometriose haben und sollten sich behandeln lassen
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist bislang nicht vollständig geklärt.
- Eine Theorie ist, dass Menstruationsblut in den Bauchraum zurückfließt und sich dort Zellen absetzen.
- Auch das Immunsystem und erbliche Faktoren spielen vermutlich eine Rolle.
- Hormone und entzündliche Botenstoffe verstärken die Beschwerden.
Risikofaktoren
- Die erste Periode beginnt sehr früh
- Sehr kurze oder sehr lange Menstruationszyklen
- Starke oder häufige Blutungen
- Endometriose in der Familie
- Eine schmale Beckenform oder andere anatomische Besonderheiten, die den Rückfluss begünstigen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Schmerzen immer stärker werden und Sie kaum noch aufstehen können
- Wenn Sie Fieber, starke Blutungen oder plötzlich auftretende neue Schmerzen haben
- Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich eine Zyste gedreht hat oder geplatzt ist
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig starke Regelschmerzen haben, die Ihren Alltag einschränken
- Wenn Sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Stuhlgang haben
- Wenn Sie sich Sorgen wegen möglicher Endometriose machen, auch ohne sichere Symptome
Diagnose
Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Die Ärztin oder der Arzt tastet Bauch und Scheide ab. Oft hilft eine Ultraschalluntersuchung. In manchen Fällen bringt erst eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) Gewissheit, bei der das Gewebe direkt angesehen und oft auch gleich entfernt wird.
Mögliche Untersuchungen
- Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihre Krankengeschichte
- Tastuntersuchung von Bauch und Scheide
- Ultraschall über die Scheide oder den Bauch
- Magnetresonanztomographie (MRT) in besonderen Fällen
- Bauchspiegelung (Laparoskopie) zur genauen Diagnose und Behandlung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist nicht schmerzhaft, manchmal etwas unangenehm. Lassen Sie sich alles genau erklären und stellen Sie Fragen. Wenn eine Bauchspiegelung geplant ist, besprechen Sie vorher alle Schritte: wann Sie nüchtern sein müssen, welche Medikamente Sie absetzen sollen und wie die Nachsorge aussieht.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, wie stark die Beschwerden sind, ob Sie einen Kinderwunsch haben und was Sie selbst möchten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die oft auch kombiniert werden. Ihr Behandlungsteam erstellt gemeinsam mit Ihnen einen Plan.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärme anwenden, zum Beispiel eine Wärmflasche oder ein warmes Bad
- Entspannungsübungen oder sanfte Bewegung, zum Beispiel Yoga oder Spazierengehen
- Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau
- Achten Sie auf Signale Ihres Körpers und planen Sie an schmerzhaften Tagen Ruhepausen ein
Medizinische Behandlungen
Es gibt hormonelle Behandlungen, die das Wachstum der Endometriose-Gewebes hemmen, sowie schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente. Auch Hormonspiralen oder Gestagenpräparate werden eingesetzt. Diese Mittel sollen Sie nur nach ärztlicher Verordnung anwenden – besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, welche Option zu Ihnen passt und welche Vor- und Nachteile sie hat.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder andere Behandlungen nicht ausreichen, kann eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) empfohlen werden. Dabei entfernt die Chirurgin oder der Chirurg die Endometriose-Herde. Das kann die Schmerzen deutlich lindern und die Fruchtbarkeit verbessern. Zur Vorbereitung gehören: ein ausführliches Vorgespräch, eine Blutuntersuchung, das Absetzen bestimmter Medikamente und die Planung der ersten Tage nach dem Eingriff. Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam genau erklären, was nötig ist.
Leben mit der Erkrankung
Endometriose kann den Alltag belasten, besonders während der Periode. Planen Sie an schmerzhaften Tagen nicht zu viel ein. Gönnen Sie sich Pausen und hören Sie auf Ihren Körper. Eine gute Tagesstruktur mit ausreichend Schlaf hilft, Kräfte zu sammeln.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, die Ihnen Freude macht, zum Beispiel Schwimmen, Radfahren oder Gehen
- Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung oder Atemübungen
- Wärmeanwendungen wie Bäder oder Kirschkernkissen
- Austausch mit anderen Betroffenen, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen
- Eine schmerzfreundliche Umgebung schaffen, etwa mit bequemen Kleidungsstücken
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann das Wohlbefinden unterstützen. Manche Menschen berichten, dass sie weniger Zucker und Weißmehl besser vertragen. Bei Bewegung gilt: sanfter Sport ist meist gut, überanstrengen Sie sich nicht. Ihr Körpergefühl ist Ihr bester Ratgeber.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schmerzen, wiederholte Arztbesuche und vielleicht auch ein unerfüllter Kinderwunsch können psychisch sehr belastend sein. Es ist völlig verständlich, wenn Sie sich ängstlich oder traurig fühlen. Suchen Sie sich Unterstützung – zum Beispiel bei einer psychologischen Beratung. Auch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt können Sie über diese Belastung sprechen.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Aber eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung können verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet und die Schmerzen chronisch werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen, die den Alltag stark einschränken
- Verwachsungen und Narben im Bauchraum
- Vergrößerte Zysten an den Eierstöcken (Endometriome)
- Mögliche Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und guten Unterstützungssystemen können die meisten Menschen mit Endometriose gut leben. Es gibt viele Therapiemöglichkeiten, die Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern. Auch nach einer Operation gibt es Wege, die Krankheit langfristig zu managen. Sie haben gute Chancen, ein erfülltes Leben zu führen – auch mit dieser Diagnose.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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