Tipps für den Tag Ihrer Lungenuntersuchung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Dieser Artikel gibt Ihnen praktische Tipps, wie Sie sich am Tag einer Lungenuntersuchung (zum Beispiel einer Bronchoskopie oder Lungenfeinnadelpunktion) vorbereiten und verhalten sollten. So können Sie die Untersuchung möglichst entspannt und sicher erleben.
Wichtige Fakten
- Befolgen Sie immer die genauen Anweisungen Ihres Behandlungsteams – sie sind auf Sie persönlich abgestimmt.
- Bei vielen Lungenuntersuchungen müssen Sie vorher nüchtern sein (nichts essen oder trinken).
- Planen Sie eine Begleitperson für die Heimfahrt ein, wenn eine Beruhigung oder Betäubung vorgesehen ist.
- Fragen Sie vorab, ob Sie Ihre gewohnten Medikamente einnehmen dürfen – besonders Blutverdünner.
Lungenuntersuchungen werden relativ häufig durchgeführt. Jedes Jahr erhalten in Deutschland viele tausend Menschen eine solche Untersuchung – zur Abklärung von Knoten, Infektionen oder anderen Lungenproblemen.
Betroffen sind vor allem Menschen, bei denen der Arzt oder die Ärztin eine Lungenveränderung festgestellt hat – zum Beispiel durch eine Röntgenaufnahme, CT oder anhaltende Symptome. Auch zur Krebsvorsorge oder zur Entnahme von Gewebeproben kann eine solche Untersuchung nötig sein.
Symptome
- Starke oder zunehmende Atemnot
- Bluthusten in großen Mengen (mehr als ein Esslöffel)
- Brustschmerz, der in den Arm oder Kiefer ausstrahlt
- Plötzliche Bewusstlosigkeit oder Kreislaufstillstand
- ⚠Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen nach dem Eingriff
- ⚠Fieber über 38,5 °C
- ⚠Starke Schmerzen an der Einstichstelle
- ⚠Bluterguss oder Schwellung, die sich vergrößert
Häufige Symptome
- Mögliche leichte Beschwerden nach der Untersuchung: Husten, leichte Halsschmerzen oder ein Gefühl von Druck im Brustkorb.
- Bei einer Bronchoskopie kann etwas blutiger Auswurf auftreten – das ist meist normal und klingt von alleine ab.
Symptome bei Kindern
- Kinder können nach der Untersuchung unruhig oder weinerlich sein.
- Manchmal treten vorübergehende Schluckbeschwerden auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen brauchen oft etwas länger, um sich von einer Betäubung zu erholen.
- Verwirrtheit oder Schwindel können kurzzeitig vorkommen.
Ursachen
Hauptursachen
- Abklärung von auffälligen Lungenbefunden im Röntgen oder CT
- Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) bei Verdacht auf Krebs oder Entzündungen
- Entfernung von Fremdkörpern oder Sekret aus den Atemwegen
- Behandlung von Blutungen oder Verengungen in den Bronchien
Risikofaktoren
- Rauchen und COPD erhöhen das Risiko für Lungenveränderungen, die eine Untersuchung nötig machen.
- Eine geschwächte Immunabwehr (z. B. nach Transplantation) kann Infektionen begünstigen, die abgeklärt werden müssen.
- Blutverdünnende Medikamente müssen vor der Untersuchung besprochen werden.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sofort den Notruf 112 wählen bei schwerer Atemnot oder Bluthusten nach dem Eingriff.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Folgetermin, sobald Sie die Untersuchungsergebnisse erhalten haben.
- Suchen Sie Ihren Hausarzt auf, wenn leichte Beschwerden länger als zwei Tage anhalten.
Diagnose
Die Untersuchung selbst (z. B. Bronchoskopie) ist ein Diagnoseverfahren. Dabei schaut der Arzt mit einem dünnen, biegsamen Schlauch (Bronchoskop) in Ihre Atemwege. Es kann gleichzeitig auch eine Gewebeprobe entnommen werden.
Mögliche Untersuchungen
- Vor der Untersuchung: Blutuntersuchung, Lungenfunktionstest, manchmal ein CT.
- Während der Untersuchung: Gabe von Sauerstoff, Pulsoxymeter zur Messung der Sauerstoffsättigung.
- Nach der Untersuchung: Röntgen-Thorax, um Komplikationen wie einen Pneumothorax (Luft im Brustkorb) auszuschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie bekommen in der Regel eine örtliche Betäubung oder eine leichte Vollnarkose. Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Nach dem Eingriff werden Sie für etwa ein bis zwei Stunden überwacht. Sie dürfen erst wieder essen und trinken, wenn der Schluckreflex zurückgekehrt ist.
Behandlung
Bei einer Lungenuntersuchung geht es meist um die Diagnose. Manchmal kann der Arzt während der Untersuchung auch kleine Behandlungen durchführen, zum Beispiel Sekret absaugen, einen Stent einsetzen oder eine Blutung stillen. Die weitere Behandlung richtet sich nach dem Befund.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich am Tag des Eingriffs und am nächsten Tag.
- Trinken Sie ausreichend, sobald Sie wieder dürfen – das beruhigt den Hals.
- Vermeiden Sie Rauchen und schwere körperliche Arbeit für mindestens 24 Stunden.
- Nehmen Sie keine blutverdünnenden Medikamente, ohne vorher den Arzt zu fragen.
Medizinische Behandlungen
Falls eine Entzündung oder ein Tumor festgestellt wird, bespricht Ihr Arzt mit Ihnen die möglichen nächsten Schritte. Dazu können Antibiotika, Bestrahlung oder Operationen gehören – immer individuell auf Sie abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur nötig, wenn die Gewebeprobe einen bösartigen Tumor zeigt oder andere schwerwiegende Veränderungen vorliegen. Ihr Arzt wird das ausführlich mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Lungenuntersuchung können Sie in der Regel am nächsten Tag wieder Ihren normalen Aktivitäten nachgehen. Hören Sie auf Ihren Körper und gönnen Sie sich bei Bedarf Ruhe.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie verschriebene Medikamente (z. B. gegen Husten oder Schmerzen) genau nach Anweisung.
- Achten Sie auf Anzeichen einer Infektion: Fieber, vermehrter Auswurf, Atemnot.
- Halten Sie die Nachsorgetermine ein – besonders wenn eine Biopsie entnommen wurde.
Ernährung und Bewegung
Sie dürfen nach der Untersuchung normal essen und trinken, sobald der Schluckreflex zurück ist. Leichte Bewegung an der frischen Luft kann helfen, die Lungen zu schonen. Vermeiden Sie jedoch anstrengenden Sport für zwei bis drei Tage.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Es ist ganz normal, sich vor oder nach einer Lungenuntersuchung unsicher oder ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Ihre Sorgen. Bei starker Belastung kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Sie können das Risiko für Lungenprobleme senken, indem Sie nicht rauchen, sich gesund ernähren und regelmäßig bewegen. Aber eine Lungenuntersuchung selbst ist nicht vermeidbar, wenn der Arzt sie für notwendig hält – sie dient Ihrer Sicherheit.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen, besonders wenn Sie älter sind oder eine chronische Lungenerkrankung haben. Fragen Sie Ihren Hausarzt.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit hohem Risiko (z. B. langjährige Raucher) gibt es in Deutschland ein Lungenkrebs-Screening mit Niedrigdosis-CT. Ihr Arzt kann Sie beraten, ob das für Sie infrage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wird eine zugrundeliegende Erkrankung nicht erkannt, kann sie fortschreiten – zum Beispiel eine Lungenentzündung oder ein Tumor.
- Nach der Untersuchung kann selten ein Pneumothorax auftreten (Luft zwischen Lunge und Brustkorb), der behandelt werden muss.
Langzeitprognose
Die allermeisten Lungenuntersuchungen verlaufen ohne Probleme. Falls etwas auffällt, haben Sie heute viele gute Behandlungsmöglichkeiten. Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Bleiben Sie zuversichtlich und tauschen Sie sich mit Ihrem Arzt aus.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Lungenstiftung ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.