Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PMS steht für prämenstruelles Syndrom. Das sind körperliche und seelische Beschwerden, die in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auftreten, also einige Tage vor der Regelblutung. Mit Beginn der Blutung lassen die Beschwerden meist nach oder verschwinden ganz.
Wichtige Fakten
- PMS tritt bei vielen Frauen in der zweiten Zyklushälfte auf.
- Die Symptome sind von Frau zu Frau unterschiedlich und können leicht bis stark ausgeprägt sein.
- Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung und ausgewogener Ernährung kann die Beschwerden lindern.
Ja, PMS ist sehr häufig. Schätzungsweise drei von vier Frauen haben irgendwann in ihrem Leben damit zu tun.
PMS betrifft Frauen im gebärfähigen Alter – also etwa vom Teenageralter bis zu den Wechseljahren.
Symptome
- Wenn Sie plötzlich starke Brustschmerzen, Atemnot oder Lähmungserscheinungen bemerken, rufen Sie sofort die 112.
- Wenn Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe oder rufen Sie die 112.
- ⚠Wenn die Beschwerden so stark sind, dass Sie den Alltag nicht bewältigen können, wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
- ⚠Wenn Sie unter sehr starken Schmerzen leiden, die sich von Ihren üblichen Regelschmerzen unterscheiden.
Häufige Symptome
- Stimmungsschwankungen
- Gereiztheit
- Müdigkeit
- Brustspannen
- Kopfschmerzen
- Blähungen und Wassereinlagerungen
- Essgelüste (zum Beispiel auf Süßes)
Symptome bei Kindern
- PMS beginnt erst mit dem Einsetzen der Regelblutung. Mädchen in der Pubertät können ähnliche Beschwerden haben wie erwachsene Frauen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren tritt PMS nicht mehr auf, weil der Zyklus und die damit verbundenen Hormonschwankungen enden.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass die Schwankungen der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron in der zweiten Zyklushälfte eine wichtige Rolle spielen.
- Auch Botenstoffe im Gehirn (wie Serotonin) und bestimmte Nährstoffe sind möglicherweise an der Entstehung beteiligt.
Risikofaktoren
- Hoher Stress
- Zu wenig Bewegung
- Schlafmangel
- Ernährung mit viel Zucker, Salz und Koffein
- Rauchen
- Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Notfallsymptome wie starke Brustschmerzen oder Gedanken an Selbstverletzung auftreten, handeln Sie sofort und rufen Sie die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn PMS-Beschwerden regelmäßig über mehrere Zyklen auftreten und Ihre Lebensqualität beeinträchtigen, sollten Sie eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt aufsuchen.
Diagnose
Die Diagnose von PMS wird anhand Ihrer Symptome und dem zeitlichen Zusammenhang mit Ihrer Regelblutung gestellt. Einen einfachen Labortest, der PMS beweist, gibt es nicht.
Mögliche Untersuchungen
- Ein ausführliches Gespräch über Ihre Krankengeschichte und Ihre Beschwerden.
- Ein Symptomtagebuch, das Sie über mindestens zwei Monate führen.
- Gegebenenfalls Blutuntersuchungen, um andere Ursachen wie Schilddrüsenprobleme auszuschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie untersuchen und Fragen zu Ihrem Zyklus und Ihren Symptomen stellen. Es ist hilfreich, bereits ein ausgefülltes Symptomtagebuch mitzubringen. Die Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft.
Behandlung
PMS ist behandelbar. Das Ziel ist, die Beschwerden zu lindern und Ihre Lebensqualität zu verbessern. Oft reicht es schon, den Lebensstil anzupassen. Die Behandlung sollte sich an der aktuellen medizinischen Leitlinie der AWMF orientieren, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kennt.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich regelmäßig – das verbessert Stimmung und Wohlbefinden.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und feste Schlafenszeiten.
- Lernen Sie Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Yoga.
- Reduzieren Sie Salz, Koffein, Alkohol und Zucker – besonders in der Woche vor der Regel.
- Planen Sie in belastenden Tagen mehr Pausen ein.
Medizinische Behandlungen
Wenn die Selbsthilfe nicht ausreicht, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Dazu gehören zum Beispiel eine kognitive Verhaltenstherapie, pflanzliche Arzneimittel oder hormonelle Behandlungen. Welche Therapie für Sie geeignet ist, hängt von Art und Schwere der Beschwerden ab. Medikamente sollten immer nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei PMS nur in sehr schweren und seltenen Fällen ein Thema. Sie wird nur nach ausführlicher Beratung und im Rahmen der aktuellen medizinischen Leitlinien erwogen.
Leben mit der Erkrankung
PMS ist für viele Frauen ein Teil des Lebens. Indem Sie Ihren Zyklus kennenlernen und Ihre Beschwerden dokumentieren, können Sie besser planen und vorbeugen.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie einen gleichmäßigen Tagesrhythmus ein.
- Sprechen Sie offen mit Partner, Familie und Freundinnen und Freunden über Ihre Beschwerden.
- Nehmen Sie sich Zeit für Dinge, die Ihnen Freude machen.
- Vermeiden Sie zu viel Koffein und Zucker.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und gesunden Fetten kann helfen, den Körper zu unterstützen. Moderate Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen an den meisten Tagen der Woche wirkt sich ebenfalls positiv aus.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PMS kann die seelische Gesundheit beeinflussen. Es ist wichtig, diese Stimmungstiefs nicht als persönliche Schwäche zu sehen. Wenn Sie sich anhaltend niedergeschlagen fühlen oder Gedanken haben, sich etwas anzutun, suchen Sie sofort ein Gespräch mit einer Fachperson oder rufen Sie die 112.
Vorbeugung
PMS kann nicht immer verhindert werden, aber ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung und Stressabbau kann das Auftreten und die Stärke der Beschwerden verringern.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen PMS.
Früherkennungsprogramme
Für PMS gibt es kein spezielles Früherkennungsprogramm. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt oder bei der Frauenärztin sind dennoch empfehlenswert.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Lebensqualität kann erheblich eingeschränkt sein.
- Schlafprobleme und Erschöpfung können zunehmen.
- Stimmungsschwankungen können das Familien- und Arbeitsleben belasten.
Langzeitprognose
Mit einer guten Betreuung und den passenden Strategien können die meisten Frauen PMS gut bewältigen. Auch wenn PMS nicht immer vollständig verschwindet, lassen sich die Beschwerden meist deutlich lindern. Seien Sie geduldig mit sich selbst und suchen Sie sich die Unterstützung, die Sie brauchen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.