Schuppenflechte: Nachsorge zu Hause
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) handelt es sich um eine häufige, nicht ansteckende Hauterkrankung. Die Haut erneuert sich zu schnell, wodurch sich silbrig glänzende Schuppen und rote, entzündete Stellen bilden. Die Nachsorge zu Hause bedeutet, die Haut regelmäßig zu pflegen, Auslöser zu meiden und ärztliche Behandlungen konsequent zu unterstützen.
Wichtige Fakten
- Schuppenflechte ist nicht ansteckend.
- Die Erkrankung verläuft in Schüben – es gibt bessere und schlechtere Phasen.
- Mit passender Pflege und ärztlicher Behandlung lässt sich die Haut gut unterstützen.
Ja, Schuppenflechte ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. In Deutschland sind schätzungsweise etwa zwei Millionen Menschen betroffen.
Schuppenflechte kann in jedem Alter auftreten, häufig beginnt sie zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr oder bei älteren Erwachsenen. Männer und Frauen sind ähnlich häufig betroffen.
Symptome
- Wenn sich innerhalb kurzer Zeit fast die gesamte Haut rot verfärbt, großflächig schuppt oder Blasen bildet und zusätzlich Fieber, Schüttelfrost oder starkes Krankheitsgefühl auftreten – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Wenn sich ein Hautbereich plötzlich stark ausbreitet, sehr schmerzhaft ist oder Zeichen einer Infektion zeigt (zum Beispiel Eiter, Überwärmung, Fieber) – werden Sie noch am selben Tag ärztlich vorstellig.
Häufige Symptome
- Rote, scharf abgegrenzte Hautstellen mit silbrigen Schuppen
- Schuppen an Ellbogen, Knien, Kopfhaut, Oberarmen und Unterschenkeln
- Juckreiz und Spannungsgefühl auf der Haut
- Trockene, rissige Haut, manchmal mit kleinen Blutpunkten beim Abschuppen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigt sich die Schuppenflechte oft im Gesicht, auf der Kopfhaut oder in der Windelregion.
- Die Hautflecken können feiner und weniger silbrig sein als bei Erwachsenen.
- Schübe treten häufig nach Infekten wie Erkältungen oder Scharlach auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Hautstellen oft langjährig vorhanden und die Haut dünner und trockener.
- Stoffwechsel- oder andere Erkrankungen können die Schuppenflechte beeinflussen.
- Die Hautpflege muss besonders schonend sein, um Verletzungen zu vermeiden.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt.
- Das Immunsystem greift fälschlicherweise körpereigene Hautzellen an.
- Eine erbliche Veranlagung spielt eine wesentliche Rolle.
Risikofaktoren
- Stress und seelische Belastung
- Hautverletzungen, zum Beispiel Kratzer, Schnitte oder Sonnenbrand
- Infekte, besonders wiederkehrende Mandelentzündungen
- Bestimmte Medikamente – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher massiver Ausbreitung der Hautveränderungen
- Bei starken Schmerzen oder nässenden, infiziert wirkenden Hautstellen
- Bei Gelenkbeschwerden – etwa geschwollene, schmerzende Gelenke – könnten diese auf eine Begleiterkrankung hinweisen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden trotz guter Hautpflege und der empfohlenen Behandlung nicht besser werden
- Wenn Sie Fragen zur Behandlung oder zu möglichen Auslösern haben
- Zur regelmäßigen Nachkontrolle einmal pro Jahr oder wie vereinbart
Diagnose
Die Diagnose wird meist durch die typische Hauterscheinung gestellt. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt schaut sich die Haut genau an, fragt nach Beschwerden, Familienanamnese und möglichen Auslösern.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliche Hautuntersuchung
- Bei unklarem Befund: Entnahme einer kleinen Hautprobe (Biopsie) und Untersuchung im Labor
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten. Falls eine Hautprobe entnommen wird, bekommen Sie eine örtliche Betäubung und danach eine kleine Wunde, die schnell verheilt.
Behandlung
Die Behandlung der Schuppenflechte ist individuell. Sie kombiniert regelmäßige Hautpflege mit ärztlich verordneten Therapien. Ziel ist es, die Haut zu beruhigen, Entzündungen zu reduzieren und die Erneuerung der Haut zu normalisieren.
Selbsthilfe zu Hause
- Jeden Tag eine reichhaltige, duftstofffreie Creme oder Salbe auf die betroffenen und trockenen Hautstellen auftragen
- Lauwarm duschen oder baden – nicht zu heiß, nicht zu lange
- Die Haut nach dem Waschen vorsichtig abtupfen, nicht rubbeln
- Nicht kratzen – bei Juckreiz lieber kühlen oder die Creme häufiger auftragen
- Milde, seifenfreie Reinigungsprodukte ohne Alkohol verwenden
- Bei Kopfhautbeteiligung spezielle Pflegeprodukte für die Kopfhaut nutzen
Medizinische Behandlungen
Die medizinische Behandlung kann äußerlich mit entzündungshemmenden Salben, Cremes oder Lösungen erfolgen. Bei mittelschweren bis schweren Verläufen kann eine Lichttherapie unter ärztlicher Aufsicht helfen. In ausgeprägten Fällen gibt es systemische Therapien als Tabletten oder Spritzen, die in das Immunsystem eingreifen. Welche Behandlungsform für Sie geeignet ist, bespricht Ihre Hautärztin oder Ihr Hautarzt – bitte nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Schuppenflechte nicht erforderlich. Sie spielt nur dann eine Rolle, wenn andere Erkrankungen, etwa Gelenkveränderungen, chirurgisch behandelt werden müssten – das ist die Ausnahme.
Leben mit der Erkrankung
Gestalten Sie die Hautpflege als festen Bestandteil Ihres Alltags. Tragen Sie weiche Kleidung aus Baumwolle, vermeiden Sie kratzige Materialien und schützen Sie die Haut vor Verletzungen. Planen Sie Zeit für Entspannung ein, Bewegung an der frischen Luft tut gut.
Tipps für den Alltag
- Stress reduzieren – zum Beispiel durch Yoga, Atemübungen oder Spaziergänge
- Ausreichend schlafen und auf einen regelmäßigen Tagesrhythmus achten
- Auf das Rauchen verzichten und Alkohol nur in Maßen genießen
- Sonne in Maßen – abends oder morgens kurze Sonnenbäder können helfen, aber nie bis zum Sonnenbrand
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch oder Leinöl kann das Hautbild unterstützen. Regelmäßige Bewegung fördert das Wohlbefinden und hilft beim Stressabbau. Nach dem Sport sollten Sie duschen und die Haut eincremen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schuppenflechte kann das Selbstwertgefühl belasten, besonders wenn die Hautveränderungen sichtbar sind. Es ist völlig normal, sich manchmal unsicher oder niedergeschlagen zu fühlen. Suchen Sie sich bei anhaltender Belastung Unterstützung – zum Beispiel bei Ihrer Hautärztin oder über psychologische Beratung.
Vorbeugung
Eine Schuppenflechte lässt sich nicht sicher verhindern, da die erbliche Veranlagung eine zentrale Rolle spielt. Sie können jedoch Schübe abmildern, indem Sie Ihre persönlichen Auslöser kennen und meiden – also Stress, bestimmte Infekte, Hautverletzungen oder übermäßigen Alkoholkonsum.
Impfungen
Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt über Ihren Impfstatus. Bei bestimmten immunwirksamen Behandlungen werden die Impfungen individuell geplant.
Früherkennungsprogramme
Eine regelmäßige Kontrolle bei Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt ist sinnvoll, insbesondere wenn sich das Hautbild verändert oder neue Beschwerden auftreten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei bis zu 30 Prozent der Menschen kann sich eine Entzündung der Gelenke entwickeln (sogenannte Psoriasis-Arthritis).
- Starke Schuppenbildung und rissige Haut können zu Schmerzen und Infektionen führen.
- Die seelische Belastung kann zunehmen und zu sozialem Rückzug führen.
Langzeitprognose
Mit einer guten Hautpflege und ärztlicher Behandlung lässt sich die Schuppenflechte heute meist gut lindern. Viele Menschen mit Schuppenflechte führen ein aktives, normales Leben. Es ist wichtig, geduldig zu sein und die für Sie passende Therapie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu finden.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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