Fragen, die Sie vor einer Ekzem-Behandlung stellen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Ekzem ist eine entzündliche Hauterkrankung. Die Haut ist gerötet, trocken, juckt und kann schuppen. Manche Ekzeme nässen auch. Die häufigste Form ist das atopische Ekzem, auch Neurodermitis genannt.
Wichtige Fakten
- Ein Ekzem ist nicht ansteckend.
- Die Hautbarriere ist bei einem Ekzem oft geschwächt.
- Ein Ekzem verläuft meist in Schüben – mal ist die Haut besser, mal schlechter.
- Mit guter Pflege und passender Behandlung lassen sich die Beschwerden meist gut lindern.
Ja, Ekzeme sind sehr häufig. In Deutschland entwickelt etwa jedes fünfte Kind zeitweise ein atopisches Ekzem. Auch Erwachsene sind betroffen.
Ekzeme können in jedem Alter auftreten. Oft beginnen sie im Säuglings- oder Kleinkindalter. Manche Menschen haben ein Leben lang damit zu tun, andere nur in bestimmten Lebensphasen.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder Anschwellen von Gesicht, Lippen oder Zunge – das kann ein Zeichen einer schweren allergischen Reaktion sein
- Sehr hohes Fieber mit großflächiger, schmerzhafter Hautrötung
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufzusammenbruch
- ⚠Zeichen einer Hautinfektion: Eiter, nässende Stellen, gelbe Krusten oder zunehmender Schmerz
- ⚠Eine Rötung, die sich über das Ekzem hinaus ausbreitet
- ⚠Starker Juckreiz, der den Alltag oder den Schlaf stark beeinträchtigt
- ⚠Plötzliche Verschlechterung ohne erkennbaren Grund
Häufige Symptome
- Juckreiz, der oft sehr stark sein kann
- Rötung und Schuppung der Haut
- Trockene, rissige Hautstellen
- Bei stärkeren Schüben: kleine Bläschen oder nässende Stellen
Symptome bei Kindern
- Bei Säuglingen häufig an Wangen, am Kopf und an den Außenseiten von Armen und Beinen
- Bei älteren Kindern meist in Ellenbeugen und Kniekehlen
- Schlafprobleme, weil der Juckreiz nachts schlimmer wird
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Sehr trockene Haut, die dünner wirkt
- Betroffen sind oft Schienbeine, Handgelenke oder der Hals
- Der Juckreiz kann besonders nachts belastend sein
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Störung der Hautbarriere: Die Haut verliert zu viel Feuchtigkeit und lässt Reizstoffe leichter eindringen.
- Eine Überreaktion des Immunsystems auf harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaub oder bestimmte Pflegeprodukte.
- Vererbung: Wenn in der Familie Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen vorkommen, ist das Risiko erhöht.
Risikofaktoren
- Familienmitglieder mit Ekzemen, Asthma oder Heuschnupfen
- Stress und seelische Belastung
- Trockene Luft, kalte Witterung oder starkes Schwitzen
- Reizende Stoffe wie Wolle, raue Fasern, aggressive Seifen oder Parfüm
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn sich das Ekzem plötzlich stark verschlechtert und Fieber oder Schüttelfrost dazukommt
- Wenn sich eine große, schmerzhafte, nässende Stelle bildet
- Wenn Sie starke Schmerzen in der betroffenen Hautregion haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Hautausschlag länger als eine Woche nicht besser wird
- Wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich wirklich um ein Ekzem handelt
- Wenn der Juckreiz Schlaf oder Alltag erheblich stört
- Bevor Sie selbst eine neue Behandlung beginnen – fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die Haut genau an und fragt nach den Symptomen, der Krankengeschichte, Allergien und möglichen Auslösern. Meist reicht das für eine Diagnose.
Mögliche Untersuchungen
- Allergietest: Er zeigt, ob man auf bestimmte Allergene empfindlich reagiert.
- Blutuntersuchung: Sie kann Hinweise auf eine allergische Veranlagung geben.
- Hautprobe (Biopsie): Nur in seltenen Fällen notwendig, um andere Hautkrankheiten auszuschließen.
- Pflastertest: Wenn der Verdacht auf eine Kontaktallergie besteht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Nehmen Sie sich Zeit für den Termin. Bringen Sie eine Liste mit Fragen mit, zum Beispiel: „Was kann ich selbst gegen den Juckreiz tun?“, „Wie oft sollte ich Pflegeprodukte anwenden?“ und „Woran merke ich, dass die Behandlung hilft?“ So vergessen Sie nichts Wichtiges.
Behandlung
Die Behandlung eines Ekzems hat drei Ziele: die Haut zu beruhigen, den Juckreiz zu lindern und neue Schübe zu verhindern. Dazu gehören regelmäßige Hautpflege, das Meiden von Auslösern und bei Bedarf ärztliche Behandlungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Cremen Sie die Haut täglich ein, auch wenn sie gerade nicht juckt – am besten direkt nach dem Duschen.
- Duschen Sie lieber als zu baden, mit lauwarmem Wasser und milden, parfümfreien Produkten.
- Tragen Sie weiche, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle. Vermeiden Sie raue Stoffe wie Wolle direkt auf der Haut.
- Halten Sie Ihre Fingernägel kurz, damit Kratzen die Haut nicht verletzt.
- Vermeiden Sie Stress, zum Beispiel durch Entspannungsübungen, Spaziergänge oder Atemtechniken.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann entzündungshemmende Cremes oder Salben verschreiben, die Sie für eine bestimmte Zeit anwenden. In schwereren Fällen kommen auch Lichttherapie oder andere Behandlungen infrage. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, hängt von der Form und dem Verlauf des Ekzems ab. Wenden Sie niemals Arzneimittel ohne ärztlichen Rat an.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einem Ekzem nur in sehr seltenen Fällen nötig – zum Beispiel, wenn sich darunter eine eitrige Entzündung bildet, die anders nicht abheilt. Im Vordergrund stehen immer Hautpflege und medizinische Behandlung.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie die Hautpflege fest in Ihren Tagesablauf ein – zum Beispiel morgens und abends. So bleibt die Haut geschmeidig und Schübe lassen sich oft abmildern.
Tipps für den Alltag
- Nutzen Sie parfümfreie Wasch- und Pflegeprodukte.
- Schützen Sie die Haut vor Kälte, Wind und starker Sonne.
- Achten Sie auf genug Schlaf und Auszeiten – Stress wirkt sich oft auf die Haut aus.
- Lüften Sie Räume regelmäßig, damit die Luft nicht zu trocken ist.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine allgemeingültige Diät gegen Ekzeme. Nur wenn Sie merken, dass bestimmte Lebensmittel die Haut verschlimmern, sollten Sie das mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Ernährungsfachperson besprechen. Sport ist erlaubt und sinnvoll. Duschen Sie nach dem Sport lauwarm, nicht heiß, und cremen Sie sich danach ein.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein sichtbares Ekzem oder ständiger Juckreiz kann das Selbstbewusstsein belasten. Das ist verständlich. Wenn Sie sich über längere Zeit niedergeschlagen oder erschöpft fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch psychologische Unterstützung kann helfen.
Vorbeugung
Ein Ekzem lässt sich nicht sicher verhindern. Aber Sie können das Risiko von Schüben verringern: durch regelmäßige Hautpflege, das Meiden bekannter Auslöser und eine gute Stressbewältigung.
Impfungen
Es gibt derzeit keinen Impfstoff, der vor einem Ekzem schützt.
Früherkennungsprogramme
Eine allgemeine Früherkennung für Ekzeme ist nicht nötig. Suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn die Haut auffällig trocken, gerötet oder juckend ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautinfektionen durch Bakterien, wenn die Haut durch Kratzen verletzt wird
- Schlafmangel und damit verbundene Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
- Psychische Belastung durch sichtbare Hautveränderungen oder quälenden Juckreiz
Langzeitprognose
Mit einer guten Pflege und der richtigen Behandlung sind Ekzeme in den meisten Fällen gut in den Griff zu bekommen. Viele Kinder wachsen aus dem Ekzem heraus. Auch bei Erwachsenen lässt sich mit einer angepassten Behandlung meist eine deutliche Besserung erreichen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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