Fragen, die Sie vor einer Beckenuntersuchung stellen sollten
Übersicht
Eine Beckenuntersuchung ist eine gynäkologische Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane. Die Ärztin oder der Arzt betrachtet dabei die Scheide, den Gebärmutterhals, die Gebärmutter und die Eierstöcke. Bevor Sie zur Untersuchung gehen, können Sie Fragen vorbereiten, um sich sicherer zu fühlen. Diese Seite hilft Ihnen dabei, die wichtigsten Fragen zu stellen.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.
- Sie können jederzeit um eine Unterbrechung bitten oder die Untersuchung abbrechen.
- Schreiben Sie Ihre Fragen vorher auf, dann vergessen Sie nichts.
- Es gibt keine dummen Fragen – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ist für Sie da.
Ja, die Beckenuntersuchung ist ein Standardverfahren in der Gynäkologie und wird bei vielen Frauen regelmäßig im Rahmen der Vorsorge durchgeführt.
Sie betrifft Frauen von der Jugend bis ins hohe Alter. Häufig wird sie ab dem ersten Geschlechtsverkehr oder spätestens ab 20 Jahren im Rahmen der Krebsvorsorge empfohlen.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Unterleib
- Starke vaginale Blutung, die nicht aufhört
- Ohnmachtsgefühl oder Schwindel mit Unterleibsschmerzen
- ⚠Schmerzen im Unterleib mit Fieber
- ⚠Eitriger oder übelriechender Ausfluss
- ⚠Schmerzen nach einer gynäkologischen Untersuchung, die länger anhalten
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Druckgefühl im Unterleib
- Ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide
- Blutungen außerhalb der Monatsblutung
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen wird eine Beckenuntersuchung nur dann durchgeführt, wenn es medizinisch dringend nötig ist, zum Beispiel bei anhaltenden Schmerzen oder auffälligen Blutungen. Dabei wird besonders schonend vorgegangen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Frauen kann die Untersuchung mit einem Abstrich zur Krebsvorsorge verbunden werden. Sie dient auch dazu, den Beckenboden zu beurteilen und eine Senkung oder Trockenheit der Scheide zu erkennen.
Ursachen
Hauptursachen
- Krebsvorsorge und Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
- Abklärung von Schmerzen, Blutungen oder Ausfluss
- Kinderwunsch oder Schwangerschaftskontrolle
- Beurteilung des Beckenbodens, zum Beispiel bei Senkungsbeschwerden
Risikofaktoren
- Rauchen und Übergewicht erhöhen das Risiko für bestimmte gynäkologische Erkrankungen.
- Eine familiäre Vorbelastung, etwa Brust- oder Eierstockkrebs, kann ein Grund für engmaschigere Untersuchungen sein.
- Früher Geschlechtsverkehr und wechselnde Partner können das Risiko für Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV) erhöhen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie noch am gleichen Tag ärztliche Hilfe, wenn Sie Fieber, starke Schmerzen oder eine starke Blutung haben.
- Bei plötzlichen, unerträglichen Schmerzen rufen Sie die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nehmen Sie die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahr, auch wenn Sie keine Beschwerden haben.
- Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie Fragen zu Ihrer gynäkologischen Gesundheit haben.
Diagnose
Die Beckenuntersuchung ist selbst ein Diagnoseverfahren. Zusätzlich können weitere Untersuchungen wie Ultraschall oder Laboruntersuchungen angeordnet werden, um eine genaue Beurteilung zu erhalten.
Mögliche Untersuchungen
- Ausrstrich (PAP-Abstrich) zur Krebsfrüherkennung
- Tastuntersuchung der Gebärmutter und Eierstöcke
- Ultraschalluntersuchung über die Scheide (vaginale Sonografie)
- Urinuntersuchung zum Ausschluss einer Harnwegsinfektion
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen während der Untersuchung auf einem speziellen Stuhl. Die Ärztin oder der Arzt führt ein Instrument (Spekulum) vorsichtig in die Scheide ein, um sie zu öffnen. Danach wird mit den Fingern die Gebärmutter von innen und über die Bauchdecke von außen abgetastet. Das kann sich etwas unangenehm anfühlen, sollte aber nicht wehtun. Sie können jederzeit sagen, wenn Sie Schmerzen haben.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund der Untersuchung. Bei einem unauffälligen Ergebnis ist keine weitere Behandlung nötig. Bei Auffälligkeiten bespricht die Ärztin oder der Arzt die nächsten Schritte mit Ihnen. Sie haben immer Zeit, über eine Behandlung nachzudenken und sich eine zweite Meinung einzuholen.
Selbsthilfe zu Hause
- Schreiben Sie Ihre Fragen vor dem Termin auf einen Zettel.
- Fragen Sie bei der Terminvergabe: Wie lange dauert die Untersuchung?
- Fragen Sie in der Praxis: Warum ist diese Untersuchung bei mir notwendig?
- Fragen Sie: Was werden Sie genau bei der Untersuchung tun?
- Fragen Sie: Wann bekomme ich die Ergebnisse?
- Fragen Sie: Gibt es etwas, das ich nach der Untersuchung beachten muss?
Medizinische Behandlungen
Wenn eine Infektion oder eine andere Erkrankung festgestellt wird, stehen verschiedene Behandlungen zur Verfügung. Dazu gehören je nach Ursache beispielsweise Medikamente als Zäpfchen, Cremes oder Tabletten. Auch Hormonpräparate können zum Einsatz kommen, wenn ein Mangel vorliegt. Über die genaue Behandlung und mögliche Nebenwirkungen werden Sie ausführlich informiert. Es werden keine spezifischen Medikamente genannt, da die Behandlung individuell ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen notwendig, zum Beispiel bei fortgeschrittener Gebärmuttersenkung, bei bösartigen Tumoren oder bei schweren Veränderungen des Gebärmutterhalses. Auch dann wird der Eingriff vorab besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Die Beckenuntersuchung ist eine kurze Untersuchung. Sie können anschließend sofort arbeiten oder Ihren Alltag aufnehmen. Leichte Schmierblutungen nach einem Abstrich sind möglich und normal.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, um Ihren Beckenboden zu stärken.
- Vermeiden Sie starkes Rauchen, da es das Risiko für gynäkologische Krebserkrankungen erhöht.
- Halten Sie ein gesundes Gewicht im Rahmen.
- Nehmen Sie von Ihren Vorsorgeterminen nicht ab.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst unterstützt das Immunsystem. Gezielte Beckenbodenübungen, zum Beispiel tägliches Training der Beckenbodenmuskulatur, können Senkungen vorbeugen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über geeignete Übungen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Viele Frauen fühlen sich bei einer gynäkologischen Untersuchung unwohl oder schämen sich. Das ist verständlich. Sie können die Untersuchung unterbrechen, wenn Sie möchten. Es geht um Ihre Gesundheit und Sie haben das Recht, Grenzen zu setzen.
Vorbeugung
Die Beckenuntersuchung selbst dient vor allem der Vorbeugung und Früherkennung. Gynäkologische Erkrankungen lassen sich nicht immer verhindern, aber regelmäßige Untersuchungen erhöhen die Chance, dass Veränderungen rechtzeitig entdeckt werden.
Impfungen
Gegen Humane Papillomviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs verursachen können, gibt es eine Impfung. Sie wird für Mädchen und Jungen in Deutschland empfohlen. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland haben Frauen ab 20 Jahren Anspruch auf die jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt. Ab 35 Jahren wird ein HPV-Test zusammen mit dem Pap-Test angeboten. Über die Empfehlungen informiert Ihre Frauenarztpraxis.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn bei einem Abstrich auffällige Zellen entdeckt werden und diese nicht behandelt werden, kann sich eine Krebserkrankung des Gebärmutterhalses entwickeln.
- Unbehandelte Scheideninfektionen können zu aufsteigenden Entzündungen der Eileiter oder Eierstöcke führen.
Langzeitprognose
Die meisten auffälligen Befunde sind gutartig oder bilden sich von selbst zurück. Bei frühzeitig erkannter Erkrankung sind die Behandlungsmöglichkeiten gut. Vertrauen Sie auf die medizinische Unterstützung und sprechen Sie offen über alle Fragen.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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