PMS: Die richtigen Fragen an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, umfasst körperliche und seelische Beschwerden, die bei manchen Frauen in den Tagen vor der Monatsblutung auftreten. Nach Beginn der Blutung lassen die Beschwerden meist nach oder verschwinden ganz.
Wichtige Fakten
- PMS ist eine anerkannte medizinische Diagnose.
- Die Beschwerden treten über mehrere Zyklen in regelmäßigem Zusammenhang mit der Blutung auf.
- Es gibt wirksame Maßnahmen – Sie müssen die Beschwerden nicht einfach nur aushalten.
- Ein Zyklus-Tagebuch hilft bei der Diagnose und bei der Wahl der passenden Behandlung.
Ja, PMS ist häufig. Etwa 70 bis 90 von 100 Frauen im gebärfähigen Alter haben leichte Beschwerden. Bei rund 20 von 100 sind sie so stark, dass sie den Alltag beeinträchtigen.
PMS kann alle Frauen und Mädchen treffen, die eine Monatsblutung haben. Am häufigsten sind Frauen zwischen 20 und 40 Jahren betroffen. Auch junge Mädchen und Frauen vor den Wechseljahren können PMS haben.
Symptome
- Starke Unterleibsschmerzen, die nicht weggehen
- Sehr starke Blutungen oder plötzlich einsetzende starke Schmerzen
- Ohnmacht oder Kreislaufkollaps
- Gedanken daran, sich selbst zu verletzen
- ⚠Beschwerden, die Sie im Alltag stark einschränken
- ⚠Fieber zusammen mit Unterleibsschmerzen
- ⚠Blutungen außerhalb des normalen Zyklus
Häufige Symptome
- Empfindliche oder gespannte Brüste
- Bauchschmerzen, Krämpfe oder Völlegefühl
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit
- Niedergeschlagenheit oder Weinerlichkeit
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Schlafstörungen
- Heißhunger auf Süßes oder Salziges
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von PMS ist nicht vollständig geklärt.
- Die Beschwerden entstehen wahrscheinlich durch das Zusammenspiel von Hormonschwankungen im Zyklus und Botenstoffen im Gehirn (zum Beispiel Serotonin).
- Auch erbliche Veranlagung, Stress, Schlafmangel und Ernährung spielen eine Rolle.
Risikofaktoren
- Stress im Alltag
- Rauchen
- Zu wenig Schlaf
- Übergewicht
- PMS oder stärkere Stimmungsschwankungen in der Familie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sehr starke Beschwerden, die Sie nicht in den Alltag kommen lassen
- Neue oder ungewöhnliche Schmerzen im Unterleib
- Auffällige Blutungen oder Blutungen nach den Wechseljahren
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie können Ihre Beschwerden bei Ihrem nächsten routinemäßigen Frauenarzttermin ansprechen.
- Sie möchten wissen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, auch wenn die Symptome noch erträglich sind.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird Sie ausführlich befragen und Ihnen zunächst ein Zyklus-Tagebuch erklären. Sie tragen dort über zwei Monate hinweg alle Beschwerden ein. So lässt sich erkennen, ob die Beschwerden wirklich immer in der Zeit vor der Blutung auftreten.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden
- Zyklus-Tagebuch über mindestens zwei Zyklen
- Körperliche Untersuchung, gegebenenfalls mit Ultraschall
- Bluttests, zum Beispiel Schilddrüsenwerte oder Blutbild, um andere Ursachen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Diagnose wird ausgeschlossen, dass andere Erkrankungen die Beschwerden verursachen. Sie können einen Fragebogen mitbringen, auf dem Sie notieren, wie stark Ihre Beschwerden sind. Das Gespräch ist vertraulich.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Stärke der Beschwerden und Ihren persönlichen Bedürfnissen. Ziel ist es, die Symptome zu lindern und den Alltag zu erleichtern. Oft werden Lebensstil-Tipps und medizinische Maßnahmen kombiniert.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Radfahren, Schwimmen oder Spazierengehen
- Entspannungsübungen wie Yoga oder progressive Muskelentspannung
- Wärme als Wärmflasche oder warmes Bad für den Bauch
- Ausreichend Schlaf und feste Schlafzeiten
- Stress abbauen, zum Beispiel durch Pausen und Achtsamkeit
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Behandlungswege, die Ärztin oder der Arzt wird mit Ihnen gemeinsam abwägen. Dazu gehören zum Beispiel pflanzliche Präparate, Schmerzmittel, hormonelle Verhütungsmittel oder eine Psychotherapie. Welche Option zu Ihnen passt, hängt von Ihren Beschwerden, Ihrer Gesundheit und Ihren Wünschen ab. Besprechen Sie immer mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei PMS nur in sehr schweren, seltenen Fällen ein Thema, nachdem alle anderen Behandlungen ausprobiert wurden. Die Entscheidung wird immer in einem ausführlichen Gespräch gemeinsam getroffen.
Leben mit der Erkrankung
Ein Zyklus-Tagebuch kann Ihnen helfen, Ihren Zyklus besser zu verstehen. So können Sie besondere Belastungen auf Zeiten legen, in denen es Ihnen gut geht. Planen Sie sich an kritischen Tagen bewusst kleine Auszeiten ein.
Tipps für den Alltag
- Sich Unterstützung holen, wenn die Stimmung schwankt
- Nicht zu viel von sich selbst verlangen
- Pausen einplanen und Hobbys pflegen
- Gespräche mit vertrauten Menschen suchen
Ernährung und Bewegung
Regelmäßige Bewegung in Ihrem Tempo – zum Beispiel Spazierengehen oder leichtes Krafttraining – kann Stimmung und Schlaf verbessern. Ernähren Sie sich abwechslungsreich mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten. Trinken Sie ausreichend Wasser.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PMS kann die Stimmung stark beeinflussen. Reizbarkeit, Traurigkeit oder Ängste sind echte Symptome. Es ist wichtig, das ernst zu nehmen und sich Hilfe zu holen. Wenn Sie Gedanken haben, sich etwas anzutun, rufen Sie sofort 112 an oder die Telefonseelsorge.
Vorbeugung
PMS lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Aber ein regelmäßiger Tagesablauf, guter Schlaf, Stressbewältigung und eine ausgewogene Ernährung können die Wahrscheinlichkeit und Stärke der Beschwerden verringern.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für PMS. Wichtig sind regelmäßige frauenärztliche Untersuchungen, bei denen auch andere Ursachen von Zyklusbeschwerden ausgeschlossen werden können.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starke Beschwerden können auf Dauer die Lebensqualität einschränken
- Depressive Verstimmungen können sich verstärken
- Im Beruf und in Partnerschaften kann es zu Konflikten kommen
Langzeitprognose
Mit einem offenen Gespräch und den richtigen Unterstützungsmöglichkeiten lassen sich PMS-Beschwerden bei den meisten Frauen deutlich lindern. Sie müssen sich damit nicht abfinden – Hilfe ist möglich und Sie sind nicht allein.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Frauenärzte im Netz – PMS ↗ · Deutschland
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.