Asthma auf einer Seite
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, bei der die Bronchien (die Röhren, die die Luft in die Lunge leiten) immer wieder entzündet und verengt sind. Das führt zu Husten, pfeifendem Atem (Giemen) und Kurzatmigkeit. Die Erkrankung betrifft meist beide Lungenflügel gleichermaßen. Wenn Atemprobleme nur auf einer Seite auftreten, kann das andere Ursachen haben, wie z. B. einen Fremdkörper oder eine Verengung eines Bronchus. Lassen Sie sich dann unbedingt ärztlich untersuchen.
Wichtige Fakten
- Asthma ist nicht heilbar, aber gut behandelbar – die meisten Menschen können ein normales Leben führen.
- Bei einem Asthmaanfall verengen sich die Atemwege plötzlich. Das kann lebensbedrohlich sein – rufen Sie bei schwerer Atemnot sofort 112.
- Auslöser wie Allergene, Infekte oder Anstrengung können die Beschwerden verschlimmern.
Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Etwa 8 bis 10 Prozent der Kinder und 5 bis 7 Prozent der Erwachsenen sind betroffen.
Asthma kann in jedem Alter auftreten. Bei Kindern beginnt es oft im Vorschulalter, bei Erwachsenen meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen.
Symptome
- Plötzlich auftretende, schwere Atemnot, bei der sich der Betroffene kaum noch bewegen kann
- Anhalten eines Asthmaanfalls trotz Notfallmedikamenten
- Blaue Verfärbung der Lippen oder Fingernägel (Zyanose) – Zeichen für Sauerstoffmangel
- Unfähigkeit zu sprechen oder in ganzen Sätzen zu atmen
- ⚠Zunehmende Atemnot über Stunden oder Tage
- ⚠Husten mit grünlichem oder gelbem Auswurf
- ⚠Fieber über 38,5 °C zusätzlich zu Asthmasymptomen
Häufige Symptome
- Husten, besonders nachts oder morgens
- Pfeifende Atemgeräusche beim Ausatmen (Giemen)
- Kurzatmigkeit oder Atemnot
- Engegefühl in der Brust
Symptome bei Kindern
- Husten als einziges Symptom, besonders beim Spielen oder Lachen
- Schnelle Atmung oder Nasenflügelatmen
- Anstrengungsvermeidung – das Kind wird ruhig oder will getragen werden
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkere Kurzatmigkeit bei Belastung
- Länger anhaltender Husten mit zähem Schleim
- Häufigere Asthmaanfälle durch Infekte
Ursachen
Hauptursachen
- Asthma entsteht durch eine Überempfindlichkeit der Atemwege auf bestimmte Reize.
- Bei allergischem Asthma reagiert das Immunsystem auf Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare.
- Nicht-allergisches Asthma wird durch Infekte, Kälte, Anstrengung, Rauch oder Stress ausgelöst.
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung – wenn Eltern oder Geschwister Asthma oder Allergien haben
- Eigenes atopisches Ekzem (Neurodermitis) oder Heuschnupfen
- Übergewicht
- Passiv- oder Aktivrauchen
- Früherer Krankenhausaufenthalt wegen schwerer Lungeninfektionen im Kindesalter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Notfallmedikament nicht mehr richtig wirkt
- Wenn Sie wegen Atemnot nachts aufwachen oder Ihr Husten schlimmer wird
- Wenn Sie Schwierigkeiten haben, alltägliche Tätigkeiten auszuführen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur jährlichen Kontrolluntersuchung beim Lungenfacharzt (Pneumologen)
- Bei jedem Verdacht auf eine Verschlechterung – z. B. wenn Sie häufiger Ihr Notfallspray brauchen
- Vor Beginn eines neuen Trainings- oder Sportprogramms
Diagnose
Die Diagnose stellt ein Arzt, meist ein Lungenfacharzt (Pneumologe). Er erhebt Ihre Krankengeschichte und führt spezielle Lungenfunktionstests durch.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Dabei atmen Sie kräftig in ein Gerät, das messen kann, wie gut Ihre Luft strömt.
- Bronchodilatationstest: Nachdem Sie ein bronchienerweiterndes Spray eingeatmet haben, wird die Lungenfunktion erneut gemessen – bessert sie sich, spricht das für Asthma.
- Provokationstest: Inhalieren Sie einen Reizstoff (z. B. Methacholin) – wenn die Atemwege dann verengen, deutet das auf Asthma.
- Allergietests: Pricktest oder Blutuntersuchung auf spezifische IgE-Antikörper, um Auslöser zu finden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist sind mehrere Arztbesuche nötig, um die Diagnose zu sichern. Die Tests sind schmerzfrei und dauern etwa 30–60 Minuten. Sie sollten vor der Untersuchung kein Asthmaspray verwenden (außer in Absprache mit dem Arzt). Der Arzt wird mit Ihnen einen Behandlungsplan erstellen.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Atemwegsentzündung zu verringern, Beschwerden zu vermeiden und akute Anfälle zu behandeln. Die Therapie wird je nach Schweregrad in Stufen eingeteilt – Ihr Arzt wird mit Ihnen die passende Behandlung festlegen.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Auslöser zu erkennen.
- Vermeiden Sie bekannte Allergene und Reizstoffe (z. B. Rauch, starke Düfte).
- Atemtechniken (z. B. Lippenbremse) können bei Atemnot helfen.
- Halten Sie Ihre Medikamente immer griffbereit, besonders bei Reisen und Sport.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung besteht aus zwei Hauptsäulen: Der Dauermedikation, die regelmäßig eingenommen wird, um die Entzündung der Atemwege zu hemmen, und der Bedarfsmedikation, die akut bei Atemnot angewendet wird. Die Dauertherapie erfolgt meist mit Kortison-Sprays, die die Schleimhaut beruhigen. Die Bedarfsmedikation ist ein kurzwirksames bronchienerweiterndes Spray, das die verengten Bronchien schnell erweitert. Bei schwereren Formen kommen auch langwirksame Bronchienerweiterer oder Biologika (eine Art Antikörper-Therapie) infrage. Die genaue Wahl der Präparate und Dosierung bespricht Ihr Arzt mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt bei Asthma in der Regel nicht infrage. In sehr seltenen Fällen bei schwerstem, therapieresistentem Asthma kann ein Eingriff wie die bronchiale Thermoplastie erwogen werden – hierbei werden über einen Bronchoskopen die überschießenden Muskelzellen in den Atemwegen reduziert. Dies ist jedoch nur in spezialisierten Zentren möglich und wird nur nach strenger Prüfung empfohlen.
Leben mit der Erkrankung
Mit Asthma können Sie fast alles machen, was Sie möchten. Wichtig ist, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen und Ihren Behandlungsplan befolgen. Achten Sie auf Warnsignale wie zunehmenden Husten oder häufigere Nutzung des Notfallsprays – das sind Zeichen, dass Ihre Therapie angepasst werden muss. Planen Sie für Reisen genügend Medikamente ein und informieren Sie sich über lokale Notrufnummern.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung und Sport verbessern die Lungenfunktion – mit Ihrer Erkrankung ist fast jede Sportart erlaubt.
- Vermeiden Sie Übergewicht, da dies die Atmung zusätzlich belastet.
- Rauchfreie Umgebung – rauchen Sie nicht und meiden Sie Passivrauch.
- Stress reduzieren durch Entspannungstechniken wie Yoga oder progressive Muskelentspannung.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine spezielle Asthmadiät, aber eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann die Immunabwehr stärken. Bei manchen Menschen verschlechtern bestimmte Lebensmittel (z. B. Sulfite in Trockenobst oder Wein) die Symptome – beobachten Sie Ihre Reaktionen. Sport ist für Asthmatiker nicht nur erlaubt, sondern empfehlenswert. Gehen Sie langsam los, wärmen Sie sich auf und halten Sie Ihr Notfallspray bereit. Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking sind besonders gut.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma kann Ängste auslösen, besonders bei Atemnotanfällen. Diese Angst wiederum kann die Symptome verstärken. Es ist völlig normal, sich manchmal besorgt zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Bei anhaltenden Ängsten oder depressiven Verstimmungen kann eine psychologische Unterstützung helfen. Wenn Sie akute Gedanken an Selbstverletzung haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (112) oder rufen Sie den Notruf 112 an.
Vorbeugung
Asthma selbst lässt sich nicht verhindern, vor allem nicht der allergische Typ. Aber Sie können das Risiko von Asthmaanfällen und Verschlechterungen deutlich senken, indem Sie bekannte Auslöser meiden, nicht rauchen und Ihre Medikamente wie verordnet einnehmen. Für Kinder kann das Stillen in den ersten Lebensmonaten möglicherweise das Risiko für Allergien und Asthma verringern.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe (Influenza) impfen – eine Grippe kann bei Asthma schwer verlaufen. Auch die Impfung gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) wird empfohlen. Fragen Sie Ihren Arzt nach den aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Früherkennungsprogramme
Bei Kindern mit wiederholtem Husten oder Atemnot sollte frühzeitig eine Lungenfunktionsprüfung erwogen werden. Erwachsene mit chronischem Husten oder Atemnot sollten einen Arzt aufsuchen, um Asthma nicht zu übersehen. Ein routinemäßiges Screening in der Bevölkerung wird derzeit nicht empfohlen. Bei Risikogruppen (z. B. bei Verwandten ersten Grades mit Asthma) kann eine frühe Abklärung sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufigere und schwerere Asthmaanfälle, die zu Notfallaufenthalten führen
- Dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion – Lungenemphysem oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern
- Psychische Belastungen durch ständige Atemnot und Angst
- Selbst bei einem schweren Anfall kann es zu Atemstillstand kommen – lebensbedrohlich!
Langzeitprognose
Mit einer konsequenten Behandlung und regelmäßigen Arztbesuchen ist die Prognose bei Asthma sehr gut. Die meisten Menschen erreichen eine gute Symptomkontrolle und können ein erfülltes Leben führen, inklusive Sport und Berufstätigkeit. Bei Kindern bessern sich die Beschwerden oft mit dem Älterwerden, manche werden sogar beschwerdefrei. Auch wenn Asthma nicht heilbar ist – die moderne Medizin bietet viele Möglichkeiten, die Krankheit im Alltag fast vergessen zu lassen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.