Brustschmerzen, die im Liegen schlimmer werden
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Unter dem Begriff ‚Brustschmerzen, die im Liegen schlimmer werden' versteht man Schmerzen oder ein unangenehmes Spannungsgefühl in der Brust, die zunehmen, sobald man liegt. Die Beschwerden können in einer oder beiden Brüsten auftreten. Häufig sind sie hormonell bedingt, es kann aber auch andere Ursachen geben.
Wichtige Fakten
- Die meisten Brustschmerzen sind harmlos und kein Anzeichen für Brustkrebs.
- Oft hängen sie mit dem weiblichen Zyklus zusammen.
- Auch Muskelverspannungen oder Probleme an Rippen können die Ursache sein.
- Bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Ja, Brustschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch bei Frauen. Die Beschwerden sind meistens gutartig.
Vor allem Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen, besonders im Zusammenhang mit der Menstruation. Aber auch in den Wechseljahren, nach den Wechseljahren und – seltener – bei Männern kann das Symptom auftreten.
Symptome
- Brustschmerzen in Verbindung mit Atemnot, Übelkeit, kalten Schweißausbrüchen oder Schmerzen im Arm, Rücken oder Kiefer – das kann ein Zeichen für einen Herzinfarkt sein. Rufen Sie sofort die 112!
- Plötzlich auftretende, sehr starke Schmerzen in der Brust, die in Ruhe schlimmer werden, zusammen mit hohem Fieber und rötlicher, glänzender Haut – das kann auf eine schwere Brustinfektion hindeuten.
- ⚠Ein neu aufgetretener Knoten oder eine Verhärtung in der Brust
- ⚠Blutiger oder seltsamer Ausfluss aus der Brustwarze
- ⚠Veränderungen der Brustwarze, z.B. eingezogen oder verändert
- ⚠Hautveränderungen wie Rötung, Schuppung oder Dellen (wie eine Apfelsinenschale)
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Druckgefühl in einer oder beiden Brüsten
- Schmerz wird beim Liegen, vor allem auf dem Bauch oder der Seite, stärker
- Berührungsempfindlichkeit der Brust
- Spannungs- oder Schwellungsgefühl
Ursachen
Hauptursachen
- Hormonelle Schwankungen im Menstruationszyklus
- Gutartige Zysten oder knotige Veränderungen (fibrozystische Mastopathie)
- Verspannungen der Brust- oder Brustkorbmuskulatur
- Reizung oder Entzündung des Rippenknorpels (Costochondritis)
- Stillen oder eine Brustentzündung (Mastitis)
Risikofaktoren
- Zyklusabhängige Hormonveränderungen
- Psychische Belastung und Stress
- Schlecht sitzende oder zu enge BHs
- Übergewicht
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie einen Knoten, eine Delle oder Hautveränderung entdecken
- Wenn die Schmerzen plötzlich sehr stark sind
- Wenn die Brust gerötet, geschwollen oder überwärmt ist
- Wenn Sie Fieber oder Schüttelfrost entwickeln
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen wiederkehren oder länger als eine Woche anhalten
- Wenn sie im Alltag oder im Schlaf stören
- Wenn Sie sich unsicher fühlen oder Fragen zur Brustkrebsvorsorge haben
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird zuerst ausführlich mit Ihnen sprechen (Anamnese) und die Brust beidseits und in verschiedenen Positionen abtasten. Danach wird entschieden, ob und welche bildgebende Untersuchung sinnvoll ist.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (Sonographie)
- Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust)
- Bei auffälligen Befunden: Gewebeprobe (Biopsie) oder Punktion von Zysten
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzarm und nehmen nicht viel Zeit in Anspruch. Ein Tastbefund allein ist oft nicht eindeutig, daher sind die genannten bildgebenden Verfahren wichtig. Sie bekommen in der Regel nach der Auswertung schnell eine Rückmeldung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. In vielen Fällen reichen Selbsthilfemaßnahmen und etwas Geduld. Wenn eine Entzündung oder eine hormonelle Störung vorliegt, kann der Arzt gezielt unterstützen.
Selbsthilfe zu Hause
- Tragen Sie einen gut sitzenden, stützenden Büstenhalter – auch nachts, wenn das im Liegen hilft
- Legen Sie warme oder kalte Umschläge auf die Brust, je nachdem, was angenehmer ist
- Probieren Sie eine Schlafposition aus, die die Brust entlastet, z.B. mit einer kleinen Rolle unter der Seite
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen, Spaziergänge oder Yoga
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kommen entzündungshemmende Salben oder Schmerzmittel in Betracht. Auch eine Anpassung der Hormonbehandlung kann hilfreich sein. Nehmen Sie jedoch keine Medikamente ohne ärztliche Beratung ein. Der Arzt wird die für Sie passende Therapie auswählen und erklären.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein chirurgischer Eingriff ist bei Brustschmerzen selten nötig. Er kann in Betracht kommen, wenn eine gutartige Zyste wiederholt Probleme bereitet oder wenn eine bösartige Veränderung entfernt werden muss. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird alle Möglichkeiten im Detail mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Ruhe und ein normaler Tagesablauf tun meist gut. Es ist nicht nötig, sich körperlich zu schonen. Achten Sie darauf, nicht auf der schmerzenden Brust zu liegen. Falls Sie nachts unbewusst die Position wechseln, kann ein Kissen helfen, die Seite zu stützen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, moderate Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Walken
- Auf Tabak verzichten und Alkohol nur in Maßen
- Für ein gesundes Körpergewicht sorgen
- Stressmanagement-Techniken wie Atemübungen oder Progressive Muskelentspannung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt Ihr Wohlbefinden. Manche Frauen berichten, dass weniger Koffein und fettreiche Speisen das Brustspannen lindern. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut, und besprechen Sie Veränderungen mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schmerzen, die im Liegen auftreten, können den Schlaf stören und Ängste auslösen. Es ist verständlich, sich Gedanken zu machen. Sprechen Sie offen über Ihre Sorgen – mit Ihrem Umfeld oder Ihrem medizinischen Team. Das entlastet.
Vorbeugung
Nicht alle Brustschmerzen lassen sich verhindern, besonders nicht die hormonell bedingten. Ein gesunder Lebensstil, gut sitzende BHs und ein achtsamer Umgang mit Stress können aber dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern und vielleicht sogar seltener auftreten zu lassen.
Impfungen
Eine Impfung gegen Brustschmerzen gibt es nicht. Bestimmte Impfungen, beispielsweise gegen Gürtelrose, können jedoch eine mögliche Ursache von Brustschmerzen verhindern. Sprechen Sie die Empfehlungen zu Impfungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Nehmen Sie regelmäßig die Krebsfrüherkennungsuntersuchung wahr. Das Mammographie-Screening wird in Deutschland ab einem Alter von 50 angeboten. Ihre Frauenarztpraxis informiert Sie dazu. Früherkennung erhöht die Chance, Veränderungen früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Infektionen der Brust (Mastitis) können sich ausdehnen und schwerwiegend werden.
- Falls eine bösartige Veränderung vorliegt und nicht erkannt wird, kann sich der Tumor ausbreiten.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die überwiegende Mehrheit der Brustbeschwerden ist gutartig. Selbst wenn eine ernste Ursache gefunden wird, stehen heute viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Heilungschancen bei Brustkrebs sind dann am besten, wenn er früh erkannt wird.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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