Atmung, die kommt und geht
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer Atmung, die kommt und geht, wechseln sich Phasen mit tieferer und flacherer Atmung ab. Manchmal gibt es auch kurze Atempausen. Dieses Muster nennt man auch Cheyne-Stokes-Atmung. Es kann bei verschiedenen Erkrankungen auftreten, zum Beispiel bei Herzschwäche oder nach einem Schlaganfall. Auch im Schlaf oder in großer Höhe kann es vorkommen.
Wichtige Fakten
- Die Atmung wird regelmäßig tiefer und flacher und setzt zwischendurch kurz aus.
- Es kann ein Zeichen für eine Grunderkrankung sein, muss aber nicht immer behandlungsbedürftig sein.
- Ein Arztbesuch hilft, die Ursache zu klären und gegebenenfalls zu behandeln.
Diese Atmungsform ist nicht sehr häufig, kommt aber vor allem bei älteren Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen vor. Auch bei gesunden Menschen kann sie im Schlaf oder in großer Höhe auftreten.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Herzschwäche, Schlaganfall, Nierenversagen oder bestimmten Lungenerkrankungen. Auch Frühgeborene und Menschen in großer Höhe können zeitweise dieses Atemmuster zeigen.
Symptome
- Wenn Sie oder eine andere Person bewusstlos werden oder nicht mehr aufweckbar sind
- Wenn die Atmung länger als 10 Sekunden aussetzt und die Person blau anläuft
- Wenn starke Atemnot, Brustschmerzen oder Verwirrtheit auftreten
- ⚠Wenn das Atemmuster neu auftritt und Sie sich dabei sehr unwohl fühlen
- ⚠Wenn zusätzlich Beinschwellungen oder Müdigkeit auftreten
- ⚠Wenn Sie nachts oft aufwachen und das Gefühl haben, nicht genug Luft zu bekommen
Häufige Symptome
- Abwechselnd tiefe und flache Atemzüge über mehrere Minuten
- Kurze Atempausen (Apnoen), die bis zu einer Minute dauern können
- Manchmal ein Gefühl von Atemnot oder Unruhe während der flachen Phasen
- Das Muster tritt oft im Schlaf auf und kann zu häufigem Aufwachen führen
Symptome bei Kindern
- Bei Frühgeborenen kann eine unregelmäßige Atmung normal sein, sollte aber ärztlich überwacht werden.
- Bei älteren Kindern kann es auf eine Herz- oder Lungenerkrankung hinweisen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen ist die Atmung, die kommt und geht, oft mit Herzschwäche verbunden.
- Sie kann auch nach einem Schlaganfall auftreten und die Schlafqualität beeinträchtigen.
Ursachen
Hauptursachen
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Das Herz pumpt nicht mehr kräftig genug.
- Schlaganfall oder andere neurologische Erkrankungen, die das Atemzentrum im Gehirn beeinflussen
- Nierenerkrankungen im Endstadium
- Aufenthalt in großer Höhe (über 3000 Meter)
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Früherer Schlaganfall
- Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer aus anderen Gründen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie das Atemmuster zum ersten Mal bemerken und sich Sorgen machen
- Wenn Sie nachts mehrmals aufwachen und Luftnot haben
- Wenn die Atempausen sehr lang sind (über 10 Sekunden) und Sie sich morgens erschöpft fühlen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bereits wegen einer Herzerkrankung in Behandlung sind und die Atmung sich verändert hat
- Im Rahmen eines regelmäßigen Check-ups bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zuerst ein ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihre Krankengeschichte führen. Dann wird die Atmung untersucht, oft mit speziellen Geräten über Nacht oder bei körperlicher Belastung.
Mögliche Untersuchungen
- Pulsoximetrie: Ein kleiner Clip am Finger misst den Sauerstoffgehalt im Blut.
- Polygraphie oder Polysomnographie: Eine Schlafuntersuchung, die Atmung, Herzfrequenz und Gehirnströme aufzeichnet.
- Ultraschall des Herzens (Echokardiographie): Zeigt, ob das Herz schwächer pumpt.
- Blutuntersuchung: Auf Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte sowie auf Nierenfunktion.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose ist meist einfach und schmerzfrei. Eventuell müssen Sie eine Nacht in einem Schlaflabor verbringen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erklärt Ihnen jeden Schritt und bespricht die Ergebnisse mit Ihnen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Oft verbessert sich die Atmung, wenn die Grunderkrankung behandelt wird. Es gibt auch Atemgeräte, die helfen, die Atmung zu stabilisieren.
Selbsthilfe zu Hause
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper, zum Beispiel mit einem Keilkissen.
- Vermeiden Sie Alkohol und Schlafmittel, da sie die Atmung beeinträchtigen können.
- Wenn Sie in großer Höhe sind, steigen Sie langsam ab oder verwenden Sie Sauerstoff.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung, zum Beispiel werden bei Herzschwäche entwässernde Mittel und herzstärkende Medikamente eingesetzt. In manchen Fällen kommt eine Sauerstofftherapie oder ein spezielles Atemgerät (nichtinvasive Beatmung) zum Einsatz. Nur ein Arzt kann die richtige Behandlung verschreiben.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, etwa wenn eine Herzklappenerkrankung die Ursache ist. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob ein Eingriff sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit dieser Atmungsform können ein normales Leben führen, besonders wenn die Ursache gut behandelt wird. Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Ruhepausen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, aber nicht zu anstrengend bei Belastung
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Schlafen Sie in einer ruhigen, gut belüfteten Umgebung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz kann bei Herzschwäche helfen. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren stärkt Herz und Lunge – sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Unregelmäßige Atmung kann Angst machen und den Schlaf stören. Das ist verständlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Entspannungsübungen oder Atemtechniken können helfen.
Vorbeugung
Eine Atmung, die kommt und geht, lässt sich nicht immer verhindern, da sie oft durch bestehende Krankheiten ausgelöst wird. Eine gute Behandlung von Herz- und Lungenerkrankungen kann das Risiko jedoch senken.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen, da Infektionen die Lunge zusätzlich belasten können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen können helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Herz- oder Lungenerkrankung
- Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen
- Chronische Müdigkeit und Konzentrationsstörungen durch gestörten Schlaf
- Erhöhte Belastung des Herz-Kreislauf-Systems
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung der Grunderkrankung verbessert sich die Atmung oft deutlich. Viele Menschen führen ein aktives Leben und haben eine gute Lebensqualität. Ihr medizinisches Team unterstützt Sie dabei.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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