Endometriose: Schmerzen, die kommen und gehen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Gewebe, das normalerweise die Gebärmutter von innen auskleidet, auch außerhalb der Gebärmutter wächst. Dieses Gewebe reagiert auf den Monatszyklus und kann Schmerzen verursachen, die immer wieder auftreten – also kommen und gehen.
Wichtige Fakten
- Die Schmerzen hängen oft mit der Monatsblutung zusammen, können aber auch zu anderen Zeiten auftreten.
- Über die Hälfte der Frauen mit Endometriose hat Schmerzen, die immer wiederkommen.
- Eine frühe Diagnose hilft, Schmerzen besser zu behandeln.
Ja. Endometriose ist ziemlich häufig. Schätzungsweise ist etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betroffen.
Sie betrifft vor allem Mädchen und Frauen zwischen der ersten Monatsblutung und den Wechseljahren. Die Schmerzen beginnen oft im Teenageralter.
Symptome
- Plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen im Bauch
- Starke Blutungen oder Blutungen, die sehr stark sind
- Ohnmacht, Schwindel oder Übelkeit – das kann auf eine innere Blutung hindeuten
- Fieber zusammen mit Bauchschmerzen
- ⚠Wenn die Schmerzen so stark sind, dass Sie sich übergeben müssen oder nicht aufrecht stehen können
- ⚠Wenn Sie schwanger sind und Bauchschmerzen haben
- ⚠Wenn die Schmerzen sehr stark sind und nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Schmerzhafte Monatsblutung (Regelschmerzen), die nicht wirklich nachlässt
- Schmerzen im Unterbauch, die kommen und gehen und manchmal in den Rücken oder die Beine ausstrahlen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen, oft während der Periode
- Müdigkeit und Erschöpfung
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen und Jugendlichen können die Schmerzen besonders stark sein und auch mit Übelkeit oder Durchfall einhergehen.
- Manche müssen deshalb oft in der Schule fehlen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren (Menopause) lassen die Schmerzen manchmal nach, weil die Hormonaktivität abnimmt.
- Aber nicht immer. Manche Frauen haben noch lange Beschwerden.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht geklärt. Eine Theorie: Menstruationsblut fließt durch die Eileiter in den Bauchraum zurück, und die Zellen siedeln sich dort an.
- Hormone, vor allem Östrogen, können das Wachstum des Gewebes fördern.
- Auch das Immunsystem könnte eine Rolle spielen.
Risikofaktoren
- Wenn die erste Periode früh war (vor dem 11. Lebensjahr)
- Wenn der Zyklus kurz ist (weniger als 27 Tage)
- Wenn die Monatsblutung stark und lang ist
- Wenn nahe Verwandte (zum Beispiel Mutter oder Schwester) Endometriose haben
- Wenn man noch keine Kinder bekommen hat
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Schmerzen jeden Monat schlimmer werden und den Alltag stark beeinträchtigen
- Wenn Sie dauerhaft Regelschmerzen haben, die einfache Schmerzmittel nicht oder kaum lindern
- Wenn die Schmerzen auch außerhalb der Periode auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Stuhlgang haben
- Wenn Sie schon lange versuchen, schwanger zu werden, und es nicht klappt
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin spricht zuerst ausführlich mit Ihnen über Ihre Beschwerden und Ihren Zyklus. Danach folgen eine körperliche Untersuchung und oft eine Ultraschalluntersuchung.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch (Anamnese)
- Tastuntersuchung des Bauch- und Beckenraums
- Ultraschall (durch die Scheide oder den Bauch)
- Eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), um das Gewebe zu sehen und eine Probe zu entnehmen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist nicht schmerzhaft, können aber ein wenig unangenehm sein. Eine Bauchspiegelung wird in einer Klinik unter Narkose gemacht. Vielleicht müssen Sie dafür einige Tage einplanen.
Behandlung
Die Behandlung hat zum Ziel, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Je früher die Diagnose, desto besser sind die Möglichkeiten. Behandelt wird meist mit Medikamenten, Operation oder beidem – abhängig von Ihren Wünschen, zum Beispiel ob Sie Kinder haben möchten.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärmflasche oder warme Bäder können Krämpfe lindern.
- Entspannungstechniken wie ruhiges Atmen oder Yoga ausprobieren.
- Ausreichend Schlaf und Pausen an schmerzhaften Tagen.
- Bewegung, die nicht zu sehr anstrengt, zum Beispiel Spazierengehen oder Schwimmen.
- Den eigenen Zyklus und Schmerztage in einem Tagebuch festhalten, um Muster zu erkennen.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamente zur Schmerzlinderung und Hormonbehandlungen, die das Gewebe in Ruhe bringen können. Auch physiotherapeutische Behandlungen und psychologische Unterstützung können helfen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, was für Sie in Frage kommt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Schmerzen sehr stark sind und andere Behandlungen nicht geholfen haben, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Dabei versucht man, die Herde zu entfernen. Das ist ein kleiner Eingriff mit einer Bauchspiegelung.
Leben mit der Erkrankung
Endometrioseschmerzen kommen und gehen – das macht es oft unberechenbar. Viele Frauen planen ihren Alltag um die schmerzhaften Tage herum. Es ist hilfreich, auf die eigenen Signale zu hören und sich an guten Tagen Erholung zu gönnen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung kann Schmerzen vorbeugen, wählen Sie eine Form, die Ihnen guttut.
- Stress abbauen, zum Beispiel mit Meditation oder autogenem Training.
- Bequeme Kleidung an schmerzhaften Tagen.
- Absprachen mit Arbeit oder Schule, um schmerzhafte Tage besser überbrücken zu können.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine spezielle Endometriose-Diät. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und ballaststoffreichen Lebensmitteln kann helfen. Manche Frauen achten darauf, weniger rotes Fleisch und weniger stark verarbeitete Lebensmittel zu essen. Moderate Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren kann den Kreislauf und das Wohlbefinden fördern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrende Schmerzen sind auch eine Belastung für die Psyche. Es ist ganz normal, manchmal ängstlich oder niedergeschlagen zu sein. Wenn Sie merken, dass die Stimmung länger anhält, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch eine Psychotherapie kann helfen, besser mit der Krankheit umzugehen.
Vorbeugung
Endometriose kann man nicht sicher verhindern. Eine frühe Diagnose und Behandlung können aber dazu beitragen, dass die Schmerzen erträglicher werden und Komplikationen seltener auftreten.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Endometriose.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennungsuntersuchung. Regelmäßige frauenärztliche Kontrollen sind trotzdem wichtig, um Beschwerden abklären zu lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn die Endometriose nicht behandelt wird, können die Schmerzen zunehmen und den Alltag stärker einschränken.
- Es können Verwachsungen und Entzündungen im Bauchraum entstehen.
- Die Fruchtbarkeit kann eingeschränkt sein, wenn Eileiter oder Eierstöcke betroffen sind.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung können die meisten Frauen ihre Beschwerden gut in den Griff bekommen. Die Erkrankung ist nicht lebensbedrohlich, kann aber eine ständige Begleiterin sein. Viele Frauen führen mit Endometriose ein erfülltes Leben – und nicht selten lassen die Schmerzen nach, etwa nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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