Fruchtbarkeit mit nur einer Eierstockseite
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Manche Frauen haben nur auf einer Seite funktionierende Eierstöcke oder Eileiter. Das kann angeboren sein oder nach einer Operation entstehen. Auch mit einer Seite ist eine Schwangerschaft meist gut möglich.
Wichtige Fakten
- Eine Eierstockseite reicht aus, um Eizellen zu produzieren.
- Der Eisprung kann monatlich abwechseln oder immer von derselben Seite kommen.
- Wenn ein Eileiter fehlt oder verschlossen ist, kann die Eizelle dennoch über den anderen Eileiter zur Gebärmutter gelangen.
Nicht selten: Viele Frauen haben nur einen Eierstock, zum Beispiel nach einer Eierstockentfernung. Auch angeborene Fehlbildungen kommen vor.
Frauen jeden Alters, die eine Eierstock- oder Eileiterentfernung hatten oder mit einer einseitigen Anlage geboren wurden.
Symptome
- Starke, plötzliche Bauchschmerzen mit Übelkeit oder Kreislaufproblemen – möglicherweise Zeichen einer geplatzten Zyste oder einer Eileiterschwangerschaft. Rufen Sie sofort die 112.
- ⚠Anhaltende, ungewöhnliche Schmerzen im Unterbauch.
- ⚠Fieber mit Bauchschmerzen.
- ⚠Sehr starke oder plötzlich einsetzende Schmerzen. Sprechen Sie noch am selben Tag mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Häufige Symptome
- Meist gibt es keine Beschwerden.
- Der Monatszyklus läuft normal weiter.
- Schmerzen können nur auftreten, wenn die Ursache (zum Beispiel eine Zyste) Probleme macht.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern fällt dies oft erst in der Pubertät auf, wenn die Regelblutung ausbleibt oder unregelmäßig ist.
- In der Regel gibt es keine sichtbaren Anzeichen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch in den Wechseljahren verändert sich die Fruchtbarkeit wie bei Frauen mit zwei Eierstöcken.
Ursachen
Hauptursachen
- Angeborene Fehlanlage (zum Beispiel ein Eierstock fehlt von Geburt an)
- Operative Entfernung eines Eierstocks oder Eileiters (zum Beispiel wegen Zyste, Eileiterschwangerschaft, Endometriose)
- Narben oder Verwachsungen nach Entzündungen
- Ein verlegter oder verschlossener Eileiter auf einer Seite
Risikofaktoren
- Voroperationen im Bauchraum
- Entzündungen im Becken (zum Beispiel nach Geschlechtskrankheiten)
- Endometriose
- Eingriffe an Eierstock oder Eileiter in der Vergangenheit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bestehender Kinderwunsch über mehr als ein Jahr, wenn Sie regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.
- Plötzliche starke Schmerzen oder Fieber.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Ihren Zyklus beobachten möchten, um die besten Zeiten für eine Schwangerschaft zu erkennen.
- Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Fruchtbarkeit eingeschränkt ist.
- Vor einer geplanten Operation im Bauchraum, um über den Erhalt des gesunden Eierstocks zu sprechen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt befragt Sie zur Vorgeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch. Mit Ultraschall lässt sich erkennen, ob ein Eierstock vorhanden ist und ob Eibläschen heranreifen. Eine Röntgendarstellung der Eileiter (Hysterosalpingografie) kann zeigen, ob der Eileiter durchgängig ist.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung des Unterleibs
- Blutuntersuchung zur Bestimmung der Hormonwerte
- Eileiterdurchgängigkeitsprüfung (Hysterosalpingografie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei oder nur leicht unangenehm. Sie bekommen danach in der Regel ein ausführliches Gespräch über die Ergebnisse und die Möglichkeiten für eine Schwangerschaft.
Behandlung
Meist ist keine Behandlung nötig, weil nur eine Seite nicht bedeutet, dass Sie unfruchtbar sind. Wenn Sie einen Kinderwunsch haben, kann die Ärztin oder der Arzt die fruchtbaren Tage bestimmen und Sie beraten. Bei verklebten oder verschlossenen Eileitern kann eine Operation helfen, den Eileiter zu öffnen. In manchen Fällen ist eine künstliche Befruchtung sinnvoll.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie einen Zykluskalender, um den Eisprung zu erkennen.
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht, denn extremes Unter- oder Übergewicht kann den Zyklus stören.
- Verzichten Sie auf Rauchen und übermäßigen Alkohol, da dies die Fruchtbarkeit mindert.
- Sprechen Sie bei Kinderwunsch mit Ihrer Ärztin über geeignete Nahrungsergänzungsmittel zur Vorbereitung.
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin kann Ihnen auf Wunsch Hormonpräparate zur Zyklussteuerung anbieten, damit der Eisprung gezielt stattfindet. Auch Zyklusmonitoring mit Ultraschall wird angeboten. Bei verschlossenen Eileitern oder wenn eine natürliche Schwangerschaft nicht klappt, werden Verfahren der künstlichen Befruchtung wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur nötig, wenn die Ursache in einem verklebten Eileiter liegt oder wenn Endometrioseherde das Eintreten einer Schwangerschaft erschweren. Solche Eingriffe sollten in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden.
Leben mit der Erkrankung
Für den Alltag bedeutet eine einseitige Fruchtbarkeit keine großen Einschränkungen. Die Regelblutung kommt in der Regel regelmäßig, da ein Eierstock die Hormonproduktion übernimmt.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber übertreiben Sie es nicht mit extremem Ausdauersport.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen oder Yoga.
- Schlafen Sie ausreichend, um den Hormonhaushalt zu stabilisieren.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt die Hormonproduktion. Moderates Training, wie zügiges Spazierengehen oder Radfahren, fördert die Durchblutung und das Wohlbefinden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Gedanke an eingeschränkte Fruchtbarkeit kann belastend sein und Ängste auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Ein offenes Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner und der Ärztin kann entlasten. Wenn die Belastung stark ist, kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Die einseitige Fruchtbarkeit selbst lässt sich nicht verhindern, wenn sie angeboren ist oder nach einer notwendigen Operation entsteht. Sie können aber einiges tun, um den verbleibenden Eierstock zu schützen: Vermeiden Sie Infektionen im Beckenbereich durch Safer Sex und lassen Sie Entzündungen frühzeitig behandeln.
Impfungen
Lassen Sie sich gemäß den Empfehlungen gegen HPV und andere Infektionen impfen, um Entzündungen im Becken vorzubeugen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Bei Frauen mit Kinderwunsch ist eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll, um den Eisprung zu beobachten. Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um Veränderungen früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Eileiterentzündung unbehandelt bleibt, kann der Eileiter verschließen und die Eizelle kann nicht zur Gebärmutter gelangen.
- Unbehandelte Endometriose kann zu Verwachsungen führen und die Einnistung erschweren.
- Eine Eileiterschwangerschaft auf der Seite des offenen Eileiters kann ein Notfall sein.
Langzeitprognose
Die Chancen auf eine Schwangerschaft sind auch mit einer funktionierenden Eierstockseite sehr gut. Viele Frauen werden auf natürlichem Weg schwanger, und wenn es nicht klappt, gibt es moderne Behandlungsmöglichkeiten. Wichtig ist, sich frühzeitig beraten zu lassen und auf den eigenen Körper zu achten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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