Fieber bei Kindern: Ursachen, Warnzeichen und was Sie tun können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fieber ist eine Erhöhung der Körpertemperatur über 38 °C. Es ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf Infektionen. Bei Kindern ist Fieber sehr häufig und meist harmlos. Es ist kein Zeichen für Wachstum – auch wenn Eltern oft vermuten, dass das Kind bei Fieber einen Wachstumsschub hat.
Wichtige Fakten
- Fieber ist ein Symptom, keine Krankheit – es zeigt, dass das Immunsystem arbeitet.
- Bei Kindern spricht man ab 38 °C von Fieber.
- Die meisten fieberhaften Infektionen sind viral und klingen von selbst ab.
- Fieber hat nichts mit Wachstum oder Zähnen zu tun.
Ja. Fieber ist bei Kindern einer der häufigsten Gründe, einen Kinderarzt aufzusuchen. Besonders in den ersten Lebensjahren haben Kinder mehrere fieberhafte Infekte pro Jahr.
Kinder jeden Alters, besonders Säuglinge und Kleinkinder bis zum dritten Lebensjahr. Ihr Immunsystem muss viele Erreger erst kennenlernen.
Symptome
- Fieber bei einem Säugling unter 3 Monaten – sofort Notruf 112 oder Kinderklinik
- Kind ist nicht ansprechbar oder reagiert nur schwach
- Atemnot mit Einziehungen an Brust oder bläuliche Lippen
- Steifer Nacken, starker Kopfschmerz oder ein nicht wegdrückbarer Hautausschlag
- ⚠Kind ist jünger als 6 Monate und hat Fieber
- ⚠Fieber über 40 °C
- ⚠Kind trinkt nicht mehr und macht sehr wenige nasse Windeln
- ⚠Anhaltendes Erbrechen oder Durchfall
- ⚠Fieber länger als 3 Tage oder wiederkehrend
Häufige Symptome
- Erhöhte Körpertemperatur über 38 °C
- Warme, gerötete Haut
- Schüttelfrost oder Frösteln
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Appetitlosigkeit
- Quengeln und Weinerlichkeit
Symptome bei Kindern
- Schneller Temperaturanstieg möglich
- Oft begleitender Husten, Schnupfen oder Ohrenschmerzen
- Bei Kleinkindern kann ein Fieberkrampf auftreten – etwa 3 bis 5 % aller Kinder erleben das einmal
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Dieser Artikel betrifft Kinder. Bei älteren Erwachsenen gelten andere Bewertungen und Alarmsignale – bitte dazu die Informationen für Erwachsene beachten.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen durch Viren oder Bakterien – am häufigsten Atemwegsinfekte, Mittelohrentzündung, Harnwegsinfektionen
- Reaktion auf Impfungen – meist harmlos und kurz
- Überhitzung durch zu warme Kleidung, besonders bei Säuglingen
- Zahnen kann die Temperatur leicht erhöhen, verursacht aber kein hohes Fieber
Risikofaktoren
- Geschwister in Kindergarten oder Schule – erhöhte Ansteckungsgefahr
- Noch nicht ausgereiftes Immunsystem bei Kleinkindern
- Fehlende oder unvollständige Schutzimpfungen
- Betreuung in Gemeinschaftseinrichtungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Säuglinge unter 6 Monaten mit Fieber sofort einem Kinderarzt vorstellen
- Bei Fieber über 40 °C oder wenn das Kind trotz Fiebersenkung sehr krank wirkt
- Bei Fieberkrampf immer ärztlich abklären lassen, auch wenn er kurz war
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Fieber länger als 2 bis 3 Tage
- Wiederkehrende Fieberschübe
- Fieber zusammen mit Husten, Ohrenschmerzen oder Durchfall, das nicht besser wird
Diagnose
Der Arzt fragt nach der Krankengeschichte, der Temperatur und Begleitsymptomen. Danach untersucht er das Kind gründlich – besonders Ohren, Rachen, Lunge und Haut.
Mögliche Untersuchungen
- Fieber messen – im Po, im Ohr oder unter der Achsel
- Körperliche Untersuchung – Ohren, Rachen, Lunge, Bauch, Haut
- Bei Säuglingen oft zusätzlich eine Urinuntersuchung zum Ausschluss eines Harnwegsinfekts
- Bei Fieber länger als 5 Tage: Blutuntersuchung oder bildgebende Verfahren je nach Verdacht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist kurz und ohne Schmerzen. Bei unklarer Ursache kann eine Blutprobe oder Urinprobe nötig sein. In den meisten Fällen erhalten Sie eine Empfehlung, wie Sie das Kind zu Hause unterstützen können.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Wohlbefinden des Kindes. Nicht jedes Fieber muss medikamentös gesenkt werden. Wichtiger sind Flüssigkeit, Ruhe und Aufmerksamkeit auf den Allgemeinzustand.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken – Wasser, ungesüßter Tee oder Muttermilch in kleinen Schlucken
- Leichte Kleidung und normale Raumtemperatur – nicht übermäßig zudecken
- Regelmäßig kontrollieren, wie es dem Kind geht – nicht nur die Temperatur
- Auf Tee mit Honig verzichten bei Kindern unter 1 Jahr – Honig kann für Säuglinge zu schweren Erkrankungen führen
- Dem Kind Ruhe gönnen, aber es muss nicht zwingend im Bett bleiben
Medizinische Behandlungen
Fiebersenkende Medikamente werden nur eingesetzt, wenn das Kind deutlich unwohl ist – zum Beispiel bei starken Kopf- oder Gliederschmerzen. Welcher Wirkstoff für welches Alter geeignet ist und in welcher Dosis er gegeben wird, bespricht der Kinderarzt oder die Kinderärztin individuell. Bei bakteriellen Infektionen kann ein Antibiotikum notwendig werden. Antibiotika wirken nur bei Bakterien, nicht bei Viren.
Wann kommt eine Operation infrage?
Fieber allein erfordert keine Operation. Wenn eine akute Erkrankung wie eine Blinddarmentzündung die Ursache ist, kann im Notfall eine Operation lebenswichtig sein.
Leben mit der Erkrankung
Solange das Kind bei Fieber trinkt, Kontakt sucht und sich bewegen möchte, ist die Betreuung zu Hause möglich. Gut ist, die Entwicklung auch nach Fieber zu beobachten – ein Kind, das wieder spielt, ist meist auf dem Weg der Besserung.
Tipps für den Alltag
- Häufige Händehygiene für alle Familienmitglieder
- Lüften und frische Luft, wenn das Kind sich wohlfühlt
- Gemeinschaftseinrichtungen laut Vorschrift meiden, solange das Kind Fieber hat
- Den Impfstatus regelmäßig in der Kinderarztpraxis prüfen lassen
Ernährung und Bewegung
Während des Fiebers leichte Kost anbieten, zum Beispiel Brühe, Zwieback oder Obst. Keine Zwangsernährung. Leichte Bewegung ist erlaubt; anstrengender Sport sollte bis zur vollständigen Genesung warten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Fieber macht viele Eltern unsicher. Auch Kinder können durch Fieber ängstlich oder teilnahmslos sein. Ruhiges Verhalten, Anwesenheit und Beruhigung schaffen Sicherheit. Es ist in Ordnung, sich bei Unsicherheit professionelle Hilfe zu holen.
Vorbeugung
Fieber selbst ist eine normale Reaktion und nicht direkt verhinderbar. Das Risiko für fieberhafte Erkrankungen lässt sich durch Impfungen und Hygiene senken.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt im Kindesalter Impfungen gegen viele Erreger, die fieberhafte Erkrankungen auslösen können. Der Impfstatus steht im Gelben Untersuchungsheft.
Früherkennungsprogramme
Die Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 gehören in Deutschland zum Standard. Sie dienen unter anderem dazu, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fieberkrampf – meist ohne Folgen, aber medizinisch abklären lassen
- Austrocknung (Dehydratation), wenn das Kind zu wenig trinkt
- Unbehandelte bakterielle Infektionen können in seltenen Fällen zu einer Blutvergiftung führen
Langzeitprognose
Die allermeisten Fieber-Episoden bei Kindern verlaufen harmlos und dauern 3 bis 5 Tage. Kinder haben erstaunlich viel Kraft, sich zu erholen. Mit ärztlicher Beratung und der richtigen Unterstützung zu Hause können auch ernstere Verläufe gut behandelt werden.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst ↗ · Deutschland
- AWMF-Leitlinien zu Fieber bei Kindern ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.